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Neuburg

06.02.2018

Marihuana geraucht und zusammengebrochen

Ein 20-Jähriger muss sich wegen Drogen vor dem Amtsgericht Neuburg verantworten. 
Bild: Maya Spitzer

Ein 20-Jähriger aus dem südlichen Landkreis ließ eine 13-Jährige an seinem Joint ziehen. Das bekam ihr schlecht – und auch für ihn hat der Vorfall nun Folgen.

Einem 20-Jährigen wird vorgeworfen, er habe eine 13-Jährige mehrmals an seinem Joint ziehen lassen. Daraufhin habe das Mädchen einen Kreislaufzusammenbruch erlitten. Nun muss sich der junge Mann aus dem südlichen Landkreis nicht nur wegen unerlaubten Besitzes und unerlaubter Abgabe von Betäubungsmitteln, sondern auch wegen gefährlicher Körperverletzung vor dem Neuburger Amtsgericht verantworten.

Wie Staatsanwalt Niki Hölzel aus seiner Anklageschrift vorlas, habe sich der Vorfall am 3. Oktober des vergangenen Jahres auf der Tribüne eines Sportgeländes im Landkreis ereignet. Obwohl dem Mädchen übel geworden sei, habe sich der Angeklagte einfach ohne zu helfen aus dem Staub gemacht, so der Staatsanwalt. Der 20-Jährige gab zu, dass er das Mädchen ungefähr achtmal an seinem Joint habe ziehen lassen, doch habe er sehr wohl Erste Hilfe geleistet, als der 13-Jährigen schlecht wurde. Er habe ihr gesagt, dass sie sich hinlegen solle. Als sie dann kurzzeitig das Bewusstsein verlor, habe er einen der anderen Jugendlichen, die dabeistanden, aufgefordert, die Mund-zu-Mund-Beatmung zu übernehmen, während er die Herzrhythmus-Massage anwendete. Erst als das Mädchen wieder zu sich kam und der Krankenwagen gerufen war, sei er gegangen, um keinen Ärger zu bekommen, sagte der Angeklagte aus. „Ich wollte nie, dass ein Mensch wegen mir stirbt!“ Wie Verteidiger Stefan Roeder betonte, habe sein Mandant die gesundheitlichen Folgen bei der 13-Jährigen nicht absehen können. Außerdem habe er nicht gewusst, wie alt das Mädchen sei.

Der Angeklagte berichtete, er habe das Alter der Geschädigten auf ungefähr 15 Jahre geschätzt. Er kenne sie nicht näher, habe sie aber schon öfter auf der Tribüne rauchen sehen. Diese Tribüne sei ein allgemein bekannter Drogentreffpunkt, sagte der Angeklagte. An diesem Tag im Oktober habe jedoch nur er etwas dabei gehabt: drei Gramm Haschisch von guter Qualität. Circa 0,5 Gramm habe er nach eigener Angabe in diesen einen Joint gepackt. Freunde hätten ihm allerdings erzählt, dass die 13-Jährige an jenem Tag vor den Drogen bereits Alkohol konsumiert hätte.

Verteidiger Roeder gab schließlich zu bedenken, ob der Tatbestand der Betäubungsmittel-Abgabe überhaupt erfüllt sei, da der Joint ja immer wieder zu seinem Eigentümer zurückgekehrt sei. Roeders Ansicht nach sei auch die gefährliche Körperverletzung nicht gegeben, da die 13-Jährige ja eingewilligt habe.

Richter Gerhard Ebner machte deutlich, dass eine Einstellung des Verfahrens auf keinen Fall infrage käme. Er unterbrach allerdings die Hauptverhandlung, um die Geschädigte und weitere Jugendliche als Zeugen zu hören. Die Verhandlung wird am 15. Februar fortgesetzt.

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