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Neuburg/München

03.11.2016

Marsch gegen den Organhandel

Ursula Dusolt koordiniert die weißen Frauen (im Hintergrund), die bei der Kundgebung am Samstag Fotos von Getöteten tragen.
Bild: Matthias Kehrein

Anhänger der religiösen Bewegung Falun-Gong prangern die Verfolgung ihrer Kameraden in China an. Eine Rennertshofenerin organisiert eine große Demo mit.

Ihr unermüdlicher Kampf wird belohnt. Die weltweite Aufmerksamkeit steigt stetig und sogar eine Europäische Resolution haben sie vor drei Jahren erreicht. Die Anhänger von Falun-Gong haben trotzdem noch viel vor, schließlich geht es um viel – um Menschenleben.

Eine, die sich seit acht Jahren der aus China stammenden neuen religiösen Bewegung auf der Basis von Qi Gong angeschlossen hat, ist Ursula Dusolt. Die Rennertshofenerin lebt nach einer schweren persönlichen Zeit den Lebensstil nicht nur im Stillen, sondern sie hilft auch mit bei der Aufklärung. Denn Falun-Gong-Anhänger haben in China einen schweren Stand. Anfänglich von der chinesischen Regierung für ihre gesunde Lebensweise gelobt, werden sie inzwischen verfolgt, inhaftiert und als Organspender missbraucht, so der Vorwurf der Falun-Gong-Praktizierenden. „Kranke, aber reiche Menschen – auch aus dem Westen – können sich die Organe für Transplantationen kaufen“, erzählt Ursula Dusolt.

Chinas Transplantations-Industrie sei im Jahr 2000 wie aus dem Nichts entstanden. Inzwischen gebe es dafür über 800 Kliniken, aber kein Spendersystem wie zum Beispiel in Deutschland. „Viele unabhängige Studien haben inzwischen den Verdacht bestätigt: Politische Häftlinge werden getötet, wenn ein passender zahlungskräftiger Kunde kommt“, so Dusolt.

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Mit Infoständen und Kundgebungen versuchen die Falun-Gong-Praktizierenden, die Menschen im Westen aufzuklären. Ihr größter Erfolg bisher ist die Verabschiedung einer Europäischen Resolution, die weltweit 1,5 Millionen Unterschriften bewirkt haben. Einige Länder würden bereits ihre Landsleute überprüfen, wenn sie mit einem neuen Organ aus dem Ausland kommen, weiß Dusolt. Deutschland nicht

Eine der größten Aufklärungsveranstaltungen findet am Samstag, 5. November, statt. Nach Madrid und Wien ist diesmal München an der Reihe. Die Demonstration gegen den erzwungenen Organraub beginnt um 12.30 Uhr am Odeonsplatz. Über 1000 Falun-Gong-Anhänger aus ganz Europa werden erwartet. Ursula Dusolt ist diesmal an der Organisation beteiligt. Sie koordiniert die weißen Frauen. Frauen in weißen Gewändern, die Bilder von Getöteten tragen. „Das ist sehr ergreifend, denn da bekommt das schreckliche Verbrechen ein Gesicht“, sagt die Rennertshofenerin.

Falun-Gong ist ein friedlicher Weg, basierend auf Wahrhaftigkeit, Güte und Nachsicht. Weil die Praktizierenden gesundheitsbewusst leben, weder rauchen noch trinken, gelten ihre Organe als besonders wertvoll, so Dusolt. Circa 90 Prozent der chinesischen Spenderorgane würden von ihnen stammen.

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