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Standort

30.01.2019

Mehr Unternehmen gründen

In den Zeiten der ersten bayerischen Landesuniversität war Ingolstadt als Wissenschaftsstandort weit bekannt.
Bild: Bernhard Weizenegger

Stadt will Transformationspreis für Wissenschaftler ausloben. Um was es geht

Ingolstadt will künftig einen mit 50.000 Euro dotierten Wissenschaftspreis ausloben. Er soll alle zwei Jahre vergeben werden. Ingolstadts Oberbürgermeister Christian Lösel erklärte auf der städtischen Pressekonferenz am Dienstag, um was es dabei geht: „Um den Standort für zukünftige neue Arbeitsplätze zu stärken und qualitative und fair bezahlte Arbeitsplätze zu ermöglichen, versuchen wir eine Technologie-Transferstrategie aufzubauen, die Ausgründungen aus den Hochschulen unterstützt. Unser Ziel muss es sein, qualifizierte und fair bezahlte Arbeitsplätze und Arbeitsbedingungen für die nächsten Jahrzehnte zu organisieren.“

Der Ansatzpunkt ist dieser: Man will akademische Hochschul-Spin Offs und Forscher unterstützen. Und zwar genau in der Phase, in der ein zukunftsträchtiges Forschungsergebnis vorliegt, ein marktreifer Prototyp aber noch nicht entwickelt ist. Der neue Preis, der „Johann-Helfenzrieder-Transformations-Preis“, soll diese Lücke schließen und Ingolstadt in seinem Technologiewandel stärken, Wissenschaftler von hier und aus dem deutschsprachigen Raum „für den Standort interessieren und die Prototypenentwicklung auf Basis erarbeiteter Forschungsergebnisse forcieren“. Ziel: Die Vorbereitung von Unternehmensgründungen aus wissenschaftlichen Forschungsergebnissen in Ingolstadt.

Der Preis soll die herkömmlichen Studien- und Forschungsprogramme und die Unternehmens-Gründungsprogramme miteinander verbinden, so die Vorstellung der Stadt. Es geht um Forschungs-, Entwicklungs- und Gründungsförderung.

Der OB erläutert die Motivation hinter dem Preis so: Hochschul-Spin Offs gehörten zu den wertvollsten Unternehmensgründungen in Deutschland. Sie seien in der Regel wissenschaftsbasiert (intellektuelles Kapital), stärkten zukunftsträchtige Wissenschaftszweige und wüchsen auch ökonomisch schneller als „herkömmliche“ Gründungen. Sie trügen stärker zum volkswirtschaftlichen Strukturwandel in Regionen und ganzen Volkswirtschaften bei. Gerade Hochschulausgründungen gelten als besonders erfolgreich und innovativ.

Ingolstadt soll sich als Hochschulstandort weiterentwickeln. Zuletzt hat sich auf diesem Gebiet einiges getan: Ingolstadt bekommt das Fraunhofer Anwendungszentrum und das Kompetenzzentrum für Künstliche Intelligenz. Die Technische Hochschule (THI) wird seine Studentenzahlen in den nächsten Jahren verdoppeln. Die Zusammenarbeit zwischen Katholischer Universität Eichstätt-Ingolstadt (KU) und THI wird immer enger. Das Digitale Gründerzentrum brigk ist bei der Arbeit und künftig soll das Gründerzentrum für Luftmobilität brigkAir den Wissenschaftsstandort stärken. Das Fernziel dahinter: Ingolstadt soll wieder die wissenschaftliche Bedeutung erlangen wie einst in den Zeiten der ersten bayerischen Landesuniversität.

Der Namensgeber des Preises, Johann Helfenzrieder, wurde am 9. Dezember 1724 in Landsberg geboren. Der Jesuit war an der ersten bayerischen Landesuniversität von 1770 bis 1781 in Ingolstadt Professor für Mathematik, Astronomie und Experimentalphysik. Er verfasste diverse Schriften über Mathematik, Maschinenkunde und Technologie, forschte über die Wirkung von Prismen und entdeckte unter anderem einen Kometen. (nr)

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