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Ingolstadt

22.10.2020

Mehrdad Zaeri in Ingolstadt: Seine Kunstwerke haben Kultstatus

Arbeitet meist aus reiner Intuition heraus und überlässt sein Schaffen vielfach dem Zufall: Illustrator Mehrdad Zaeri.
Bild: Johannes Seifert

Plus Marieluise-Fleißer-Preisträgerin Iris Wolff und Illustrator Mehrdad Zaeri begegneten sich im Museum für Konkrete Kunst in Ingolstadt. Ein Abend, der zum Erlebnis wurde, schreibt unser Autor.

Die 27. Ingolstädter Literaturtage hätten von 30. April bis 11. Mai stattfinden sollen. Wegen der Pandemie musste das Festival abgesagt werden. Dennoch konnte jetzt ein Abend mit der Marieluise-Fleißer-Preisträgerin Iris Wolff und dem bekannten Buchillustrator Mehrdad Zaeri stattfinden.

Museum für Konkrete Kunst in Ingolstadt: Aktuell ist „Mind the Gap“ zu sehen

Im Museum für Konkrete Kunst, umgeben von der aktuellen Ausstellungspräsentation „Mind the Gap“, gelang es somit beiden Akteuren, einen überaus kreativ angelegten Abend zu gestalten. Dabei konnten die Besucher viel aus dem Leben des Künstlers erfahren und waren von der Art und Weise seiner Kunstdarbietung fasziniert.

Trafen sich in Ingolstadt: Iris Wolff und Mehrdad Zaeri.
Bild: Johannes Seifert

Mehrdad Zaeri arbeitet meist aus reiner Intuition und überlässt sein Schaffen vielfach dem Zufall. Es gibt keinen Strich auf dem Papier, der ein Fehler sein könnte. Er hat zahlreiche preisgekrönte Kinderbücher illustriert, seine Wandkalender haben Kultstatus, meist arbeitet er für Magazine, fertigt Illustrationen für Bücher sowie Zeichnungen fürs Theater an. Es gibt kaum ein Thema, dem er sich nicht widmet: Träume, Krieg, Migration, Demokratie, Heimat, Religion, Verlust, Tod, Erinnerung – und kaum ein Material, auf dem seine Bilderwelten nicht entstehen. Nach seiner Flucht aus dem Iran arbeitete er viele Jahre als Taxifahrer. In unzähligen Nachtschichten habe er Menschen beobachtet, mit ihnen gesprochen und vor allem zugehört.

Der Mensch als Inspirationsquelle - Illustrator Mehrdad Zaeri in Ingolstadt

Der Mensch in aller Vielfalt sei seine Inspirationsquelle, sagt der Künstler im MKK in Ingolstadt. „Dessen Bilder haben einen eigenen Zauber. Sie sind unverwechselbar in ihrer Schwebe zwischen Melancholie und Menschenkenntnis, Humor und Humanität“, würdigt ihn Iris Wolff.

Iris Wolff, geboren 1977, in Hermannstadt, aufgewachsen im Banat und in Siebenbürgen, kam 1985 nach Deutschland. Nach dem Studium der Germanistik, Religionswissenschaft und Grafik & Malerei in Marburg an der Lahn war sie langjährige Mitarbeiterin des Deutschen Literaturarchivs Marbach und Dozentin für Kunst- und Kulturvermittlung. Die mehrfach ausgezeichnete Schriftstellerin und Fleißer-Preisträgerin lebt heute als freie Autorin in Freiburg im Breisgau. Ihr jüngstes Buch, „Die Unschärfe der Welt“ ist für den Buchpreis 2020 nominiert.

Literatur und Illustration lassen sich wundervoll verbinden. So wurde der Abend zum wirklichen Erlebnis. Gespannt hörten die Besucher das offenherzige Gespräch mit Iris Wolff über dessen Vorbilder, seine Flucht aus dem Iran, über seinen Blick auf die Menschen und seinen so unnachahmlichen Weg – als wirklich bedeutender Künstler unserer Zeit.

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