1. Startseite
  2. Lokales (Neuburg)
  3. Mirja Boes: „Ich bin eine Sushi-Fetischistin“

Ingolstadt

07.06.2019

Mirja Boes: „Ich bin eine Sushi-Fetischistin“

Mirja Boes ist eine der bekanntesten deutschen Komikerinnen. Mit ihrer Band und ihrem aktuellen Programm kommt sie für einen Auftritt nach Ingolstadt in die Eventhalle am Westpark.
Bild: Lars Laion

Die Komikerin tritt mit ihrem Programm „Auf Wiedersehen! Hallo!“ in Ingolstadt auf. Im Interview erzählt sie, wie sie über ihre Ballermann-Auftritte denkt.

Frau Boes, der Titel Ihres aktuellen Programms „Auf Wiedersehen! Hallo!“ klingt ein wenig nach Abschied. Ist es wirklich Ihre letzte Tour?

Mirja Boes: Nein, es ist ja schon in der Beschreibung zu lesen, dass das mit einem zwinkernden Auge gemeint ist. Es ist ja erst das dritte Programm mit meiner Band und macht noch viel zu großen Spaß. Aber es ist schon so, dass es im Programm um Abschiede im Leben geht.

Worum geht’s genau im Programm?

ecsImgBannerNewsletter250x370@2x-1315723864673274678.jpg

Boes: Es beschreibt wieder meinen ganz normalen Alltag. Ich bin ja ein ganz normaler Mensch wie alle anderen auch. Aber es ist das erste Programm, in dem ich emotionaler und offener bin. Denn ich musste auch einige persönliche Abschiede hinnehmen, über die ich hier noch nicht sprechen möchte.

Das Programm besteht zu großen Teilen aus Improvisationskomik. Was ist für Sie der Reiz daran?

Boes: Der Reiz daran ist, dass Improvisationskomik aus dem Publikum heraus entsteht. Ich mag es gerne, Leute kennenzulernen und dann eben auf das zu reagieren, was die Menschen in Ingolstadt reinrufen. Wenn sich das Publikum am Ende des Auftrittes als Teil des Ganzen gefühlt hat, dann ist es richtig gelaufen.

Impro-Comedy kann aber auch mal in die Hose gehen...

Boes: Das ist ebenfalls ein Reiz. Für die Leute ist es doch schön, wenn sie einen auch mal scheitern sehen. Natürlich gibt es einen roten Faden, an dem ich mich entlanghangele. Aber es ist schon so, dass ich für einige Zeit total ausbreche. Ich komme jedoch immer wieder zurück.

Sie touren wieder mit Ihrer Band „Die Honkey Donkeys“, haben unter anderem Musik und Musical studiert. Wie sind Sie in die Comedy-Branche gerutscht?

Boes: Eher durch Zufall. Irgendwann habe ich festgestellt, dass ich immer noch mal schnell einen raushauen muss, damit die Leute lachen. Andere wichtige Dinge in der Comedy, wie das richtige Timing, lernt man mit der Zeit. Aber der Hauptgrund ist, glaube ich, dass ich ein wahnsinnig fröhlicher Mensch bin.

Sie sind Schauspielerin, Musikerin, Comedian, machen Hörbücher - was davon macht Ihnen denn am meisten Spaß?

Boes: Da möchte ich mich nicht festlegen. Meine Mama sagt immer: „Im Wechsel liegt die Erholung.“ Ich bin dankbar, dass ich diese ganzen Bereiche bedienen kann. Würde ich immer nur eine Sache machen, wäre ich dieser wohl schnell überdrüssig. Wäre ich nur auf Tour, wäre ich viel zu viel von Zuhause weg. Aber klar: Live aufzutreten, ist wahnsinnig schwer zu toppen. Da ist man am nächsten dran am Publikum.

Gibt es auch etwas, das Sie mittlerweile bereuen? Immerhin zählen Sie zu den Mallorca-Allstars...

Boes: Nein, überhaupt nicht. Das ist auch eine Schule, durch die ich gegangen bin. Ich bereue gar nichts, alles hat seine Zeit gehabt, ich habe alles mitgenommen - und wer weiß, was noch kommt. Ich habe immer schon nach dem Spaß-Prinzip gelebt.

Waren Sie dann auch privat gerne am Ballermann oder war das rein geschäftlich?

Boes: Ich würde da nicht unbedingt Urlaub machen, aber ich feiere total gerne. Außerdem sind die Leute dort entspannt: Sie haben Urlaub, sind am Strand und am Meer. Ich habe den Ballermann so erlebt, dass es dort immer wenige Aggressionen gab.

Abseits der Bühne engagieren Sie sich für soziale Projekte. Warum ist Ihnen das wichtig?

Boes: Nach dem Motto „Tu Gutes und sprich darüber“ versuche ich, mit gutem Beispiel voranzugehen. Wenn Menschen dann mitmachen und sich ebenfalls engagieren, dann ist das Ziel erreicht. Aber man darf niemanden dazu zwingen.

Fernsehzuschauer konnten Sie in den vergangenen Wochen bei der Sendung „Grill den Henssler“ in der Jury sehen. Wie sind Sie dazu gekommen?

Boes: Die Produktionsfirma hat mich gefragt. Zuerst hab ich selber überlegt, warum. Aber es bleibt eine Unterhaltungsshow und ich sehe mich in der Sendung als Stimme des Volkes, die sagt, was sie sieht und schmeckt. Die Arbeit dort hat mir total Spaß gemacht - und wir werden auch weitere Folgen drehen.

Vielleicht wurden Sie gefragt, weil Sie ein Restaurant in Essen betreiben. Kochen Sie dort auch selbst hin und wieder?

Boes: Nein, ich stand dort noch nie in der Küche. Wenn ich mal dort bin, verteile ich Kaffee und Kuchen oder backe Waffeln mit dem Waffeleisen meiner Oma Erna. Ich versuche dann, Fröhlichkeit zu verbreiten. Aber das Restaurant soll sich selber tragen. Vielleicht versuche ich mal, ein Gericht von Steffen (Henssler, Anm. der Red.) nachzukochen, aber dann brauche ich sicher Hilfe.

Haben Sie denn ein Lieblingsessen?

Boes: Ich bin eine Sushi-Fetischistin, wahrscheinlich sterbe ich irgendwann an einer Quecksilber-Vergiftung (lacht). Mit Fettfondue - also Fleisch mit Soße - kann man mir auch immer eine Freude machen. Aber mein unerfüllter Traum ist es, dass Steffen Henssler einmal Sushi für mich zubereitet.

Mirja Boes tritt mit Ihrem Programm „Auf Wiedersehen! Hallo!“ am Freitag, 14. Juni, in der Eventhalle am Westpark in Ingolstadt auf. Beginn ist um 20 Uhr.

Themen Folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Das könnte Sie auch interessieren