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Jubeltag

30.10.2018

Mit 90 Jahren immer noch fest im Sattel

Unschwer zu erkennen: Johann Kober ist leidenschaftlich gerne mit seinem Fahrrad unterwegs. Mit seinen 90 Jahren radelt er täglich verschiedene Touren. Mit dem Auto fährt er jedoch nicht mehr.
Bild: Fabian Kluge

Johann Kober, langjähriger Bürgermeister von Königsmoos, feiert am Mittwoch Geburtstag. Wofür er dankbar ist und worauf er nicht verzichten kann.

Jeden Abend setzt sich Johann Kober aufs Rad. Seine Tour führt ihn vorbei am Friedhof. Es vergehe kein Tag, an dem er nicht seine Frau Paula besucht, sagt er. Fünf Jahre ist es nun her, dass sie gestorben ist.

Sie war hauptverantwortlich dafür, dass Kober aus der Gemeinde Königsmoos nicht wegzudenken ist. Er ist in nahezu allen Vereinen vertreten, war zudem insgesamt 24 Jahre lang Bürgermeister der Kommune. Abzusehen war das jedoch nicht. Nach der Lehre arbeitete Kober im Flurbereinigungsamt in Neuburg. Dieses sollte allerdings nach Regensburg verlegt werden. „Da sagte meine Frau: ’Du kannst schon gehen, aber ich gehe sicher nicht.’ Damit war das Thema erledigt“, erinnert sich der 90-Jährige. Der Liebe wegen ist er also in der Region geblieben.

Kober mag die Natur

Nach der Geschäftsführung des Wasserverbandes wurde er 1972 schließlich Bürgermeister – dabei wollte er aufgrund der Gebietsreform zunächst nicht: „Aber es sind mehrere Bürger zu mir gekommen und haben mich bestärkt.“ In seiner Amtszeit hat sich in Königsmoos einiges getan: Alle Straßen und Gehwege sind entstanden, zudem wurden die Schule, das Rathaus und sogar der erste Kindergarten gebaut. „Wenn man ein solches Amt annimmt, hat man eben eine gewisse Verpflichtung. Außerdem konnte ich aus guten Rücklagen schöpfen“, kommentiert Kober bescheiden.

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Rückblickend auf seine Zeit als Rathauschef sagt er: „Langweilig war es nicht, es gab viel zu tun. Aber es hat mir Spaß gemacht.“ So sehr sogar, dass er erst mit 67 das Amt niederlegte: „Irgendwann will man auch seine Ruhe haben.“

Ruhe gönnte er sich als Rentner allerdings nicht. Schon immer zog es Kober dabei in die Natur, um zu entspannen, klettern oder Ski zu fahren. Zudem verreiste er mit seiner Frau Paula mindestens einmal im Jahr. „Wir waren viel in Spanien, haben Bus- und Schiffsreisen unternommen. Einmal sogar eine Kreuzfahrt durch den Atlantik und zu den Azoren.“

Kober: „Kann mich gesundheitlich nicht beklagen“

Selbst als Hobbyschreiner hat er sich versucht: „Meine Werkstatt nutzen mittlerweile aber meine Söhne“, sagt er. Fünf Kinder, sechs Enkel und zwei Ur-Enkel hat Kober. Die meisten davon wohnen in der Nähe. „Es ist immer einer da, der sich kümmert, putzt oder Gartenarbeiten erledigt“, erklärt Tochter Brigitte Seißler.

Besondere Wünsche für seinen Geburtstag hat Kober nicht: „Ich freue mich einfach, wenn viele Gäste kommen. In dem Alter muss man schon was machen.“ Noch dazu, wenn man so fit ist, wie der 90-Jährige. „Ich kann mich gesundheitlich nicht beklagen, es ist nicht selbstverständlich, keine Tabletten nehmen zu müssen.“ Deshalb wünsche er sich auch weiterhin Gesundheit – und natürlich noch viele Radtouren. Zu allen Terminen in Neuburg, immerhin acht Kilometer entfernt, radelt er. Tochter Brigitte ist zwar der Meinung, dass ihr Vater sich ein Rad ohne Querstange kaufen sollte, um leichter auf- und absteigen zu können. Der sieht das aber anders: „Noch komme ich recht gut hoch.“

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