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Neuburg

14.12.2020

Mit Horst Betscher verlor Neuburg einen leidenschaftlichen Sozialdemokraten

Aufrichtig und liebenswert:; Horst Betscher.
Bild: Winfried Rein

Plus Horst Betscher, von 1984 bis 2008 Stadtrat in Neuburg, ist gestorben. Eine Erinnerung an einen besonnenen, ehrlichen und humorvollen Menschen.

Ihm ging es wie vielen anderen auch: „Ich bin regelrecht erschrocken, als ich die Nachricht erhalten habe“, beschreibt Werner Widuckel. Der SPD-Kreisvorsitzende meint die traurige Nachricht vom Tod seines Parteifreundes Horst Betscher, eines „leidenschaftlichen Sozialdemokraten“. Er verstarb bereits vor knapp zwei Wochen im Alter von 76 Jahren. Es war der Wunsch seiner Familie, seiner Gattin Irmgard und seines Sohnes Harry, dass die Nachricht zunächst nicht in die Öffentlichkeit getragen wird. Die Urnenbeisetzung am gestrigen Montag fand im allerengsten Kreis statt.

Was seinen Beruf bei der Agentur für Arbeit und sein politische Wirken angeht, bewegte sich Horst Betscher, der in Wasserburg am Inn geboren wurde, ganz in der Tradition seines Vaters Heinz. Dieser war unter Alt-OB Theo Lauber ebenfalls Stadtrat und sogar Bürgermeister. Für die SPD brachte sich Horst Betscher 24 Jahre lang, von 1984 bis 2008) im Neuburger Stadtrat ein. Er war Fraktionsführer und erwarb sich als engagierter Marktreferent die Sondertitel „Ehren-Volksfest-Bürgermeister“ und „Ehrenschausteller“.

Von Franz Maget erhielt Horst Betscher die Willi-Brandt-Medaille überreicht

Bereits im politischen Ruhestand überraschte im September 2012 Franz Maget, zu dieser Zeit Vizepräsident des bayerischen Landtages, Horst Betscher beim traditionellen SPD-Wiesn-Fest im ehemaligen Gasthaus Assmann-Kreil. Er zeichnete das langjährige Mitglied der Neuburger SPD bei dieser Gelegenheit mit der Willy-Brandt-Medaille aus. Sichtlich gerührt nahm Betscher, seit 1974 Mitglied bei den Sozialdemokraten, die Auszeichnung damals entgegen.

In seiner aktiven Zeit als Kommunalpolitiker erwies sich Betscher als besonnen, vorausdenkend, überlegt argumentierend und, wenn es darauf ankam, auch recht hartnäckig. Er hatte seine Standpunkte, ließ sich nicht in gängige Normen pressen und war ein Sozialdemokrat aus voller Überzeugung. So ganz nebenbei investierte Horst Betscher auch viel Zeit in Ehrenämter. Wer ihn persönlich näher kannte und mit ihm ins Reden kam, fand in ihm stets einen unterhaltsamen, auf vielen Feldern kompetenten und immer auch humorvollen Gesprächspartner. „Er war ein liebenswerter, ehrlicher Mensch und ich kenne keinen, der ihn nicht gemocht hat“, erinnert sich Werner Widuckel an einen treuen Parteifreund, der auch ohne offizielles Amt noch regelmäßig die SPD-Versammlungen besuchte.

So lange es gesundheitlich ging, mischte Horst Betscher an Stammtischen beim Assmann-Kreil gerne auch die Schafkopfkarten und war immer ein großer Fan des FC Bayern München.

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