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Ingolstadt

10.01.2017

Mit „Wiener Charme“ und „Berliner Präzision“

Furios und musikalisch perfekt: Die Musiker der Wiener und Berliner Philharmoniker spielten in Ingolstadt.
Bild: Johannes Seifert

Virtuose Meisterleistung von „The Philharmonics“ im ausverkauften Theaterfestsaal zum Jubiläumsjahr.

Die Wiener Philharmoniker Tibor Kovác (Violine), Sebastian Gürtler (Violine), Ödön Rácz (Kontrabass), Stephan Koncz (Cello), Daniel Ottensamer (Klarinette), Christoph Traxler (Piano) sowie der Berliner Philharmoniker Thilo Fechner (Viola) waren beim 100- jährigen Jubiläum des Konzertvereins Ingolstadt gerngesehene Gäste.

Schon in den Namen der Musiker schwingt das Flair der versunkenen österreichisch-ungarischen Monarchie mit ihren Vielvölkergemisch, unterschiedlichen Kulturen und ihren künstlerischen Höchstleistungen. - Und so ist es fast schon ein kleines Wunder, dass sich hundert Jahre später in Wien erneut Menschen mit verschiedenen Begabungen zusammenfinden konnten, um unter dem Namen „The Philharmonics“ etwas ganz Neues zu schaffen.

Wer das Gala-Konzert - 100 Jahre Konzertverein Ingolstadt - der sieben Virtuosen nun erleben durfte, wird keinen Zweifel daran lassen, dass hier ein Ensemble zusammenwirkt, das sich musikalisch über alle Schubladen, Schranken und bornierte Ressentiments hinwegsetzt, um mit Leichtigkeit, Witz, einer Prise Wiener Charme und Berliner Präzision, vor allem aber mit einer unübertrefflichen musikalischen Reife zu agieren.

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Spielerisch reisen die genialen Musiker des vor sieben Jahren gegründeten Ensembles somit jede noch so feste Grenze nieder, um ein pulsierendes, fantasievolles und virtuoses Miteinander zu präsentieren, das authentischer wohl kaum klingen kann. Und natürlich werden die technischen Möglichkeiten der Instrumente bis ins letzte Detail ausgeschöpft. So mischen sich im Konzertverlauf Melodien aus der Fledermaus-Ouvertüre mit dem Welthit „Brasil“ oder dem Lieblingswalzer beim weltberühmten Wiener Neujahrskonzert, „An der schönen blauen Donau“.

„The Philharmonics“ spielen klassische Stücke genauso mit Herz und Seele und finden dabei deren Wurzeln in der Volksmusik Wiens und des Balkans sowie in der Klezmer- und Zigeunertradition. Und daneben sind die Musiker auch feurige Interpreten von Tango und Latin Jazz. Wenn beispielsweise Daniel Ottensamer (Klarinette) ein Pianissimo bei Astor Piazzolla (Milonga Loca) spielt, bekommt man Gänsehaut, so zart ist das - und auch als er den Klezmerton bedient, in der zu „Eleazar mazel tov“ umgewidmeten Arie aus Halévys „La juive“, dann könnte das authentischer wohl nicht klingen.

Genial auch die rasenden Geigenimprovisationen, vom Kopf der „Philharmonics“, Tibor Kovac, etwa bei Caprice, ein äußert virtuoses Werk des Paganini Schülers, Ernesto Camillo Sivor. Die intelligent wie meisterlich arrangierten Werke aus „Karneval der Tiere“ (Camille Saint-Saëns) oder Leo Weiners „Fuchstanz“, um nur einige zu nennen, die wundervoll intonierte „Arie des Don Jose“, aus Bizets Meisteroper Carmen sowie überlieferte Notationen der sogenannten „K und K-Monarchie“ - treffen ganz und gar den Nerv des Publikums, das am Ende dieses herausragenden Abends zu Recht lautstark und begeistert jubeln konnte.

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