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Vertreterversammlung

15.08.2012

Mit geballten Fäusten

Kilogrammpreis bei den Milchwerken Neuburg ist um zehn Cent gesunken. Handelsketten drücken Preise wegen fallender Nachfrage bei H-Milch

Neuburg Die Milch fließt bei der Neuburger Molkerei zwar in Strömen, doch davon profitieren die Mitglieder der heimischen Erzeugergemeinschaft derzeit nur bedingt. Rissen die Bauern bei der Vertreterversammlung vor einem Jahr noch vor Freude die Hände in die Höhe, saßen sie diesmal mit geballten Fäusten in den Hosentaschen an den Tischen des Unternehmens an der Nördlichen Grünauer Strasse. Der Preis, den sie pro Kilogramm erhalten, liegt nämlich mittlerweile rund zehn Cent unter dem des Vorjahres.

Nach dem Katastrophenjahr 2009 und einer zwischenzeitlichen Erholung ist dies ein bitterer Rückschlag für die 1600 Lieferanten. Dementsprechend heftig war auch der Unmut bei der Vertreterversammlung. Auch wenn die Ausführungen der Geschäftsführung über die Gründe des drastisch gesunkenen Milchpreises durchaus nachvollziehbar schienen, so wollten etliche der Wortmelder den Auszahlungspreis partout nicht akzeptieren. Von Konzeptlosigkeit des Managements war da die Rede und von schönen Darstellungen „die uns nichts bringen“.

Dr. Wolfgang Nuber vom Ravensburger Mutterunternehmen Omira bekannte zwar, dass man sozusagen „unter die Räder“, gekommen sei, da die Nachfrage bei H-Milch – die Neuburger Milchwerke sind dabei in Bayern führend – deutlich zurückging und die Handelsketten die Preise deutlich nach unten diktierten. Doch die Situation sei nicht nur in Neuburg fatal, sondern auch bei anderen Molkereien. Die hätten mit sechs großen Lebensmittelketten zu kämpfen. Und deren Marktmacht sei eben enorm stark.

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