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Bürgerbefragung

22.05.2015

Mit sieben „Sachen“ durchs Neubaugebiet

Das Baugebiet Straßäcker in Oberhausen wird nach dem Willen einer Mehrheit der Anwohner zur verkehrsberuhigten Zone.
Bild: Manfred Dittenhofer

Gemeinderat Oberhausen weist das Baugebiet Straßäcker zur verkehrsberuhigten Zone aus

Am Anfang stand die Bitte einiger Anwohner. Dann kamen die Begehungen mit Polizei und Verantwortlichen vom Landratsamt. Anschließend wurden gleich mehrere Infoveranstaltungen abgehalten, und da sich dabei immer noch kein klarer Bürgerwille herauskristallisierte, beschloss die Gemeinde Oberhausen eine Befragung der Betroffenen. Die Bewohner des Baugebietes Straßäcker sollten entscheiden, ob die durch das Neubaugebiet verlaufende Straße eine 30er-Zone bleiben oder aber zur verkehrsberuhigten Zone umgewandelt werden sollte.

Am Mittwoch stellte Bürgermeister Fridolin Gößl das Ergebnis der Bürgerwahl vor. Und auch die war alles andere als eindeutig – aber es gab eine demokratische Mehrheit. Zur Wahl aufgefordert zwischen 30 oder sieben Stundenkilometern Höchstgeschwindigkeit – so das maximal Erlaubte bei einer Verkehrsberuhigung – waren 125 Anwohner über 18 Jahren. Die Beteiligung lag bei rund 80 Prozent. Drei der 98 abgegebenen Stimmzettel waren ungültig. Von dem Rest sprachen sich 53 für eine Verkehrsberuhigung aus, 42 waren dagegen. Das entfachte eine neuerliche Diskussion im Gemeinderat, an der sich auch Zuhörer der Gemeinderatssitzung beteiligten. Ein Anwohner aus der Schulstraße gab zu bedenken, dass die Verkehrsberuhigung im Straßäcker auf die Umgebung Auswirkungen habe. Anton Kirner ist dort selbst Anwohner und gegen eine Verkehrsberuhigung. „Wie soll man mit sieben km/h dort bergab fahren?“ Kirner gab zu bedenken, dass in dem Neubauviertel viele Kinder auf der Straßen spielen würden. Die Eltern seien gefordert, ihre Kinder nicht dauernd dort spielen zu lassen.

Viele der Gemeinderäte haderten mit der knappen Bürgerentscheidung, wollten aber das Votum auch nicht ignorieren. So stimmte das Gremium bei zwei Gegenstimmen für eine Verkehrsberuhigung. Die Anwohner müssten damit leben, so Mini Forster-Hüttlinger. Gar nicht schlecht sei, dass dort nun ein Exempel statuiert würde. „Bei mehr gegenseitigem Respekt hätte es diese Maßnahme gar nicht gebraucht. Sonst beschweren sich die Menschen über die vielen Überregulierungen und hier muss nun reguliert werden.“ Ein besonderes Augenmerk hat die Gemeinde auf die Schulstraße. Dort sollen vor und nach der Einrichtung der Verkehrsberuhigung Verkehrszählungen und Geschwindigkeitsmessungen durchgeführt werden. Man befürchtet dort eine Zunahme des Verkehrs, vor allem wenn die Schulstraße saniert sein wird.

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