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Tradition

01.06.2015

Moritatensänger luden zum Mitsingen ein

Moritatensänger auf dem Neuburger Schrannenplatz.
Bild: Xaver Habermeier

Künstler präsentieren überliefertes Liedgut auf dem Neuburger Schrannenplatz

Früher verkauften wandernde Musikanten ihre neuesten Kompositionen in Liedflugblättern und trugen ihre Ereignislieder und Balladen landauf, landab auf öffentlichen Märkten vor. Seit 1990 lassen die „Moritatensänger des Bezirks Oberbayern“ diese Tradition wieder aufleben. Nach Neuburg kommen die Künstler um Vollblutmusiker Ernst Schusser auf Einladung des Kulturamts seit 2008. Am vergangenen Samstagvormittag war es wieder so weit.

Da schmetterten die Moritatensänger aus vollem Herzen zusammen mit Frauen und Männern aus der Region inmitten des Wochenmarkttreibens auf dem Schrannenplatz überliefertes Liedgut. Die leidenschaftlichen Musiker des Bezirks Oberbayern wurden in der Ottheinrichstadt herzlichst begrüßt. Zum Beispiel von Hans Huber aus Ludwigsmoos, der beim Austeilen der Liedhefte, die jeder Interessierte bekommen hat, sofort zugriff. „Die Moritatensänger sind jedes Jahr eine lieb gewordene Tradition. Zwei Stunden lang mitsingen und Spaß haben“, sagte Huber. Als Besonderheit erinnerten die ehrenamtlichen Musiker an Stücke des inzwischen verstorbenen Neuburger Bäckermeisters Anton Göbel. Im Jahre 2003 besuchte Schusser den damals 95 Jahre alten Göbel. „Er sang uns auswendig aus einem Repertoire von circa 100 Liedern vor“, erzählte der Leiter der Moritatensänger. Einige der Stücke lässt die Gruppe heute noch gerne erklingen.

Schusser hatte den Neuburgern gleich zu Beginn versprochen, dass spätestens nach zwei Stunden auf dem Schrannenplatz alle locker drauf sein würden. Trotz zeitweise leichten Regens wurde die Menschentraube um die Musikanten immer größer. Mit dabei war Stadtrat Alfred Hornung. „Das ist eine schöne Brauchtumpflege, die Musik kommt nicht aus irgendeiner Lederhose, sondern von Herzen, unverfälscht und pur“, sagte Hornung. Eröffnet hatte die Gruppe den Reigen an überlieferten Stücken mit einem Lied, dass laut Schusser auch Uli Hoeneß gerne hört. Das Stück „Nur die Freiheit ist das Paradies“ sowie „Freinderl kennst du das Haus“. Alle Lieder haben zwei Titel, so auch: „Ein Mädchen wollte früh aufstehen“ oder „Die Brombeerpflückerin“. Der Text erzählt von einer jungen Frau, die im Wald dem Förstersohn begegnete und mit dem Refrain endet: „Wenn einer ein schönes Maderl hat, der lasst es nicht in den Wald“ und „Wenn einer eine böse Schwiegermutter hat, der schickt sie in den Wald“.

Weil die Neuburger so schön mitgesungen haben, wollen die Moritatensänger nächstes Jahr wiederkommen. (xh)

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