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Rezension

23.02.2015

Musik, die pulsiert und schwingt

Debütkonzert: Michael Guttman leitete erstmals als Gastdirigent das Georgische Kammerorchester. Auch als Solist beeindruckte er im Theaterfestsaal.
Bild: js

Michael Guttman erstmals am Pult des Georgischen Kammerorchesters

Michael Guttman zählt zu den gefragten Violin-Solisten weltweit. Auch als Dirigent und künstlerischer Leiter ist der in New York ausgebildete Künstler mittlerweile bestens etabliert. Unter dem Motto: „Sentimental Suites“ stand er erstmals am Pult des Georgischen Kammerorchesters und beeindruckte im Konzertverlauf besonders auch als Violin-Solist bei den dargebotenen Werken von Vivaldi (E-Moll-Konzert, La Stravaganza) sowie Mendelssohn Bartholdy (Konzert in d- moll).

Gleich beim Auftaktwerk, Mozarts Divertimento in D-Dur, schenkt Michael Guttman dem Orchester den nötigen Freiraum für die wundervolle Entfaltung der Töne, setzt dynamische Akzente und gibt damit den einzelnen Sätzen Form und Stil. Bei Mozart war das Divertimento wohl ursprünglich für Streichquartett notiert. Aber auch in üppiger Kammermusikbesetzung fand dieses Werk mit den vielen ausdrucksstarken, gleichermaßen dominanten Phrasen besten Anklang beim Publikum.

Wie gegensätzlich die beiden Werke für Violine von Vivaldi und Mendelssohn Bartholdy gesetzt sind, wurde im Verlauf des Abends ebenso sehr schnell deutlich:

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Vor allem bei den jeweils langsamen Sätzen bringt Michael Guttman, lange Zeit von seinem verstorbenen Mentor Isaac Stern gefördert, seine „Guarneri del Gesú-Geige“ aus dem Jahre 1715 in besonderer Manier zur Geltung. Er lässt den Melodien einen weiten Raum, sich zu entfalten. Bei Vivaldi wirkt trotz Unstimmigkeiten und etwas unzulänglicher Akkuratesse nichts aufgesetzt, sondern viel mehr natürlich und klangintensiv. In den temporeichen Passagen kämpft der renommierte Geiger wahrlich, um den Charakter der doch weitgehend bekannten aber auch höchst anspruchsvollen Kompositionen zu vermitteln: Viele schnelle Sätze waren ursprünglich Tänze. Diese Art von Musik, besonders bei Mendelssohn Bartholdy hüpft, schwingt und pulsiert.

– Und hier ist auch das Georgische Kammerorchester wieder ganz im Element, um diese beseelte und gefühlvolle Musik einmal mehr differenziert und konzentriert zu kredenzen.

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