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16.03.2009

Mut zum Selbst und zum Experiment

Neuburg (vm) - Der Canal Grande in Venedig, Ausflugsdampfer dümpeln vor der Kulisse des Markusplatzes und des markanten Campanile. In der Mitte ein Wal, der lächelnd einen riesigen rot-weißen Rettungsring anbeißen will, daneben ragen Rückenflossen von Haien aus dem Wasser. Das Bild stellt eine künstlerische, freilich nicht ganz ernst gemeinte Apokalypse dar - sie stammt aber nicht von einem namhaften protestierenden Künstler, der die Welt verbessern will. Sie ist vielmehr eine Fantasie-Kollage von einem elfjährigen Burgheimer Buben. Tobias Fischer hat den Malkurs des Neuburger Kunstkreises besucht. Mit Erfolg, wie ihm zahlreiche Besucher der Vernissage im Loiblhaus am Freitag bescheinigten.

In der Jugend liegt die Zukunft

In der Jugend liegt unsere Zukunft: Mit dieser Meinung liegt die Neuburger Künstlervereinigung, die heuer ihr 30-jähriges Bestehen feiert, wohl richtig. Wie zielgerichtet die Entscheidung für einen Kindermalkurs war, beweist die hohe Qualität der Exponate. Sie zeigt aber auch, mit welch innerer Vehemenz Kunstmalerin Karin Roth aus Königsmoos, Gisela Struck und Helga Schmidt aus Oberhausen an das Projekt herangegangen sind. "Eine Sensation", befindet Vorsitzende Sissy Schafferhans beim Vorzeigen der Exponate. Ihr sei die Arbeit mit dem Nachwuchs immer schon ein besonderes Anliegen gewesen: "Wir müssen die Jugend mit ins Boot holen, sie fördern und sie verstehen!"

Dieses Denken wurde auch dadurch verdeutlicht, weil sie ein junges Musikduo engagiert hatte: Christine Wiederer (Herrenwörth) auf der Querflöte und Alexander Reissig ( Wellheim) mit seiner Gitarre - beide vom Gabrieli-Gymnasium in Eichstätt - sorgten zur Freude der Gäste für musikalische Akzente mit Mittelalter-Folkmusic.

Mut zum Selbst und zum Experiment

Etwas fürs Leben mitnehmen

Die Vorstellungen der Organisatoren sind bei den Teilnehmer angekommen, denn mehrere Kinder haben sich schon für den nächsten Kurs angemeldet. "Ich hoffe, dass Ihr etwas mit fürs Leben mitnehmt und die Kunst nicht gleich wieder vergesst, sondern dass Ihr Euch weiter entfaltet, an Euch arbeitet und vielleicht sogar Mitglied bei uns werdet", wandte sich die Vorsitzende an jene Kinder, die jetzt ihre Arbeiten vorlegten.

Damit hätten diese auch neben ihrer Schularbeit etwas Sinnvolles in ihrer Freizeit getan, denkt Sissy Schafferhans. Und: "Bildende Kunst ist ein Weg, eigene Ideen umzusetzen, sich darzustellen und sein eigenes Ding zu machen. Wer sich auf diesen Weg macht, zeigt Mut zur Selbstwirksamkeit und zum Experimentieren."

Das Bild, das Lorenz Eller (13) beispielsweise vorlegt, zeigt mehrere Flächen und verschiedenen Gesichtsausdrücke, es gleicht einer Karikatur. Der 13-Jährige besucht die Hauptschule in Rennertshofen und ist mit Begeisterung bei der Sache. "Ich zeichne halt gerne, vor allem gerne Köpfe, die Vorlagen hole ich mir aus Zeitschriften." Er habe aber jetzt im Malkurs des Kunstkreises noch manch anderes gelernt, berichtet er: Kollagen, Spritztechniken und eine richtige Bildaufteilung, das alles habe großen Spaß gemacht. Hanar Hupka denkt nicht viel anders: Die 13-Jährige geht auf Descartes-Gymnasium, sie malt halt gerne und wird darin von ihrer Mutter bestärkt. "Ich mache wieder mit", verspricht sie.

Der Kunstkreis stößt mit seinem Angebot für Kinder in eine "Marktlücke". Vorsitzende Sissy Schafferhans vermutet, dass in den vergangenen Jahren der Kunstunterricht in den Schulen abgenommen hat, vor allem bei Gymnasien infolge der neuen G-8-Regelung. Sie freue sich umso mehr, dass ihr Verein nun im Loiblhaus eine Bleibe gefunden hat, in der Arbeit mit dem Nachwuchs möglich ist. Für den Herbst sei zusätzlich ein Fotokurs geplant, in dem Jugendliche ab zwölf ihre Kreativität mit der Kamera entwickeln können. "Kommentar Seite 27

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