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14.07.2010

Mutters Sommerkonzert - ein Traum

Mutters Sommerkonzert - ein Traum

Ingolstadt Ein Konzert wie ein Traum: Der Zeit enthoben und ihr gleichermaßen entrückt erklangen die Violinsonaten von Johannes Brahms im Festsaal des Ingolstädter Stadttheaters. Gespielt von Anne Sophie Mutter in schier unübertrefflicher Klangmagie.

Einen ganzen Abend Brahms - das kann sich nur leisten, wer drei Werken des gleichen Komponisten im je gleichen Genre so intensive Nuancen abgewinnt, dass der Spannungsbogen nicht nachlässt. Anne Sophie Mutter verfügt über ein derart differenziertes Ausdrucksspektrum auf der Violine, dass es wohl auch für noch mehr dieser wunderbaren Violinsonaten gereicht hätte. Es gibt halt nur die drei. Vor der Pause gaben Anne Sophie Mutter und ihr seit vielen Jahren bewährter Duopartner Lambert Orkis die beiden ruhigeren, pastell getönten Sonaten Nr. 2 A_Dur op. 100 aus dem Jahr 1886 und die sechs Jahre ältere Nr. 1 G-Dur.

Mit zartem Bogen haucht die Virtuosin über die Saiten, gefühlvoll und behutsam, zugleich in einer Ausdrucksintensität, die selbst dem leisesten Pianissimo noch einen individuellen Klangcharakter verleiht. Jede noch so kleine Nuance entfaltet ein größtmögliches Ausmaß an feinsinniger Wirkung, stets wohl balanciert und in jeder Hinsicht dem ideal einer Schönheit gewidmet, deren Kraft in schierer Konzentration auf den Kern der Musik liegt. Das Zusammenspiel mit Lambert Orkis unterstreicht die Souveränität und Klarheit des Vortrags noch. Orkis spielt als nachgerade idealer Duopartner in eigenständiger Hingabe an den gemeinsamen Ausdruck. Beide spielen wie aus einem Guss, der dichte Klaviersatz und die zarte Melodiestimme verflechten sich zu einem so transparenten wie lebendig duftigen Gewirk.

Nach der Pause erklang die Sonate für Klavier und Violine Nr. 3 d-Moll op. 108 (1889), kraftvoller, zugleich düsterer und weniger tröstlich, in weniger gedeckten Farben. In bravouröser Hingabe spielten Anne Sophie Mutter und Lambert Orkis dieses unvergesslich schöne Werk, bevor sie mit Brahms ungarischem Tanz Nr. 5 und der Meditation aus Thais von Jules Massenet einen Abend beschloss, den so schnell niemand vergessen wird.

Es war der definitive Höhepunkt der Audi Sommerkonzerte des Jahres, zumindest bisher. Er dürfte kaum zu übertreffen sein.

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