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Neuburg/Kufstein

22.02.2014

Nach Mord an Franziska: Kripo prüft Parallelen zu Fall in Tirol

Die 20-jährige Studentin Lucile wurde Mitte Januar in Tirol erschlagen. Ein Täter ist bisher nicht gefunden.
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Die 20-jährige Studentin Lucile wurde Mitte Januar in Tirol erschlagen. Ein Täter ist bisher nicht gefunden.
Bild: Polizei

Im Januar wird in Kufstein eine Studentin erschlagen. Die Kripo Innsbruck will jetzt die DNA von Stefan B. Denn es gibt auffallende Parallelen zum Mord an Franziska in Neuburg.

Der Mord an der zwölfjährigen Franziska in Neuburg interessiert jetzt auch die Kriminalpolizei in Innsbruck. Sie hat den Verdacht, dass ein Zusammenhang mit einem Verbrechen in Tirol bestehen könnte.

Die 12-Jährige Franziska wurde vergewaltigt und ermordet. Ein vorbestrafter 26-Jähriger hat die Tat gestanden. Reaktionen aus Neuburg.

Seit dem 12. Januar ermittelt die Polizei in Österreich im Fall eines Tötungsdelikts an einer 20 Jahre alten Studentin aus Frankreich. Die junge Frau wurde im Stadtbereich von Kufstein erschlagen und am Ufer des Inn gefunden. Die Kriminalpolizei schließt ein Sexualverbrechen nicht aus.

Die Ermittler in Österreich sehen Parallelen zum Mordfall Franziska und insbesondere zu Stefan B., der gestanden hat, die Zwölfjährige aus Möckenlohe heute vor einer Woche an dem Baggersee bei Zell erschlagen zu haben. Die Kriminalpolizei Ingolstadt geht davon aus, dass es auch zu einer Sexualstraftat gekommen ist. Die Taten in Österreich und Bayern ähneln sich also in diesen Aspekten. Und es gibt noch weitere. Manches Detail könnte zu Stefan B. aus Neuburg passen.

Denn der ist seit mehr als einem Jahr Mitglied einer rechtsextremen Facebook-Gruppe aus Österreich und gab sich dort – wie in seinem persönlichen Facebook-Profil – als bekennender Nazi aus. Außerdem war Stefan B. in München in der Tuningclub-Szene unterwegs. Und deshalb fällt der Kripo Innsbruck die Tatwaffe beim Mord in Kufstein ins Auge. Denn dabei handelt es sich um ein stabiles Eisenrohr, mit dem die Studentin brutal erschlagen wurde. Mit einem solchen Rohr bedient man Wagenheber oder Hydraulikpumpen an Lastwagenführerhäusern. So ein Teil hat im Grunde nahezu jeder in der Werkzeugkiste, der Autos oder Motorräder repariert oder umbaut. Das Rohr wurde später von Tauchern im Inn gefunden. Es lag in Wurfweite von der Leiche entfernt auf dem Flussgrund. Alle Spuren daran dürfte das Wasser weggespült haben.

Österreichische Polizei sieht genug Gründe zur Überprüfung

In der Gesamtschau der Einzelaspekte sieht die Kriminalpolizei Innsbruck so viel Substanz, „dass es uns das wert ist, alles zu überprüfen“, sagte Oberst Walter Pupp, Leiter des Landeskriminalamts Tirol, gestern unserer Zeitung. „Beim ersten Drüberschauen gibt es vielleicht nicht so viel Auffälliges, aber das heißt noch gar nichts“, fügt er an und nennt weitere Überlegungen: Stefan B. sei zum Zeitpunkt der Tat in Kufstein nicht in Haft gewesen und hätte eine hohe Mobilität gehabt, weil er ein Auto besaß. Zudem seien beide ermordeten Mädchen Zufallsopfer gewesen.

Ein Absperrband der Polizei hängt am 17.02.2014 an einem Baum am Rathei-Weiher zwischen Zell und Karlshuld bei Neuburg a.d. Donau (Bayern), wo Spaziergänger am Vortag eine Leiche gefunden haben. Ein zwölfjähriges Mädchen ist dort Opfer eines Gewaltverbrechens geworden. Ein Verdächtiger wurde festgenommen, schweigt aber. Foto: Andreas Gebert/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++
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Der Mord an der zwölfjährigen Franziska
Bild: Andreas Gebert, Xaver Habermeier

Stark genährt wird der Verdacht der Kripo Innsbruck auch durch ein Phantombild, das nach dem Mord in Kufstein an die Medien gegeben wurde. LKA-Leiter Walter Pupp sieht nach dem Abgleich mit Fotos von Stefan B. „durchaus Ähnlichkeiten“. Das Phantombild kam auf einen Steckbrief. Es gingen 300 Hinweise ein. Auf die Ergreifung des Täters wurden 10 000 Euro Belohnung ausgesetzt.

Die Polizeidienststellen arbeiten jetzt zusammen

Die Kriminalpolizeidienststellen in Innsbruck und Ingolstadt arbeiten jetzt zusammen. Die Österreicher haben laut Pupp von ihrem Mordfall DNA-taugliche Spuren sichergestellt. Die sollen jetzt mit der DNA von Stefan B. abgeglichen werden. Das Ergebnis könnte aber erst in einigen Wochen vorliegen.

Ob auch die Ermittlungsbehörden in Ingolstadt Zusammenhänge sehen, ist unklar. Leitender Oberstaatsanwalt Helmut Walter gab sich gestern sehr bedeckt: „Zum derzeitigen Ermittlungsverfahren im Mordfall Franziska und möglichen Weiterungen geben wir keine Auskunft.“

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