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Neuburg

31.01.2020

Nach der Posse um Höschele: Chaos in der Neuburger CSU

Gerät die Neuburger CSU aus den Fugen? Die Posse um Listenkandidat Robert Höschele lässt die Partei nach wie vor nicht los. Nun ist sogar die Polizei eingeschaltet.
Foto: Peter Kneffel, dpa (Symbolbild)

Plus Die CSU distanziert sich von den vermeintlichen Äußerungen des Stadtratskandidaten Robert Höschele. Dieser spricht von einer „Hexenjagd“ – und erstattet Anzeige.

Die Posse um Stadtratskandidat Robert Höschele und die Neuburger CSU geht in die nächste Runde. Dabei geht es um seine vermeintlichen Äußerungen über die „35.000 Gasköpfe“, die im „Provinzloch Neuburg“ leben (wir berichteten). Diese soll er nach einer CSU-Veranstaltung in Bergen gegenüber einer 25-Jährigen getätigt haben. Nun distanziert sich die Neuburger CSU erneut deutlich von ihrem Mitglied in Form einer Pressemitteilung.

So reagiert die Neuburger CSU auf Höscheles vermeintliche Äußerungen

Diese lautet im Wortlaut wie folgt:

„Die Berichterstattung über die Äußerungen von Robert Höschele im Nachgang einer CSU-Veranstaltung in Bergen haben die Kandidaten und die Vorstandschaft der Neuburger CSU tief betroffen gemacht. Die CSU Neuburg distanziert sich klar von derartigen Äußerungen. „Das ist nicht unsere Meinung und nicht unser Stil. Wir bitten alle, die sich durch Herrn Höscheles Verhalten gekränkt fühlen um Verzeihung“, so CSU Ortsvorsitzender Matthias Enghuber.

Die CSU hat in den letzten Tagen versucht, mit Höschele ein persönliches Gespräch zu führen, das leider nicht zu Stande kam. Da es der Partei aus kommunalwahlrechtlichen Gründen nicht möglich ist, den Kandidaten von der bereits offiziell eingereichten Bewerberliste für den Stadtrat zu streichen, hat die CSU Höschele aufgefordert, von seiner Kandidatur zurückzutreten, was dieser aber ablehnte. Dass sich Höschele durch seine Äußerungen auch parteiintern ins Abseits manövriert hat, wurde ihm klar mitgeteilt. Im engen Schulterschluss wollen die anderen 29 Stadtratskandidaten der CSU nun daran arbeiten, den Focus wieder auf die Diskussion um die programmatischen Ziele für die kommenden Jahre zu lenken.“

Robert Höschele geht auf den CSU-Ball in Neuburg am Samstag

Höschele widerspricht dem Inhalt der Pressemitteilung an einigen Stellen jedoch vehement. Sein größter Kritikpunkt: Die CSU spreche nicht von vermeintlichen Äußerungen, dabei dementiert Höschele bis heute, dass er Neuburg und seine Einwohner beleidigt hat. Der Listenkandidat spricht von einer „Vorverurteilung“ und einer „Hexenjagd“ gegen seine Person. Dass es der Führungsriege der Neuburger CSU zudem nicht gelungen sei, Höschele zu erreichen, sei gar eine Lüge, sagt der Heinrichsheimer. „Ich war Mittwochabend in Feldkirchen bei einer CSU-Veranstaltung. Da ist die Führungsriege davor zu mir gekommen und hat mich zum Rücktritt aufgefordert.“ Dieser Forderung sei er jedoch nicht nachgekommen.

Auch Höscheles Anwalt habe ihm von einem Rücktritt abgeraten und stattdessen den Vorfall als „irrsinnigen Schwachsinn“ bezeichnet. Das Krisenmanagement der CSU bezeichnete der Listenkandidat erneut als „traurig“. Höschele sei zudem das Rederecht auf CSU-Veranstaltungen entzogen worden. Am Freitagmittag nahm der Fall dann die nächste Wendung: Höschele hat die beteiligte 25-Jährige, die die Ereignisse in Bergen an die CSU-Geschäftsstelle weitergeleitet hatte, bei der Polizei angezeigt. Bisher habe sie nicht auf seine Versuche, mit ihr zu reden, reagiert. Dennoch sei er weiterhin gesprächsbereit, um „den idiotischen Abend auf Stammtisch-Niveau Revue passieren zu lassen“. Die Sache liegt nun also bei den Anwälten. Trotz der Querelen will der Stadtratskandidat am Samstagabend auf den CSU-Ball gehen.

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