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Serienstart

11.01.2019

Nächste Runde! Der Seniorenball in Neuburg ist ein Erfolg

Flott und voller Freude tanzten Neuburgs Senioren am Silvesterball. Das Format soll in die nächste Runde gehen.
Bild: Xaver Habermeier

Für den ersten Teil unserer Serie über die Aktivitäten des Seniorenbeirats begleiteten wir den Silvesterball. Und erlebten pure Leidenschaft und ein Format, das nach einer Fortsetzung schreit.

Der Klassiker „Rote Rosen“ von Freddy Beck ertönt aus den Lautsprechern im Festsaal der Rennbahn und gleich nach den ersten Tönen setzt DJ Sepp die Aufforderung „Damenwahl“ drauf. Keine Minute später ist das Parkett beim Seniorenball am Silvesterabend proppenvoll. Die 120 Gäste tanzen, feiern und ein bisschen flirten ist bei Singles auch dabei. Aber nicht nur die Premiere zum Jahreswechsel, ins Leben gerufen vom Seniorenbeirat der Stadt Neuburg, ist ein Volltreffer. „Das ganze Jahr über ist der Seniorentanz, zweimal im Monat hier in der Rennbahn, sehr beliebt“, schwärmt die Vorsitzende des Seniorenbeirats, Renate Wicher.

Für das Organisationsteam mit Wicher sowie Marlene und Günter Walter ist Tanzen beliebte Bewegung und Therapie zugleich. Mit Blick in die Gesichter an Silvester eine sehr schöne und zufriedenstellende Angelegenheit. Ehepaare, Tanzpaare, aber auch Singles beherrschen die Schritte zum Discofox, Walzer, Cha-Cha-Cha oder Jive. „Viele Senioren in unserer Stadt sind tänzerisch aktiv und gut drauf“, freut sich Wicher und verspricht weitere Auflagen des Silvesterballs. „Binnen weniger Wochen waren für die Premiere alle Karten weg und schon jetzt gibt es Nachfragen nach einer Wiederholung“, betont sie.

Die Senioren tanzen nicht nur auf dem Silvesterball

Sei es beim Seniorenball an Silvester oder an den Tanznachmittagen das ganze Jahr über: Einer dreht dabei mit seinen fast 80 Jahren besonders auf. Die Rede ist von DJ Sepp, der eigentlich Josef Eichinger heißt. Der ehemalige Gastronom des legendären Tanzlokals Galina hat nach der Pensionierung seine Leidenschaft als Discjockey neu entdeckt. Er legt zweimal die Woche im Tanzcafè Maratonga in München auf. Aber auch gerne zuhause in Neuburg, etwa beim Seniorentanz in der Rennbahn.

Die besten Bilder des Silvesterballs für Senioren in der Rennbahn.
20 Bilder
Silvesterball des Seniorenbeirats in der Rennbahn
Bild: Xaver Habermeier


Egal ob vor mehreren hunderten Gästen in der Landeshauptstadt oder vor heimischem Publikum mit durchschnittlich 50 bis 60 Senioren: „Deutsche Schlager oder melodische Oldies gehen immer“, sagt er. Seine Anmoderationen zu einer Band und den Songs sind beliebt. Er scheint ein unbeirrbares Gespür dafür zu haben, was die Leute hören wollen und zu welchem Takt sie sich schließlich über die Tanzfläche bewegen. Am Mischpult und Laptop, in dessen Rechner er laut seiner Schätzung eine Million Titel zur Auswahl hat, blüht er auf. „Das größte Kompliment für mich ist, wenn die Tanzfläche so richtig voll ist“, strahlt er. Für den passionierten Discjockey sei das Tanzen keine Frage des Alters, sondern eine der Hingabe. Damit dabei niemandem die Puste ausgeht, legt er Liederserien im Dreierpack auf. „So wie in früheren Zeiten, da war das auch so – und man kann in den kurzen Pausen ratschen oder den Tanzpartner oder -partnerin wechseln“, sagt er.

Der Silvesterball in der Rennbahn zieht Gäste aus nah und fern an

Schon erklingt „Herzschlag für Herzschlag“ von den Kastelruther Spatzen und anschließend „Mississippi“ von Pussycat aus den Boxen. Es menschelt auf dem Parkett und nach drei Liedern wieder an den Tischen. Und wenn bei der nächsten Runde nicht mitgetanzt wird, dann singen die Frauen und Männer reiferen Alters bekannte Lieder mit, erinnern sich an die Zeit, in der sie jünger waren. „Meine Frau und ich tanzen gerne und unterhalten uns gerne. Und deswegen ist es für uns hier die ideale Veranstaltung“, so schätzt Alfons Billmair aus Sehensand den Tanzabend zum Jahreswechsel ein. Ludwiga und Manfred Henn aus Rosing sind alleine hier. „Hier findet man schnell Anschluss und was uns besonders gefällt, ist die schwungvolle Musik, zu der wir gerne tanzen“, freut sich Ludwiga, die mit ihrem Mann nicht nur an Silvester tanzt, sondern das ganze Jahr über Veranstaltungen dieser Art besucht. Das Gleiche gilt einen Tisch weiter für Georg Lützl, Walter Egen, Max Brachard oder beispielsweise Dieter Wilsch.

Wie oft getanzt wird, oder zu welchen Liedern, das ist je nach Teilnehmer unterschiedlich. „Früher haben wir keine einzige Tanzrunde ausgelassen, heute ist das nicht mehr so“, sagt der 86-jährige Fritz Eppinger. Seine Frau Anni ist ein Jahr jünger, nickt und setzt drauf: „Hauptsache wir sind dabei, ziehen uns was Schickes an, kommen von zuhause raus, treffen Leute, haben Spaß am Tanzen und das hoffentlich noch viele Jahre.“ Überhaupt denkt hier in der Rennbahn niemand an das Aufhören in Sachen Tanzen. Und auch für DJ Sepp ist noch lange nicht Schluss. „Das mache ich hier in Neuburg und in München so lange, wie ich eine Leidenschaft verspüre.“

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