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Neuburg-Schrobenhausen

29.09.2020

Nahverkehr im Landkreis: Zwischenbilanz stößt auch auf Kritik

Das Neuburger Stadtbus-System schneidet gar nicht schlecht ab.
Bild: Manfred Dittenhofer

Plus Seit zwei Jahren wird an einem Nahverkehrskonzept für Neuburg und den Landkreis gefeilt. Konkret getan hat sich bislang noch wenig.

Knapp 50 Kreisräte, Bürgermeister und Stadträte aus Neuburg waren der Einladung gefolgt. Sie alle wollten wissen, wie weit die Nahverkehrsplanung des Landkreises Neuburg-Schrobenhausen und der Stadt Neuburg inzwischen vorangekommen ist. Seit zwei Jahren wird an dem Konzept gefeilt. Am Montagnachmittag stellte Erik Meder von der Gevas Ingenieursplanungsgesellschaft für Verkehrsplanung und Verkehrstechnik den letzten Stand des Konzeptes vor. So ganz zufrieden damit waren nicht alle Zuhörer.

Die Basisarbeit für die Nahverkehrsplanung ist abgeschlossen: Die Bestandsaufnahme liegt vor und die Umfragen bei den Gemeinden, den Verkehrsunternehmen und unter den Bürgern ist ausgewertet. Die Gevas Ingenieursgesellschaft definierte Grenz- und Richtwerte für Taktung und Schnelligkeit. Vor allem zu Hauptverkehrszeiten leidet die Pünktlichkeit, denn in Neuburg und Schrobenhausen stehen auch die Busse im Stau. Deshalb schlagen die Busunternehmen den Bau von mehr Kreisverkehren in der Ottheinrichstadt vor. Den Gemeinden fehlt nicht nur die Anbindung der Ortsteile, sondern auch regelmäßigere Verbindungen nach Neuburg und Schrobenhausen.

Kritik am ÖPNV: Fehlende Wartehäuschen, unverständliche Fahrpläne

Dagegen ist den Bürgern vor allem die Koordination der beiden Busunternehmen untereinander und mit der Bahn wichtig. Knapp 1800 Personen haben sich an der Befragung beteiligt. Auch werden Lücken im Fahrplan bemängelt. Besonders dünn sei dieser an den Wochenenden. Das empfinden auch einige Gemeinden so. Weitere Mankos seien fehlende Wartehäuschen und schwer verständliche oder gar fehlende Fahrpläne an den Haltestellen. Dazu sehen über die Hälfte der Befragten betriebliche Probleme beim ÖPNV. Und zwischen Neuburg und Schrobenhausen gebe es keine getaktete Busanbindung.

Bei der Infrastruktur gebe es einiges zu tun, so der Gevas-Mitarbeiter. Rund 750 Bushaltestellen im Landkreis wurden hierzu erfasst. Das Ergebnis ist ein Haltestellenkataster, in dem nicht nur die Standorte, sondern auch deren Zustand erfasst wurden. Und damit kam Erik Meder auf einen wichtigen Punkt zu sprechen - die Barrierefreiheit. Dabei sollte nicht nur die Haltestelle selbst, sondern auch der Weg dorthin berücksichtigt werden. Mit der Novellierung des Personenbeförderungsgesetzes müssen Haltestellen ab 1. Januar 2022 barrierefrei sein. Für den Begriff „barrierefrei“ gebe es allerdings noch keine allgemeingültige Definition, so Erik Meder. Weitere Schwachstellen sind die Umsteigezeiten zwischen Bus und Bahn und die Beförderungszeiten durch die häufig weiteren Wege der Buslinien.

Gemeinden im Landkreis sollen Prioritäten ermitteln

Kreisrat Bernhard Hildebrandt wollte wissen, ob ein höherer Takt auch mehr Akzeptanz für den Nahverkehr bringe. Grundsätzlich werde ein besseres Angebot auch häufiger genutzt, so Meders Antwort. Aber es gehöre mehr dazu als nur der Takt. Kreisverkehrsreferentin Karola Schwarz appellierte an die Gemeinden, ihre Prioritäten bei Anschlüssen und Zeiten zu ermitteln.

Schwer enttäuscht war Thomas Wagner. Der Bürgermeister der Gemeinde Brunnen hatte sich von der Informationsveranstaltung mehr erwartet. „Seit Jahren reden wir über eine Verbesserung des öffentlichen Nahverkehrs und wir sind noch keinen Millimeter weiter.“ Außer dem Schülerverkehr, kritisierte Wagner, gebe es auf dem Land oft gar keine Verbindungen.

Der Gevas-Mitarbeiter verwies auf die kommenden Arbeitskreissitzungen, in denen dann nach der nun erfolgten Bestandsaufnahme und dem Aufdecken der Schwachstellen die Ziele formuliert werden. Um diese zu realisieren, könnten dann entsprechende Maßnahmen ergriffen werden.

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