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Rennertshofen

16.11.2017

Namensgebung mit Hindernissen

Mit einem weinenden und einem lachenden Auge stimmten die Mitglieder des ehemaligen Festspielvereins für dessen Auflösung.
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Mit einem weinenden und einem lachenden Auge stimmten die Mitglieder des ehemaligen Festspielvereins für dessen Auflösung.
Bild: Michael Geyer

Historischer- und Festspielverein in Rennertshofen fusionierten. Erst im zweiten Anlauf erzielten die Mitglieder des neuen Vereins eine Einigung, die alle zufrieden stellte.

„Heute haben zwei geheiratet“ und „jeder darf sein Hobby weiterpflegen.“ Mit diesen Worten fassten Josef Dess als Vertreter des ehemals Historischen Vereins und Alexander Blei als Sprecher des ehemaligen Festspielvereins das Ergebnis der Versammlung von 36 Mitgliedern aus beiden Vereinen im Herrenhof in Rennertshofen zusammen. „Historischer- und Festspielverein“ lautet der mühsam errungene Kompromiss.

Nachdem die Fusion bereits am 17. Juli auf der Mitgliederversammlung von 69 Mitgliedern beider Vereine bei nur drei Gegenstimmen beschlossen worden war, war nun aber nach Auskunft des Notars eine „Fusion“ durch „Auflösung und Übertragung des Vermögens im Wege der Einzelrechtsnachfolge sowie neuer Aufnahme der einzelnen Mitglieder des übertragenden Vereins“ notwendig. Der Vorstand hatte sich für diesen Ablauf entschieden, da die Kosten und der Aufwand bei einer Verschmelzung laut Umwandlungsgesetz zu hoch seien. Die Auflösung und Vermögensübertragung segneten die 28 anwesenden Mitglieder des Festspielvereins bei einer Gegenstimme dann auch zügig ab. 20 von ihnen hatten auch die Mitgliedschaft im Historischen Verein und taten sich so mit ihrer Entscheidung von vorneherein nicht schwer. Sieben Festspielvereinsmitglieder traten auch gleich zum neuen Verein über. Beim Thema Satzungsänderung begründete Vorsitzender Alfred Bircks die Schaffung von gleich zwei stellvertretenden Vorsitzenden damit, dass sowohl der Historische Verein als auch der Festspielverein mit einem Stellvertreter repräsentiert werden sollten. Zukünftig werde auch die Mitgliederversammlung über Zeit und Ort einer Festspielaufführung nach Vorschlag des Vorstands entscheiden. Mit fünf Gegenstimmen und einer Enthaltung wurde die Satzungsänderung beschlossen.

Weitaus mehr Zeit als vorgesehen beanspruchte die Entscheidung, wie der neue Verein denn heißen solle. Sieben Vorschläge aus den Reihen der Mitglieder standen zur Auswahl. Nicht besonders glücklich war jedoch die Entscheidung der Versammlung für den etwas ungewöhnlichen und spontan entschiedenen Wahlmodus: Jedes Mitglied konnte aus den sieben Vorschlägen drei auswählen und dabei sogar häufeln, also seinem Namensfavoriten bis zu drei Stimmen geben. Heraus kam der „Kultur-Historische Verein“. Dieses Ergebnis brachte jedoch die Festspielfreunde auf den Plan, also stimmte man noch einmal ab: Aus den drei besten Ergebnissen konnten die Wähler dann in einem zweiten Wahldurchgang ihren Favoriten bestimmen. Jetzt stand plötzlich der „Kultur- und Festspielverein“ als Sieger da. Das führte schließlich zu einer Diskussion, die lieber vor dem ersten Wahlgang durchgeführt worden wäre. Die einen mahnten an, dass der Namensteil „historisch“ als ursprüngliches Vereinsziel nicht verloren gehen dürfte, die anderen hätten auf jeden Fall den Teil „Festspiel“ gerne im neuen Vereinsnamen gehabt. Darüber hinaus gab es Bedenken, zum einen, weil der Namensteil „Kultur“ auch Erinnerungen an die ehemalige DDR wecken könne, zum anderen, weil „Kultur“ und „Festspiel“ „doppelt gemoppelt“ seien. Auch ob für die notarielle Beurkundung überhaupt eine einfache Mehrheit bei der Namensgebung reiche, wurde diskutiert.

Salomonisch war schließlich die Entscheidung der Versammlung, noch einmal bei null zu beginnen. Und siehe da: Mit 14 Stimmen hob sich klar der Name „Historischer- und Festspielverein“ vom zweiten Sieger „Kultur-Historischer Verein“ mit neun Stimmen und dem „Kultur- und Festspielverein“ mit sechs Stimmen ab. „Es war keine feindliche Übernahme“, fasste am Ende Alexander Blei das Ergebnis zusammen, doch es werde sich auch später noch zeigen, dass des einen Herz mehr für die Historie und des anderen Herz mehr für das Festspiel schlage.

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