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Ingolstadt

24.05.2015

„Napoleon und Bayern“: Großer Zuspruch für Landesausstellung 2015

Schlachtenszenen und Uniformen: dank der zahlreichen Exponate können die Besucher einen Eindruck vom Kriegsgeschehen der damaligen Zeit gewinnen.
Bild: Silke Federsel

Das Haus der Bayerischen Geschichte ist sehr zufrieden: „Napoleon und Bayern“ zieht die Massen ins Neue Schloss. Die nächsten Tage wird die Marke von 20.000 Besuchern geknackt.

„Mon dieu – der Franzos’ ist da!“, riefen die Ingolstädter entsetzt, als Napoleon einst mit seinen Truppen in die Stadt eingefallen ist. Heute sagen sie wohl eher „Gott sei Dank ist er da, der Franzos’!“.

Denn die Landesausstellung „Napoleon und Bayern“ bringt deutlich mehr Leben und damit Geschäft in die Stadt. Das steht jetzt schon, erst gut vier Wochen nach der festlichen Eröffnung mit Seehofer, fest. An den Bahnhöfen stößt man am Morgen auf deutlich mehr Tagestouristen. Viele Lokale und Geschäfte melden eine höhere Frequenz, ebenso die Tourist Informationen im Historischen Rathaus sowie am Hauptbahnhof. Diese Landesausstellung ist gut beim geschichtsinteressierten Publikum angekommen und dürfte zu dem Volltreffer werden, den sich Ingolstadt erwartet hat. Aber es ist noch weit bis Ende Oktober. Also abwarten, bis die Schlussbilanz vorliegt.

Der Start war jedenfalls schon einmal sehr gut. „Wir haben pro Tag zwischen 800 und 1000 Besucher“, sagt Andrea Rüth vom Haus der Bayerischen Geschichte (HDBG) in Augsburg auf Anfrage unserer Zeitung. Das HDBG sei mit der momentanen Entwicklung hinsichtlich der Besucherzahlen sehr zufrieden. Auch, was die gebuchten Führungen für Gruppen anbelangt. Es gibt bereits Tage, an denen keine weiteren Termine reserviert werden können, weil bereits alle sachkundigen Ausstellungsführer ausgebucht sind. Bis dato haben sich bereits 600 Gruppen angemeldet. 140 eigens geschulte Gästeführer stehen zur Verfügung, damit größere Gruppen fachkundig durchgelotst werden können. Weiter arbeiten 50 Menschen im Schichtbetrieb als Aufsicht, an Kasse oder Garderobe.

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Kleinere organisatorische Anlaufprobleme wurden in den ersten Tagen aus der Welt geschafft. „Es ist ganz normal, dass beim Start das eine oder andere nicht reibungslos funktioniert. Wir sind in einer Gastsituation und konzipieren jedes Mal ganz neu. Inzwischen funktioniert aber alles reibungslos“, so Rüth.

„Sehr zufrieden“ ist auch Ansgar Reiß, Direktor im gastgebenden Bayerischen Armeemuseum. Die Ausstellung sei „sehr gut angelaufen“. Das Armeemuseum konnte viele Exponate aus dem eigenen Bestand zur Verfügung stellen. Vieles davon schlummerte lange Zeit im Depot und wird jetzt erstmals öffentlich gezeigt.

Bonaparte überquert die Alpen am St. Bernhard (Napoleon am Großen St. Bernhard). Gemälde von Jacques-Louis David (1801), Österreichische Galerie, Belvedere Wien.
Bild: Belvedere, Wien (Foto), Büro Wilhelm, Amberg (Grafik)

Für Geschichtskenner sind Napoleons Dreispitz oder die Kugel, die den Kaiser einmal verletzt haben soll, jedoch eher zweitrangig. Sie wollen historische Zusammenhänge und Hintergründe gut dargestellt haben. Auch das scheint gelungen. „Wir haben viel positive Resonanz, auch inhaltlich. Viele Gäste sagen, es sei eine sehr stimmige Ausstellung. Es kommt offenbar sehr gut rüber, dass wir keine Glorifizierung von Napoleon oder Max Joseph betreiben, sondern aufzeigen, dass die Krone Bayern einen sehr hohen Preis gekostet hat“, so Reiß.

Also ein Ausstellungsbeginn mit großem Schwung – und die wichtigen Wochen und Monate kommen noch. Über Pfingsten und in den kommenden beiden Ferienwochen wird es besucherstarke Tage geben. Ob es in Ingolstadt einen neuen Besucherrekord geben wird, entscheidet sich dann in den Sommerferien. Das Rathaus würde natürlich gerne eine neue Bestmarke setzen, wenn darüber auch niemand offen spricht. Die Stadt flankiert „Napoleon und Bayern“ mit einer ganzen Reihe Begleitveranstaltungen, darunter einem großen Fest Mitte Juni im Schlosshof.

Dort wurde ein größerer Restaurationsbetrieb eingerichtet, der gut besucht ist, wenn die Sonne hinter den Wolken hervorkommt, und eine Brauerei hat in ihren Sudkesseln ein “Napoleon-Bier“ kreiert. Die Eisenbahngesellschaften bieten Fahrten zu Sonderpreisen mit Ausstellungsticket an. Das Haus der Bayerischen Geschichte betreibt – wie zu jeder Landesausstellung – bayernweit Werbung. Alles zusammen, hofft Jürgen Amann von der Ingolstadt Tourismus und Kongress, dürfte das dafür sorgen, dass die Übernachtungszahlen in diesem Jahr weiter nach oben gehen.

Also von wegen „Mon dieu – der Franzos’ ist da!“ Oder doch: Am Pfingstsonntag gibt es eine neue Themenführung mit diesem Titel und passend zur Landesausstellung. Darsteller in historischen Kostümen führen da auch zu Schauplätzen, an denen der Kaiser leibhaftig gewesen ist. Tickets gibt es in den Tourist Informationen im Alten Rathaus und am Hauptbahnhof.

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