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Initiative

07.11.2017

Nationalpark-Gegner machen gemeinsam Front

Gegner und Befürworter eines Nationalparks Donau-Auen melden sich wieder zu Wort.
Bild: Norbert Eibel

Bauernverband koordiniert den Widerstand gegen das Umweltprojekt. Derweil wollen die Grünen in der Region sich künftig stärker für den Schutz von Donau-Auen und Donaumoos einsetzen

Der geplante Nationalpark Donau-Auen ist momentan etwas aus den Schlagzeilen geraten, doch hinter den Kulissen formieren sich Befürworter und Gegner für künftige Auseinadersetzungen. Während am Mittwoch Kommunalpolitiker und Verwaltungsmitarbeiter zu Sondierungsgesprächen ins Umweltministerium nach München fahren, wollen Interessenvertreter der Grundeigentümer und Rechteinhaber eine gemeinsame Front bilden. Erika Meyer, Geschäftsführerin des Bauernverbands (BBV) in der Region, koordiniert die Bemühungen.

Die Leiterin des BBV-Büros Ingolstadt sieht dabei ihren Verband als Anwalt der Grundbesitzer und Landnutzer, die sich in ihren Rechten beschnitten sehen. Um dem Widerstand gegen die Nationalpark-Pläne der Regierung mehr Gewicht zu geben, sollen Landwirte, Anlieger, Waldrechtler, Jäger und Fischer in einer Interessengemeinschaft möglichst an einem Strang ziehen. Dabei handle es sich nicht um eine Phalanx von Verweigerern, betont die BBV-Funktionärin. Man wolle aber seine Interessen wahren, und das sei auch legitim. Immerhin sei Eigentum ein hohes Gut. Zunächst soll deshalb das zuständige Umweltministerium in die Pflicht genommen werden, „grundsätzliche Fragen gestellt und konkrete Antworten eingefordert werden“. Der kürzlich veröffentlichte, umfangreich beantwortete Fragenkatalog sei nämlich alles andere als hilfreich und transparent. „Der geht völlig an der Sache vorbei“, findet Meyer, „wir wissen genau so viel wie vor einem Jahr, nämlich nichts.“

Das Credo des Bauernverbands laute „schützen durch nützen“ und finde konkrete Anwendung in der heimischen Kulturlandschaft, erklärt die Funktionärin. Naturlandschaften seien nämlich hierzulande kaum mehr zu finden, entlang der Donau erst recht nicht. „Man kann da keine Käseglocke drüber stülpen. Wir reden von einem Flickenteppich, eine einheitliche Gebietskulisse existiert überhaupt nicht.“ Insofern seien die Überlegungen abenteuerlich, einen Nationalpark notfalls bis auf die Isarauen auszudehnen, um auf die kolportierten 10000 Hektar Fläche zu kommen.

Derweil findet die Ausweisung eines neuen Donauschutzgebietes die volle Unterstützung der Grünen in der Region. In einer Pressemitteilung sprechen sich die Kreisverbände Ingolstadt, Neuburg, Pfaffenhofen und Eichstätt für eine umfangreiche Lösung aus, die sowohl der Natur als auch den Menschen in der Region nützen soll. Die Anrainergemeinden, die relevante Flächen am Nationalpark stellen würden, profitieren von den ökologischen Verbesserungen, finden die Grünen. Der Erhalt der Artenvielfalt sei nicht erst seit der öffentlichen Debatte um massenhaftes Insektensterben so wichtig wie nie. Ein Nationalpark könnte ein Refugium für viele gefährdete Arten werden.

Der Grünen-Bezirksrat Joachim Siebler (Ingolstadt) erwartet sich von der Diskussion um einen Nationalpark Donau-Auen zudem einen Impuls für die Weiterentwicklung des Donaumoos-Entwicklungskonzeptes. „Wenn die Entwässerung dort gleichbleibend fortgeführt wird, dann wird sich laut Einschätzung der Experten der noch vorhandene Torfkörper bis in 50 Jahren vollständig aufgelöst haben“, merkt Siebler an. Somit sei es höchste Zeit, die Maßnahmen zum Schutz des größten Niedermoores in Süddeutschland endlich zu intensivieren. (pm/nel)

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