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Neuburg an der Donau

23.04.2015

Neuanfang nur im Sinne des Ordens

Eine Übergabe der Kliniken St. Elisabeth an einen neuen Gesellschafter soll sauber geregelt erfolgen. Generaloberin Maria Goretti Böck (links) und Schwester Isentrud Eigen sind mit Günter Strobl, Geschäftsführer der gemeinnützigen Ordenshäuser GmbH, zuversichtlich, dass dies auch gelingen wird.
Bild: Manfred Rinke

Elisabethinerinnen werden sich als Gesellschafter der Kliniken zurückziehen. Gespräche mit möglichem neuen Träger laufen. Der könnten die Barmherzigen Brüder sein

Der Orden der Elisabethinerinnen will sich als Gesellschafter des Neuburger Krankenhauses zurückziehen. Die Gespräche mit einem möglichen neuen Träger laufen seit einem Jahr.  Am Mittwoch wurden die Mitarbeiter darüber informiert, nachdem zuletzt immer mehr Gerüchte und Spekulationen die Runde im Krankenhaus gemacht hatten. Der Name, mit wem verhandelt wird, wurde auch beim anschließenden Pressetermin nicht genannt. Nur so viel: „Es wird eine Lösung im Sinne des Ordens sein, also ein kirchlicher Träger“, wie Generaloberin Maria Goretti Böck sagte.

Dem Vernehmen nach soll es sich dabei um die Barmherzigen Brüder handeln. Sie betreiben bereits erfolgreich fünf Krankenhäuser in Bayern. Zuletzt übernahm ihre gemeinnützige Krankenhaus GmbH auch zwei Ordenshäuser. Dieses Modell könnte auch in Neuburg greifen. Verlaufen die Verhandlungen erfolgreich, würden die Barmherzigen Brüder in die Rolle schlüpfen, die vor den Planungen für den Neubau der Kliniken Ende 1980 die Elisabethinerinnen eingenommen haben. Damals wurden die Ordensfrauen alleiniger Gesellschafter für das neue Krankenhaus, nachdem Verhandlungen über eine gemeinsame Trägerschaft gescheitert waren. Der Konvent zog sich daraufhin nach Regensburg zurück, kam aber 1987 wieder nach Neuburg. Die Barmherzigen Brüder betreiben in der Stadt das Altenheim St. Augustin.

Wie die Generaloberin betonte, seien das Alter und der fehlende Nachwuchs die einzigen Gründe für die Entscheidung des Ordens. Nur vier der noch 25 Schwestern – zur Hochzeit 1965 waren es 121 Ordensfrauen – sind unter 60 Jahren, die jüngste ist 47. Die anderen Schwestern sind bereits über 75 Jahre, die älteste ist 94.

Der Prozess der Übergabe ist schwierig und langwierig, wie Schwester Goretti Böck erklärt. Schließlich müssten bei einem Trägerwechsel unter anderem auch Besitzverhältnisse geregelt werden. Dabei geht es nicht nur um die Klinik mit ihren 321 Betten, sondern zum Beispiel auch um das Ärztehaus I und II sowie das Parkdeck, die dem Orden gehören. Ein neuer Träger müsse alles vor einer 100-prozentigen Übernahme bewerten und das brauche seine Zeit. Ideal wäre es, wenn die Verhandlungen im kommenden Jahr erfolgreich abgeschlossen werden könnten. Mit dem Rückzug der Elisabethinerinnen würde dann eine bis heute 175-jährige Tradition zu Ende gehen.

Die Übergabe sauber zu Ende zu führen, habe der Orden jetzt noch selbst in der Hand. Unter Druck stehe man bei den Verhandlungen jedenfalls nicht. Sollten sie scheitern, sehen sich die Elisabethinerinnen durchaus in der Lage, ihre Aufgaben weiterzuführen. Auf jeden Fall sei man zuversichtlich, die für die Kliniken beste Lösung zu finden. Schließlich handle es sich um eine gesunde und wertvolle Einrichtung, die in den vergangenen beiden Jahren ohne Defizitausgleich des Ordens ausgekommen sei.

Wie Günter Strobl, seit 2008 Geschäftsführer der gemeinnützigen Ordenshäuser GmbH, betonte, habe ein Wechsel der Gesellschafter keinerlei Auswirkungen auf die Versorgung am Krankenhaus. Denn betrieben würde die Klinik weiter von der GmbH, die sich um das gesamte operative Geschäft kümmert. Auch die Verträge der 800 Mitarbeiter seien mit der GmbH abgeschlossen.

Ohnehin sollten alle Mitarbeiter auch in der jetzigen Situation dem Orden gegenüber das Vertrauen zeigen, das er schon immer zurecht genossen habe. Die Elisabethinerinnen hätten grundsätzlich, auch in schwierigen Zeiten, Weitblick und Mut bewiesen und viel Geld in das Krankenhaus investiert. „Wir sollten den Dank an die Schwestern nicht vergessen“, sagte Strobl bei der Versammlung vor 60, 70 Mitarbeitern, die dafür lang anhaltenden Applaus spendeten.

Bis auf die zwei Schwestern, die jetzt noch in der Pflege am Krankenhaus arbeiten, werden sich die 25 Elisabethinerinnen nach dem Trägerwechsel vor allem um die Verwaltung des Klosters und um sich selbst, vor allem um die älteren Ordensfrauen kümmern. Dies ganz gemäß des Auftrages der Ordensstifterin: „Dass die Kranken allzeit mit Liebe gepflegt werden sollten.“

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