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Neuburg
06.10.2021

Impfsprechstunde startet im Neuburger Geriatriezentrum

Die beiden Impfzentren im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen sind zwar seit wenigen Tagen geschlossen. Die Möglichkeit der Immunisierung gegen das Corona-Virus soll aber in Form von Impfsprechstunden bestehen bleiben.
Foto: Bernhard Pfahler, BRK

Ab 7. Oktober finden immer donnerstags Impfsprechstunden in der Geriatrie statt, ohne Terminvereinbarung zu festen Zeiten. Wer wann kommen kann und warum nicht jeder zwingend eine Auffrischung braucht.

Die beiden Impfzentren im alten Pennymarkt in Mühlried sowie in der Neuburger Ostendturnhalle gibt es nicht mehr, seit Ende September ist Schluss. Gegen das Corona-Virus immunisieren lassen können sich die Bürger im Landkreis aber weiterhin. So startet an diesem Donnerstag die Impfsprechstunde im Neuburger Geriatrie-Zentrum – flexibel und unkompliziert.

Die bayerische Staatsregierung hat ihre Impfstrategie und damit die Kapazitäten angepasst. So sollen künftig maximal 150 Impfungen bei 100.000 Einwohnern an fünf Tagen pro Woche verabreicht werden. Zum Vergleich: Zu Spitzenzeiten waren es bis zu 800 Immunisierungen täglich im Landkreis. Generell bezweckt die neue Strategie, dass Immunisierungen gegen das Covid-Virus künftig vor allem in Arztpraxen erfolgen sollen. Die an diesem Donnerstag startende Impfsprechstunde im Neuburger Geriatriezentrum soll das Impfangebot im Landkreis komplementieren.

Für die Impfsprechstunde im Neuburger Geriatriezentrum braucht es keine Terminvereinbarung

Künftig können impfwillige Bürgerinnen und Bürger jeden Donnerstag zwischen 8.30 und 12 Uhr sowie 13 und 15 Uhr in den Mehrzweckraum neben der Kantine kommen. „Angeboten werden Erst-, Zweit- und Auffrischungsimpfungen“, sagt Stefanie Schmid, Sprecherin des Schrobenhausener Kreiskrankenhauses. „Eine vorherige Terminvereinbarung ist nicht notwendig.“ Es müsse lediglich der Personalausweis und – sofern vorhanden – der Impfpass mitgebracht werden. „Wie bisher in den Zentren auch, wird der europäische Impfnachweis in Papierform ausgestellt“, erklärt Schmid. Die verfügbaren Vakzine im Rahmen der Sprechstunde sind BioNTech und Moderna. Der Impfstoff des US-amerikanischen Herstellers Johnson ist der Sprecherin zufolge aktuell nicht bestellbar. „Wir wissen leider auch nicht, was die Ursache dafür ist, er ist momentan einfach nicht verfügbar.“ Wer für seine zweite Spritze ins Geriatriezentrum kommt, für den gilt: „Die erste Impfung muss mindestens drei, idealerweise vier Wochen zurückliegen.“

Konkrete Termine für die Zweit-impfung gibt es laut Schmid nicht. „Den Leuten wird vor Ort mitgeteilt, dass sie in mindestens drei, am besten vier Wochen wieder mit ihren Unterlagen zur Impfsprechstunde kommen sollen.“ Dann gebe es den zweiten Pieks. Über diese Flexibilität sei man froh, „denn das Prinzip ist einfach und wir haben einen festen Ort und feste Zeiten“. Zudem hätten die Impflinge auch die Möglichkeit, sich ihre Zweit-impfung beim Haus- oder Betriebsarzt verabreichen zu lassen. „Wer dort seine erste Immunisierung bekommen hat, darf für seine zweite natürlich auch zur Impfsprechstunde kommen“, ergänzt Schmid.

Erst-, Zweit- und Auffrischungsimpfungen sind bei der Sprechstunde in der Geriatrie möglich

Dieselben Voraussetzungen und Rahmenbedingungen gelten auch in Mühlried. Das dortige Impfzentrum im alten Pennymarkt an der Rinderhofer Breite ist zwar als solches geschlossen, bleibt aber als Art „Basisstation“ bestehen. Dort wird künftig immer mittwochs von 8.30 bis 12 Uhr und 13 bis 15 Uhr eine Impfsprechstunde angeboten.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt allerdings, dass besonders immungeschwächten und älteren Menschen etwa sechs Monate nach der Grundimmunisierung gegen das Corona-Virus eine zusätzliche Impfstoffdosis eines mRNA-Impfstoffs angeboten werden sollte. Personen mit schwerer Immundefizienz, etwa nach Organtransplantationen oder Krebspatienten, könnte diese bereits nach vier Wochen angeboten werden. Seit wenigen Tagen hat die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) das Vakzin des deutschen Herstellers BioNTech offiziell zur Auffrischung zugelassen. Damit besteht nun für all diejenigen, deren letzte Impfung gegen das Corona-Virus mindestens sechs Monate her ist und die das 18. Lebensjahr vollendet haben, die Möglichkeit einer Auffrischung.

Auffrischungsimpfungen vorerst nur bei immungeschwächten und sehr alten Menschen sinnvoll

Geduld empfiehlt hier allerdings Markus Schmola, ärztlicher Koordinator der Impfzentren im Landkreis und Anästhesie-Chefarzt im Schrobenhausener Kreiskrankenhaus. „Natürlich kann jeder, der möchte, seine Impfung auffrischen lassen.“ Allerdings sei aus seiner Sicht der Personenkreis, der von einer solchen „Booster-Impfung“ profitieren würde, eher überschaubar. Die Studien- und Datenlage, ob gesunde und vor allem junge Menschen sechs Monate nach ihrer vollständigen Immunisierung bereits eine Auffrischung bräuchten, sei noch nicht aussagekräftig genug. „Bei dieser Gruppe hat die Impfung ja zum Ziel, schwere Krankheitsverläufe zu vermeiden und das wurde aus unserer Sicht erreicht“, so der Mediziner.

Die Nachfrage nach Auffrischungsimpfungen im Kreis ist laut Krankenhaussprecherin Stefanie Schmid momentan noch gering. So sind knapp 230 Menschen für ihren Booster in die hiesigen Impfzentren oder zu den niedergelassenen Ärzten gegangen. „Die Ergebnisse sind noch nicht exakt genug und die Nachfrage steigt erst, wenn die STIKO eine offizielle Empfehlung ausspricht“, sagt Schmola und ergänzt: „Wir werden keinem die Auffrischung verwehren, aber wir orientieren uns an der Ständigen Impfkommission, die einfach in dieser Hinsicht die medizinische Instanz mit der meisten Aussagekraft ist.“

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