Landkreisbetriebe-Chef Franz-Josef Simon hatte sich gerade warm geredet. In aller Ausführlichkeit präsentierte er gestern den Kreisräten des Werkausschusses seinen Wirtschaftsplan – da flogen plötzlich die Fäuste. Nicht etwa im kleinen Sitzungssaal, wo die Sitzung stattfand, sondern eine Etage tiefer.
Asylbewerber gerieten aneinander
Vor dem Ausländeramt ist es gegen 15 Uhr zu einer Schlägerei zwischen mehreren Asylbewerbern gekommen. Wie die Polizei auf Nachfrage mitteilte, hatte ein 21-Jähriger im Wartebereich ein Fenster geöffnet, was einen bislang unbekannten Mann offenbar so gestört hatte, dass er die Fäuste fliegen ließ. Ein 34-Jähriger wollte den Streit schlichten, wurde dann aber selbst verletzt. Später verlagerte sich der Streit vor das Finanzamt, wo es schließlich zwischen dem 21-Jährigen, dem 34-Jährigen und einem weiteren Unbekannten erneut zu einem Gerangel kam. Alkohol war nach Angaben der Polizei wohl nicht im Spiel, den Grund für die Rauferei konnten sie allerdings auch nicht herausfinden.
Von dem Vorfall haben die Kreisräte indes nichts mitbekommen. Sie waren ganz und gar in das Zahlenwerk der Landkreisbetriebe vertieft. Nur Landrat Roland Weigert schaut kurz nach dem Rechten, nachdem ihm sein Sekretär die Nachricht ins Ohr geflüstert hatte. Zu diesem Zeitpunkt war die Polizei aber schon vor Ort.
Kreisräte bekamen nichts mit
Die Quintessenz aus Simons knapp einstündigem Vortrag war übrigens folgende: Die Müllgebühren werden in den nächsten Jahren voraussichtlich konstant bleiben. Die Gebührenkalkulation läuft ohnehin noch bis 2015, sodass die Gebühren bis dahin auf jeden Fall gleich bleiben. Doch auch für den nächsten Kalkulationszeitraum geht Simon davon aus, dass es keine Erhöhung geben wird. Doch dafür wird der Landkreisbetriebe-Chef, der am Montag 65 Jahre alt wird, nicht mehr zuständig sein. Ende Februar nächsten Jahres geht er in den Ruhestand. (clst)