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Neuburg

11.10.2019

Neuburg-Spiel: Werden Sie ein Berater Ottheinrichs

Florian Herold beim Spielen von „Neuburg: Ottheinrich – Ruhm und Intrige“ in unserer Redaktion. Analoge Spiele sind seine Leidenschaft, rund 17.000 Stück hat er nach eigenen Angaben zuhause in seiner Sammlung.
Bild: Dorothee Pfaffel

Plus Florian Herold hat gemeinsam mit seinem Bruder das Spiel „Neuburg: Ottheinrich – Ruhm und Intrige“ entwickelt. Wie es funktioniert.

Pfalzgraf Ottheinrich und die Renaissance sind in Neuburg allgegenwärtig. Alle zwei Jahre, zum Schloßfest, schlüpfen viele Neuburger voller Begeisterung in historische Gewänder und drehen die Zeit zurück. Nun hat Florian Herold, der seit ungefähr 15 Jahren in Neuburg lebt, ein Spiel herausgebracht, mit dem man sich viel öfter – ganz einfach zuhause mit der Familie oder Freunden am Küchentisch – auf diese Zeitreise begeben kann. In „Neuburg: Ottheinrich – Ruhm und Intrige“ verwandeln sich die drei bis fünf Spieler in Ottheinrichs Berater.

Jeder der Mitspieler schlüpft in eine Figur, die fiktiv ist, aber historisch angelehnt ist an Personen, von denen sich der Pfalzgraf möglicherweise hat beeinflussen lassen: seine Tante, sein Bruder, Gaukler, Geistliche. Gewissermaßen als „Gag“ ist die fünfte Figur der Steckenreiter. Recherchen hätten ergeben, dass Ottheinrich sehr kommunikativ gewesen ist, erzählt Herold, so sei die Idee mit den Beratern entstanden.

Neuburg-Spiel: Kartenspiel mit Pokerelementen

Bei „Neuburg: Ottheinrich – Ruhm und Intrige“ handelt es sich um ein Kartenspiel mit Pokerelementen. Das Spiel besteht aus fünf Runden. In jeder Runde spielt man Karten aus den Bereichen Finanzen, Bauen, Völlerei, Kleidung und Reise aus – quasi die Themen, in denen die Spieler Ottheinrich im Rahmen einer Audienz beraten. Die Karten sind mit positiven oder negativen Punkten versehen. Außerdem gibt es „Intrige“- und „Ruhm“-Chips, durch die man einem Mitspieler schaden oder selbst zusätzliche Punkte einheimsen kann. Am Ende zählen alle Karten, die am Tisch liegen – nicht nur die eigenen. Denn Ottheinrich habe ja einst das Getuschel von allen Leuten am Hof gehört, erklärt Herold. Nach jeder Runde darf man seinen Spielstein auf dem bunt gestalteten Brett um die erzielten Punkte nach vorne schieben. Wer nach fünf Audienzen an der Spitze liegt, gewinnt.

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Mehr als 100 Mal hat Herold das Spiel nach eigenen Angaben gespielt und immer wieder nachgebessert, bis die finale Version stand. Das Grundspiel ist für Kinder ab acht Jahren geeignet und dauert 20 bis 30 Minuten. Es gibt aber Erweiterungs-Chips mit Aufträgen, die das Kartenspiel komplexer werden lassen. Zum Beispiel, darf man dann in einer Runde nur negative Karten ausspielen oder man muss vermeiden, an der Audienz teilzunehmen, um Punkte zu erhalten.

Florian Herold hat das Spiel zusammen mit seinem Bruder Guntram entwickelt. Schon in ihrer Kindheit drehte sich in der Familie alles um Brettspiele. Vater Wieland Herold war noch bis vor Kurzem Mitglied der Jury für das Spiel des Jahres. Um den Vater in dieser Tätigkeit in keine moralische Zwickmühle zu bringen, hätten sich die Brüder in der Vergangenheit mit einem eigenen Spieleverlag zurückgehalten, erzählt Florian Herold, der in der Spielebranche bislang nur im Handel tätig war. Doch nun sei der Weg frei, eigene Spiele auf den Markt zu bringen.

Neuburg-Spiel erscheint Ende Oktober

Der Verlag der Brüder heißt „Herold und Herold“ oder kurz „H2.0“. Das Neuburg-Spiel soll erst der Auftakt für weitere Spiele sein. Rund 30 Prototypen mit unterschiedlichen Spielemechanismen hätten sie bereits im Schrank. Die Herold-Brüder wollen sich auf Spiele mit historischem oder städtischem Hintergrund spezialisieren. So können sie sowohl Menschen ansprechen, die gerne spielen, als auch diejenigen, die eher einen starken lokalen Bezug haben, erklärt Florian Herold. Wissen über die Stadt oder geschichtliches Wissen ist zum Spielen nicht notwendig.

„Neuburg: Ottheinrich – Ruhm und Intrige“ erscheint Ende Oktober, pünktlich zur Messe „Spiel“ in Essen. In Neuburg soll das Kartenspiel im Museumsshop des Schlossmuseums, bei Spielwaren Habermeyer und im Paper Shop erhältlich sein. Offen zum Spielen wird es im Café Huba liegen. Zum Kartenspiel soll es auch ein Erklär-Video geben, mit Mitgliedern der lokalen Theatergruppe Mimenfeld, darunter Andreas Grün, Diana Strassburg und Wolfgang Köhler.

www.heroldundherold.de

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