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Neuburg an der Donau

07.10.2018

Neuburg: Sturmlauf gegen zu viel nackte Frauenbeine

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Die Städtische Tanzschule führt zehn Jahre nach der Premiere das Stück "Als Frauen ihre Korsetts in die Donau warfen..."  wieder auf. Angela Kockers, Leiterin der Dr.-Fritz-von-Philipp-Schule, probt bereits fleißig mit ihren Schülerinnen.
Bild: Xaver Habermeier

 „Als Frauen ihre Korsetts in die Donau warfen...“: Städtische Tanzschule führt in Neuburg das heitere Stück mit ernstem Hintergrund wieder auf.

Zehn Jahre nach der Premiere „Als Frauen ihre Korsetts in die Donau warfen…“ präsentiert die Dr.-Fritz-von-Philipp-Schule eine Wiederaufführung. Die Leiterin der Einrichtung, Angela Kockers, hat den Kern des historischen Stücks, das erste bayerische Kreis-Frauenturnfest im Sommer 1927 in Neuburg, entworfen.

„Damals sind die konservativen Kräfte aus Kirche und Politik in der Stadt gegen das Fest Sturm gelaufen, vor allen wegen der zu erwartenden nackten Frauenbeine“, erzählt die Rennertshofenerin. Sie sieht den Stoff als wunderbare Vorlage für eine Mischung aus Tanz, Schauspiel und Theaterkunst.

Die Themen im Stück der Städtischen Tanzschule sind auch heute aktuell

Im Stück geht es um den Kampf der Geschlechterklischees, um die Veränderung des Zeitgeistes und Verlangen nach Freiheit. Diese Themen liegen der Tanzlehrerin am Herzen und sind auch heute aktuell. Gedanken über Begrenzung und Aufbruch, über die Lust an der Bewegung und die Sehnsucht nach Gestaltungsfreiheit stehen im Fokus des Tanztheaters. Der Kampf gegen die einzwängenden Korsetts sei zeitlos und gut geeignet für die 56 jungen Tänzerinnen und zwei Tänzer.

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Das Stück hat Angela Kockers mit Neuerungen überarbeitet. Beiträge von Schülerinnen der damaligen Zeit sowie Zeitungsmeldungen sind eingearbeitet. Ebenso sind Texte von Ernst Jandl und Hugo Ball zu hören. Zur Choreografie ist viel Musik zu hören. Die Tanzlehrerin verspricht ein unterhaltsames und heiteres Stück mit ernstem Hintergrund.

Der Ursprung der Städtischen Tanzschule ist im Steckenreitertanz begründet

 Angela Klöckers leitet die Tanzschule nun bereits seit 32 Jahren. Der Ursprung der Tanzschule liegt allerdings viel weiter zurück und ist im Steckenreitertanz begründet. 1955 war dieser von der Tänzerin Senta Maria anlässlich der 450 Jahr-Feier der Jungpfalz Neuburg choreografiert worden. Rund 20 Jahre später fand er beim Schlossfest 1976 eine Wiederaufführung. Unter dem damaligen Kulturamtsleiter Dieter Distl fiel schließlich die Entscheidung, dieser Schule eine notwendige, professionelle Leitung zukommen zu lassen. Er nahm 1988 mit Rosamund Gilmore Kontakt auf, Choreographin des damals wichtigsten freien Tanzthaterensembles in Deutschland, der Laokoon Dance Group. Schon bald übernahm deren Assistentin Angela Kockers die Leitung der Schule und machte es sich zum Ziel, eine Institution aufzubauen, in der Kinder mit Freude eine tänzerische Grundausbildung erhalten – über den Steckenreitertanz hinaus. 

Termine Die Aufführungen „Als Frauen ihre Korsetts in die Donau warfen...“ sind am 26. und 27. Oktober um 19 Uhr sowie am 28. Oktober um 18, jeweils im Stadttheater. Kartenvorverkauf ist im Bücherturm, in der Tourist-Information und im Reisebüro Spangler.

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