Newsticker
Bund-Länder-Beratungen zur Corona-Krise schon am Dienstag
  1. Startseite
  2. Lokales (Neuburg)
  3. Neuburg: Warum Corona noch kein Abendmahl erlaubt

Kirche in Neuburg

08.07.2020

Neuburg: Warum Corona noch kein Abendmahl erlaubt

Neuburgs Pfarrer Steffen Schiller, Jens Hauschild und Jürgen Bogenreuther (von links) feiern Gottesdienste unter strengen Hygieneregeln.
Bild: Andreas Dengler

Die Lockerungen ermöglichen den evangelischen Kirchen einen vorsichtigen Weg zurück. Wie die drei Pfarrer die Situation einschätzen und warum sie noch kein Abendmahl feiern.

Schon längst ist in den evangelischen Kirchengemeinden in Neuburg wieder Leben eingekehrt, wenngleich unter strengen Corona-Hygieneregeln. Die drei Pfarrer Jens Hauschild von der Apostelkirche, Jürgen Bogenreuther und Steffen Schiller von der Christuskirche ziehen ihr Fazit. Sie blicken trotz aller Entbehrungen zuversichtlich in die Zukunft.

Es sei nicht mehr notwendig, dass die Gottesdienstbesucher während der gesamten Feier eine Gesichtsmaske tragen, nennt Pfarrer Bogenreuther nur eine Corona-Lockerung. Auch in den Außengemeinden wie Rennertshofen werden wieder erste Gottesdienste abgehalten. Die ersten Taufen nach dem Lockdown wurden schon gefeiert. Die geplanten Hochzeiten seien jedoch überwiegend um ein Jahr verschoben, erklären die Pfarrer. Es sei aber schön, dass die Brautpaare nicht von einer kirchlichen Trauung abrücken, betont Pfarrer Schiller.

Neuburg: Konfirmationen im Herbst geplant

Die Konfirmationen sind für den Herbst geplant. Insgesamt 30 Jugendliche werden in den beiden Gemeinden in diesem Jahr konfirmiert. Um die notwendigen Abstände bei dem Fest zu gewähren, teilt die Christuskirche ihre Konfirmanden in zwei Gruppen ein. Die Vorstellung des neuen Konfirmandenjahrgangs ist ebenfalls im Herbst geplant.

Bei all den kleinen Schritten zurück zur Normalität, bleibt doch ein Problem: das Abendmahl. Das Ritual werde derzeit weder in der Apostel- noch in der Christuskirche gefeiert, sagen die Pfarrer. „Wir haben noch keinen guten Weg gefunden, das Abendmahl mit Hygiene und Würde zu verbinden“, erklärt Pfarrer Schiller. Vor allem der Gemeinschaftskelch, aus dem alle Gottesdienstbesucher trinken dürfen, sei in Corona-Zeiten nicht verantwortbar. Das gemeinsame Trinken zu streichen, sei aber auch keine Alternative. „Es ist Teil der evangelischen Identität“, erklärt Pfarrer Schiller die Bedeutung.

Freiluft-Gottesdienst in Neuburg

Dass die Gläubigen sich während der Corona-Krise von der Kirche distanzieren, befürchtet Pfarrer Hauschild: „Die Menschen gewöhnen sich an Sonntage ohne Gottesdienste.“

Nach der Krise müssen sich seine Kollegen und er noch stärker bemühen, für die Kirche zu werben. Und das Bemühen beginnt schon jetzt: Für die Gemeindekinder wurden Basteltüten gepackt. Außerdem soll im Pfarrgarten der Christuskirche ein Freiluft-Gottesdienst stattfinden. „Wir werden ab Herbst alle Veranstaltungen pushen“, verspricht Pfarrer Schiller.

Das könnte Sie auch interessieren:



Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren