Neuburg Was wird aus dem Bürgerhaus am Schwalbanger? Der Sozialträger Integra, der seit 2007 in Planung, Konzeptionierung und Gestaltung der Einrichtung involviert und damit betraut ist, zieht sich zurück. Zum Februar 2014 hat er jetzt den Vertrag mit der Stadt Neuburg gekündigt. Geschäftsführerin Marianne Schlamp auf Anfrage der Neuburger Rundschau: „Unser Konzept eines Cafes mit integriertem Second-Hand-Laden ist dort nicht aufgegangen. Wir kommen damit nicht auf unsere Betriebskosten und sind nun deshalb auf der Suche nach einem besser geeigneten Standort in Neuburg mit größeren Räumlichkeiten.“
Integra hat im Sinne der Programme „Soziale Stadt“ und „Stärken vor Ort“ seit drei Jahren die umgebaute ehemalige Sparkassenfiliale am Schwalbanger mit sozialem Leben erfüllt. Zahlreiche Angebote – von Frauenfrühstück über Kinder-Ferienprogramm, Mittagstisch, Sozialberatung, Mutter-Kind-Treff und Bürgerhausfest bis hin zu Anwohnerversammlungen, Näh- und Bügelservice hat die gemeinnützige GmbH in dieser Zeit gemacht. Darüber hinaus bietet das Cafe an sich Gelegenheit, zusammenzukommen. Die Resonanz in der Bevölkerung aber war wohl nicht immer ausreichend genug. Dennoch stellt das Bürgerhaus eine wichtige Einrichtung dar, die die schwache Infrastruktur des Schwalbanger-Viertels aufwertet.
„Wir hatten uns auf langfristige Zusammenarbeit eingestellt“
Oberbürgermeister Dr. Bernhard Gmehling bedauert es, dass sich Integra verändern will: „Es tut mir sehr Leid, wir haben als Stadt immer gut mit Integra zusammengearbeitet und hatten uns auch auf eine langfristige Zusammenarbeit eingestellt. Aber deren betriebswirtschaftliche Entscheidung kann und will ich natürlich nicht kommentieren.“
Das Bürgerhaus bleibe selbstverständlich weiter bestehen und auch am grundsätzlichen Konzept wolle und müsse man weiter festhalten. Dafür seien schließlich auch eine Menge Fördergelder geflossen, so der OB. „Wir müssen uns allerdings Gedanken machen, wie wir das integrierte Handlungskonzept weiter umsetzen können.“
Die dazu nötige Diskussion will Gmehling auf ein breites Fundament stellen. In der Stadtverwaltung, im Stadtrat, mit Seniorenbeirat und Jugendparlament etwa müsse darüber diskutiert werden. Und selbstverständlich sein auch Stadttielmanager Jürgen Stickel mit im Boot. Er kümmert sich zwar schwerpunktmäßig um das Ostendviertel, ist aber auch seit jeher auch mit zuständig für das Ostend.