Newsticker
6729 Corona-Neuinfektionen und 217 neue Todesfälle gemeldet
  1. Startseite
  2. Lokales (Neuburg)
  3. Neuburg bekommt Fahrradbrücke über die Donau

Neuburg

23.09.2020

Neuburg bekommt Fahrradbrücke über die Donau

Eine Fahrradbrücke nur für Radler und Fußgänger war Thema der Neuburger Stadtratssitzung. Der Wunsch für eine solche Querung im Innenstadtbereich ist nicht erst seit Kurzem im Gespräch.
Bild: Martina Diemand (Symbol)

Plus Stadtrat will im Innenstadtbereich eine zusätzliche Querung über die Donau nur für Fußgänger und Radfahrer errichten. Schon vor zehn Jahren sollte eine solche Brücke entstehen. Warum die Chancen für den Bau jetzt besser sind.

Mit dem Rad oder per Fuß sicher und schnell über die Donau, das soll eine neue Fahrradbrücke in der Neuburger Innenstadt ermöglichen. Neuburgs Verkehrsreferent Bernhard Pfahler von den Freien Wählern brachte die Idee für eine solche Flussquerung mit seinem Antrag wieder ins Rollen. In der jüngsten Stadtratssitzung stieß der Vorschlag auf fraktionsübergreifende Zustimmung. Ganz neu ist die Idee aber nicht. Bereits vor zehn Jahren hatte sich der Stadtrat mit dem möglichen Bau einer Fahrradbrücke über die Donau intensiv beschäftigt.

Noch vor der Sommerpause hatte Stadtrat Pfahler den Antrag zur Errichtung einer solchen Querung eingereicht. Konkret fordert der Verkehrsreferent in dem Schreiben, welches er im Namen des Arbeitskreises der Agenda 21 und damit auch im Namen der Freien Wähler, der Grünen, der Wählerinitiative Wind, der SPD und der Arbeitsgemeinschaft FDP/Linke ausgearbeitet hat, dass der Stadtrat sich grundsätzlich zum Bau einer Fahrradbrücke positioniert und die Ermittlung eines geeigneten Standortes sowie der Kosten in die Wege leitet.

Stadtrat entscheidet sich einstimmig für Fahrradbrücke über die Donau

Der Grund für das fraktionsübergreifende Schreiben war der Vortrag zur Verkehrssituation in Neuburg von Heiner Monheimsowie eine Sitzung des Arbeitskreises der Agenda 21. Bevor der Antrag im Gremium im Neuburger Kolpingssaal diskutiert wurde, betonte Pfahler: „Der Antrag ist kein Antrag gegen die CSU.“ Es habe sich lediglich so ergeben, dass alle Fraktionen bis auf die Union das Schreiben unterzeichneten, erklärte Pfahler.

Die Wortmeldungen der Räte aller Parteien waren durchweg positiv. Weder Pfahler noch die weiteren Antragssteller wollen jedoch den Bau überstürzen. Grünen-Stadtrat Gerhard Schoder vermutete, dass allein die Planung den Stadtrat noch bis ins kommende Jahr beschäftigen werde. Trotz aller Zustimmung für das Projekt wurde die Vorgeschichte der Fahrradbrücke nicht ausgeblendet. „Die CSU wollte bereits vor zehn Jahren eine solche Brücke bauen“, merkte CSU-Stadtrat Hans Mayr an. Schon im September 2007 fand eine Zählung der Fußgänger und Radler statt, um die Notwendigkeit einer solchen Brücke zu ermitteln.

Neuburger wollen einen Donausteg

Zwei Jahre später, im Juni 2009, stimmte der damalige Bauausschuss der Stadt Neuburg für den Bau einer Fahrradbrücke. Neuburgs SPD, Freien Wähler und Grüne sprachen sich 2009 jedoch gegen eine Querung auf Höhe der Schilchermühle aus. Die Baukosten waren mit mehr als vier Millionen Euro angesetzt. Einen geplanten Bürgerentscheid zogen die Baugegner aber wieder zurück.

SPD-Stadtrat Ralph Bartoschek bezeichnete den damals angedachten Standort der Brücke in der jüngsten Stadtratssitzung als einen „Schiltbürgerstreich“. Der Grünen-Stadtrat Schoder versuchte, die Diskussion zu beschwichtigen: „Wir wollen jetzt alle einen Donausteg und auch die Neuburger wollen einen Steg.“

Neben dem Standort bleibt auch die Frage offen, ob – wie bereits in der früheren Planung vorgesehen – die Fußgängerbrücke für Rettungsfahrzeuge im Notfall benutzt werden soll oder nicht. „Es wäre nicht schlecht, wenn man mit einem Auto über die Brücke fahren könnte“, fügte Oberbürgermeister Bernhard Gmehling an.

Die Fahrradbrücke wünscht sich auch die Petition „Sichere Geh- und Fahrradwege für Neuburg“. Über 1000 Unterschriften wurden bereits gesammelt.
Bild: Mona Wolbert

Letztlich entschied sich der Stadtrat einstimmig für den Bau einer Fahrradbrücke im Innenstadtbereich. Zudem soll die Stadtverwaltung mögliche Standorte sowie Kosten ermitteln. Unter den Zuhörern der Stadtratssitzung mischten sich auch die Unterstützer der Petition „Sichere Geh- und Fahrradwege für Neuburg“, die von den beiden Neuburger Klimaschutzgruppen „Fridays for Future“ und „Parents for Future“ ins Leben gerufen wurde. Nach der einstimmigen Entscheidung für eine Fahrradbrücke in der Neuburger Innenstadt war die Erleichterung in den Reihen der Zuhörer groß. Denn die Forderung nach einer Querung ist für die Unterstützer der Petition ein wichtiges Puzzleteil, um die Stadt für Radler und Fußgänger sicherer zu machen.

Mehr als 1000 Unterschriften für Petition

Ihre weiteren Forderungen für mehr Verkehrssicherheit lauten: An Kreuzungen mit Ampeln soll es für Rad- und Autofahrer separate Grünphasen geben, das Tempo in der Neuburger Innenstadt soll generell auf 30 Stundenkilometer beschränkt und die Vorschläge des Verkehrswissenschaftlers Heiner Monheim sollen umgesetzt werden.

Am vergangenen Samstag hatten die Initiatoren einen weiteren wichtigen Etappensieg eingeholt: Über 1000 Unterschriften sind bereits gesammelt. Allein am Samstagvormittag überzeugten sie 155 Neuburger an einem Infostand auf dem Neuburger Schrannenplatz von ihren Plänen. Die Petition läuft noch. Im Oktober soll die Unterschriftenliste an Oberbürgermeister Gmehling überreicht werden.

Lesen Sie dazu auch:

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren