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Lechfeld/Neuburg an der Donau

28.03.2013

Neuburg, übernehmen Sie!

Die Neuen und der Alte: (von links) Staffelchef Oberstleutnant Jürgen Rüb, der Kommodore des Jagdgeschwaders 74, Oberstleutnant Frank Gräfe, und der letzte amtierende Kommodore des Jagdbombergeschwaders 32, Oberstleutnant Thomas Dohler, bei der gestrigen Übernahme des Flugbetriebs auf dem Lechfeld.
Bild: Michael Mäusly

Die neu aufgestellte Flugplatzstaffel Lechfeld des Jagdgeschwaders 74 wurde am Mittwoch im Rahmen eines militärischen Appells in Dienst gestellt

Die Folgen einer Reform: das Jagdbombergeschwader 32 ist Geschichte, die Tornados donnern nicht mehr regelmäßig über das Lechfeld und die hoch spezialisierten Lotsen der ehemaligen Flugbetriebsstaffel werden Mühe haben, die ihnen vorgeschriebenen Mindeststandards erreichen zu können. Wie berichtete, sitzt der Hausherr – das Jagdgeschwader (JG) 74 – jetzt rund 35 nautische Meilen (etwa 66 Kilometer) Luftlinie entfernt im nordöstlich gelegenen Neuburg und künftig werden dessen Eurofighter Typhoon den Lechfelder Luftraum dominieren. Die Rumpfaufgaben des früheren Jabo 32 übernimmt ab sofort die neu aufgestellte Flugplatzstaffel Lechfeld des JG 74.

Im Rahmen eines militärischen Appells stellte Oberstleutnant Frank Gräfe, Kommodore des JG 74 Neuburg, gestern diese zentrale Einheit in Dienst. Mit Oberstleutnant Jürgen Rüb an deren Spitze kehrt kein Unbekannter auf das Lechfeld zurück. Zu Zeiten des Jabo 32 hatte der frühere Marine- und heutige Luftwaffenoffizier bereits mehrere Verwendungen auf dem Lechfeld durchlaufen, bis er jetzt als erster Chef mit der Führung der Flugplatzstaffel Lechfeld betraut wurde. Rund 125 geladene Gäste aus Politik, Bundeswehr, Gesellschaft und der Wirtschaft verfolgten in der sogenannten „Pia-Halle Nord“ das militärische Zeremoniell, unter anderem der Augsburger Bundestagsabgeordnete Johannes Hintersberger, Brigadegeneral Helmut Schoepe (Kommandeur Führungsunterstützungsschule der Bundeswehr, Feldafing) und zahlreiche ehemalige Spitzenmilitärs des Lechfelds.

In ihren Ansprachen legten Hausherr Gräfe und der neue Staffelchef Rüb Wert auf die Feststellung, auch als „Neue“ die gewachsenen Traditionen und Verbindungen aus Zeiten des Jabo 32 aufrecht halten zu wollen. „In Bayern ist die Welt noch in Ordnung“, äußerte der Saarländer Gräfe, selbst erst seit 20. März im Amt des Neuburger Geschwaderchefs. Seine Äußerung bezog sich auf die herzliche Verankerung der Bundeswehr sowohl in Neuburg als auch auf dem Lechfeld. Direkt nach der offiziellen Zeremonie hob unüberhörbar der allerletzte Tornado von der Starbahn ab, nachdem kurz zuvor zwei Eurofighter aus Neuburg in einem Formationsüberflug „ihren“ neuen Fliegerhorst begrüßt hatten.

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Mit der Installation der Flugplatzstaffel wurden die bisherigen Verantwortungsbereiche und Aufgaben umgeschichtet, erweitert und neu strukturiert. Ab jetzt hat das Lechfeld beispielsweise drei Ansprechpartner, wenn es um den Fliegerhorst geht: die Liegenschaft betreffend ist der Penzinger Kommodore Markus Bestgen (Standortältester) zuständig, Oberstleutnant Gräfe als Kommodore Neuburg für die operative fliegerische Komponente und vor Ort ist als Kasernenkommandant Staffelchef Jürgen Rüb zuständig.

„Stetig ist nur der Wandel“, äußerte ein Beobachter der Zeremonie. Denn es bleibt abzuwarten, wie lange der Ableger des Neuburger Jagdgeschwaders als Ausweichflugplatz Bestand haben wird. 2014 wird dem Flugplatz vorübergehend wieder Leben eingehaucht werden, da die Eurofighter auf Grund der Startbahnerneuerung in Neuburg auf das Lechfeld ausweichen – aber eben nur vorübergehend. Die organisatorischen Veränderungen folgen den politisch gewollten Reformen der Streitkräfte. Systembedingt und angesichts des Umfangs der zahlreichen Bundeswehrreformen dürfte es nicht überraschen, wenn ab 2015 weitere Veränderungen stattfinden würden. Die ehemals weit über die Region hinaus bekannten Fliegerhorste Kaufbeuren und Fürstenfeldbruck sind schließlich schon seit Jahrzehnten Fliegernostalgie.

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