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Neuburg

18.12.2020

Neuburger Berufsschule im Lockdown: Wie lernt man einen Beruf auf Distanz?

Das, was man als Kfz-Mechaniker können muss, lässt sich nicht über Videokonferenzen vermitteln. Wie gehen die Neuburger Berufsschulen mit der Situation um?
Bild: David Ebener, dpa (Symbol)

Plus Wie kann man in Zeiten von Ausgangsbeschränkungen einen Beruf lernen? So geht das Berufliche Schulzentrum Neuburg mit der Situation um.

Man hatte sich vorbereitet. Der Wechsel auf Distanzunterricht war für die Neuburger Berufsschule so offenbar kein Problem. „Ich bin zuversichtlich, dass das klappt“, sagt Matthias Fischer, Leiter des beruflichen Schulzentrums Neuburg. An einigen Schulen der Einrichtung, unter anderem der Berufsschule, mussten bereits seit vergangener Woche die Schüler zuhause bleiben. Nach den neuerlichen Verschärfungen der Corona-Regeln müssen nun die Schüler aller Einrichtungen in Distanzunterricht – bis auf die Nicht-Abschlussklassen der Wirtschaftsschule, die in sogenanntes Distanzlernen gehen. Das heißt: Die Lehrer geben den Schülern Material an die Hand, wann diese die Aufgaben abarbeiten, bleibt ihnen überlassen. Klappt das?

So gehen Neuburger Berufsschulen mit dem Lockdown um

In Neuburg hat man sich für eine solche Entwicklung gerüstet, sagt Fischer. Nach den Erfahrungen im ersten Lockdown hatten Lehrer und Schüler seit Monaten trainiert, um einen erneuten Distanzunterricht meistern zu können. Auch die technische Infrastruktur hat man aufgebaut.

Die Frage ist: Wie kann man über die Distanz einen Beruf lernen? Die Theorie lässt sich beispielsweise über Videokonferenztools wie an herkömmlichen Schulen vermitteln. Darin haben die Beteiligten mittlerweile bereits Übung. Trotzdem sorgt sich Fischer, dass man manche Schüler mit mangelnder Technikausstattung oder langsamer Internetanbindung schlechter erreicht. Vor allem Flüchtlinge in Berufsintegrationsklassen könnten davon betroffen sein. „Ich vermute, dass hier einige keinen Computer, sondern nur ein Smartphone haben.“ Zuletzt gab es jedoch keine solchen Meldungen.

Praktische Ausbildung findet auch an der Berufsschule statt

Betroffene Berufsschüler könnten auch in ihre Betriebe gehen, um die dortige technische Ausstattung für den Unterricht zu nutzen. Voraussetzung sei, dass die Betriebe ihren Azubis vor Ort genügend Zeit einräumen, um ihre schulischen Verpflichtungen zu erfüllen, sagt Fischer.

Matthias Fischer, Leiter des beruflichen Schulzentrums Neuburg.
Bild: Gloria Geißler (Archiv)

Und was ist mit der Praxis? Fischer betont, dass im Rahmen des dualen Systems die praktische Ausbildung nicht nur in den Betrieben, sondern auch in der Berufsschule stattfindet.

Manches kann man nicht über Videokonferenzen vermitteln

Für Kfz-Mechaniker oder -Mechatroniker beispielsweise bietet die Einrichtung in Neuburg eine Lehrwerkstatt. „Diesen Bereich kann man natürlich nicht über eine Videokonferenz vermitteln“, sagt Fischer. Deswegen müsse man derzeit einiges über die Betriebe ausgleichen. Der Schulleiter hat die Sorge, dass die praktische Ausbildung in Zeiten wie diesen nicht vollumfänglich abgebildet werden kann. „Wir müssen schauen, wie viel wir nach dem Ende der Pandemie nacharbeiten müssen“, sagt Fischer. Man stehe in engem Austausch mit den Betrieben vor Ort und lege noch mehr Augenmerk darauf, dass die praktischen Elemente abgearbeitet werden.

Insgesamt müsse man Branche für Branche betrachten. Baugeräteführer etwa konnten an der Berufsschule bereits im Herbst mit Lehr-Baumaschinen arbeiten. „In diesem Bereich ist beispielsweise schon wahnsinnig viel gelaufen“, sagt Fischer.

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