1. Startseite
  2. Lokales (Neuburg)
  3. Neuburger Schloßfest verärgert Anwohner

Neuburg

21.06.2019

Neuburger Schloßfest verärgert Anwohner

Seit Wochen probt der Fanfarenzug im Amalienhof für das Schloßfest.
Bild: Xaver Habermeier

Plus Schloßfest bedeutet für Neuburg Ausnahmezustand. Ein Umstand, mit dem nicht alle Anwohner einverstanden sind. Was ein Bürger des Abschnitts „Zur Hölle“ fordert.

Das Schloßfest rückt näher, neun Tage sind es noch bis zur Eröffnung. Doch bevor das Spektakel in der Oberen Altstadt beginnt, liegt Ärger in der Luft. Mit einer E-Mail hat sich ein Anwohner des Wegeabschnittes „Zur Hölle“, der seinen Namen hier nicht lesen will, an die Neuburger Rundschau gewandt.

Darin wirft er die Frage auf, warum die rund zehn Bewohner des Teilstückes nicht genauso behandelt werden, wie die Anwohner der Oberen Altstadt – sprich: Warum sie nicht ebenfalls freien Eintritt bekommen. Schließlich, so das Argument, befinde sich die „Hölle“ am Nadelöhr und damit an einem der drei Hauptzugänge zum Schloßfest. „Der Besucherstrom staut sich vor dem Einlass, die Bewohner haben Probleme ihre Anwesen mit dem Auto zu erreichen und parken teilweise außerhalb des Stadtzentrums“, heißt es in der Nachricht. Auf Nachfrage bekräftigt der betroffene Anwohner seine Beschwerden: „Wir müssen zum Teil die Einkäufe mit Kindern auf dem Arm von der Schlösslwiese zu den Häusern schleppen.“

Anwohner beschwert sich über das Verhalten der Schloßfestbesucher

Der Vorsitzende des veranstaltenden Verkehrsvereins, Friedhelm Lahn, kann die Problematik zwar grundsätzlich verstehen, sagt aber auch: „Ich bin schon der Meinung, dass er zu seiner Wohnung kommt. Auf die Parkplätze vor Ort hat jeder – sofern nicht anders gekennzeichnet – ein Anrecht. Außerdem kennt jeder die Öffnungszeiten des Festes.“ Daher könne man seine Einkäufe auch anders legen, sagt Lahn.

ecsImgBannerWhatsApp250x370@2x-5735210184021358959.jpg

Ein weiterer Kritikpunkt des Anwohners ist das Verhalten einiger Festbesucher. „Der gesamte Bereich wird als Fahrradabstellplatz, Müllkippe und Toilette benutzt. Viele Besucher urinieren an Hauswände, in Vorgärten und sogar an Haustüren.“ Außerdem komme es immer wieder zu kleineren Sachbeschädigungen. Doch auch hier bleibt Lahn gelassen: „Was um das Schloßfest herum passiert, darauf haben wir keinen Einfluss. Dafür können wir auch nicht gerade stehen.“

Schloßfest: Verkehrsverein will freien Eintritt nicht ausweiten

Das Hauptanliegen des Anwohners ist es jedoch, genauso wie die Altstadtbewohner freien Eintritt zu bekommen. Denn die Höllen-Bewohner wollten keineswegs das Schloßfest abschaffen. Als einen Grund für seine Forderung nennt er die wochenlangen Proben des Fanfarenzugs im Amalienhof, bei denen er einst selbst Mitglied war. Diese fänden nämlich zu einer Zeit statt, zu der kleine Kinder bereits schlafen sollten. Früher habe es bessere Orte zum Proben gegeben, erklärt der Beschwerdeführer.

Die Regelung, war freien Eintritt aufs Schloßfest bekommt, will der Verkehrsverein nicht aufweichen. 
Bild: Marcel Rother

Lahn hat dazu eine klare Meinung: „Wenn er ein Problem mit dem Fanfarenzug hat, kann er sich gerne an diesen wenden. Das ist ein eigenständiger Verein.“ Eine Hoffnung auf freien Eintritt macht der Verkehrsvereinsvorsitzende weitestgehend zunichte. „Es gibt eine auferlegte Regelung für die Altstadtbewohner, die klar feststellt, wer freien Eintritt bekommt.“ Zwar werde er das Anliegen noch einmal mit dem Schloßfest-Komitee besprechen, Lahn tendiere aber zu einem Nein. „Wenn wir da anfangen, wo hören wir dann auf?“

Schloßfest-Veranstalter: „Wir wollen ein Miteinander, kein Gegeneinander“

Zudem mache der Verkehrsverein das alles ehrenamtlich, eben aus Spaß an der Freude. „Wir tragen das Risiko und sind abhängig von den Einnahmen. Wir bekommen nur einen Bruchteil des Geldes wieder rein, das solche Veranstaltungen kosten“, sagt Lahn.

Immerhin das Fazit des Vorsitzenden macht Hoffnung auf ein friedliches Schloßfest: „Wir bemühen uns um einen Konsens mit den Leuten. Wir wollen ein Miteinander, kein Gegeneinander. Das Schloßfest dauert zwei Wochenenden – ich denke, die Belastung ist auszuhalten.“

Themen Folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Das könnte Sie auch interessieren