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Neuburg

12.11.2019

Neuburger Schüler diskutieren über Künstliche Intelligenz

Moderatorin Gabriele Kaps, Damien Lacroux von der Pariser Sorbonne, Holger Günzel von der Hochschule München und die beiden Mitarbeiter der KU Eichstätt, Stefan Raich und Tobias Holischka bei der Podiumsdiskussion im Descartes-Gymnasium. Descartes’ berühmtes Zitat „Ich denke, also bin ich“ nahmen die Teilnehmer zum Anlass über Künstliche Intelligenz zu diskutieren.
Bild: Christof Paulus

Mit Experten aus München, Eichstätt und Paris diskutierten die Schüler des Descartes-Gymnasiums über Künstliche Intelligenz - in drei Sprachen.

Beim Turmbau zu Babel ging plötzlich alles schief, als die Menschen nicht mehr die gleiche Sprache sprechen konnten. Bei der Podiumsdiskussion zum Thema „Künstliche Intelligenz“ im Descartes-Gymnasium in Neuburg waren es jedoch die vielen Sprachen, die den Erfolg der Diskussion ausmachten. Und wenn es zwischen Franzosen und Deutschen doch einmal haperte, dann trugen diese Momente wenigstens zur Erheiterung der Gäste und Diskutierenden bei.

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Es waren nicht irgendwelche Gäste, die an dieser Runde teilnahmen. Damien Lacroux, französischer Doktorand der Pariser Sorbonne-Universität, samt einem guten Dutzend französischer Studenten, waren im Konferenzsaal des Neuburger Gymnasiums, um mit den Schülern und Vertretern der Hochschule München und der Katholischen Universität (KU) Eichstätt-Ingolstadt ihre Meinungen auszutauschen.

In Neuburg trifft Descartes auf Künstliche Intelligenz

Und es war nicht irgendein Thema, mit dem die Teilnehmer sich im Konferenzsaal beschäftigten: Das berühmte Zitat „Ich denke, also bin ich“ von René Descartes – der dem Gymnasium seinen Namen gibt – war der Anlass, darüber zu diskutieren, inwiefern sich dieses Zitat auf KI, die Künstliche Intelligenz, anwenden lässt – und wie man grundsätzlich mit KI umgehen kann. Die Diskussion war verknüpft mit der Tagung „Descartes in Neuburg“, die in den vergangenen Tagen stattfand. Vor exakt 400 Jahren soll der französische Aufklärer sich in Neuburg aufgehalten haben – und dort zu wichtigen Erkenntnissen gelangt sein.

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Weil sie das Thema merklich interessierte, war allen anzumerken, wie gerne sie dazu bereit waren, sich auf das Erklettern der Sprachbarriere einzulassen. Denn erst am Vorabend sei ihr angekündigt worden, dass auch eine Reihe französischer Studenten an der Diskussion teilnimmt, die kein Deutsch spricht, sagte Moderatorin Gabriele Kaps. Die Diskussion führte sie deshalb kurzerhand auf Englisch – und falls nötig, übersetzte sie ihren Gästen das Gesagte in deren Muttersprache.

Für die Schüler war die Diskussion aber nicht nur eine Gelegenheit, ihre Fremdsprachenkenntnisse zu vertiefen. Sie hatten die Möglichkeit, den Experten ihre Fragen zum Thema KI zu stellen und sie mit all den Gedanken zu konfrontieren, die sie dabei umtreiben. Und das war vor allem eines: Wie entscheidet sich die KI eines autonomen Fahrzeugs, wenn es zwischen Menschenleben wählen muss?

Diskussion in Neuburg: Was macht Künstliche Intelligenz aus?

Denn sobald ein solches Fahrzeug sich auf zwei Hindernisse zubewegt, von denen es nur einem ausweichen kann, muss es selbst entscheiden, welches das ist – und welches es dementsprechend anfährt. Eine ganze Reihe von Fragen hatten die Schüler dazu vorbereitet. Eine eindeutige Antwort darauf, nach welchen Maßstäben die Entscheidung fallen könnte, hatte wenig überraschend niemand parat. Auch die weiteren Themen, die die Schüler ansprachen, offenbarten vor allem, dass KI ihnen durchaus Sorgen bereitet. Dabei wiesen die Experten doch gleich zu Beginn der Diskussion darauf hin, dass Künstliche Intelligenzen bereits Alltag sind: In vielen Anwendungen von Facebook oder Instagram kommen diese vor – wie etwa in der Gesichtserkennung.

Doch genau hier setzte einer der Punkte an, über den die Schüler reden wollten: Wie könne man sicherstellen, dass menschliche Daten von KI und Programmierern nicht missbraucht werden können? Vom Descartes-Leitsatz „Ich denke, also bin ich“, war die Diskussion dort freilich schon ein wenig abgekommen. Doch dem Philosophen Tobias Holischka gelang es, den Bogen zu spannen, indem er eine einfache Lösung vorschlug: Experten sei es kaum möglich, Datenmissbrauch zu verhindern. Doch jeder Einzelne könne das: indem er die Anwendungen und Geräte, die Daten sammeln, nicht mehr nutze.

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