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Neuburg

14.10.2020

Neuburger Stadtwerke im ruhigen Fahrwasser - trotz Corona

Mehrere zehntausend Euro an Abfindungen müssen die Neuburger Stadtwerke für Abfindungen bezahlen.
Bild: Marcel Rother (Archiv)

Plus Der Wirtschaftsplan 2020 und die Sparvorgaben werden eingehalten, auch wenn Corona auch den Kommunalbetrieb trifft. Wie viel Geld die Stadtwerke durch die Pandemie verlieren.

Den Neuburger Stadtwerken geht es wieder besser. Die Sparvorgaben der Stadtpolitik und der Wirtschaftsplan 2020 können eingehalten werden. Die leidige Kündigungswelle des Vorjahres findet langsam ihren Abschluss. Mindestens 200.000 Euro verliert der Kommunalbetrieb heuer durch die Corona-Pandemie. Oberbürgermeister Bernhard Gmehling zeigt sich dennoch „erfreut, dass die finanziellen Auswirkungen der Krise überschaubar sind“. Er geht davon aus, dass der Regelbetrieb jetzt beibehalten werden kann – wenn die Infektionszahlen nicht weiter steigen.

Der Konsolidierungskurs wird also weiterverfolgt. „Wir sind sehr konservativ unterwegs“, versicherte Werkleiter Richard Kuttenreich den Mitgliedern des Werkausschusses. Die Stadtwerke seien auf einem sehr guten Weg „und die Vorgaben unseres Wirtschaftsplanes werden wir mitnichten reißen“.

Kündigungen bei den Stadtwerken Neuburg

Ralph Bartoschek ( SPD) hat ausgerechnet, dass nach dem Halbjahresergebnis die Personalkosten am Ende nur 7,3 Millionen statt 8,2 Millionen Euro ausmachen würden. Das sei leider nicht so, entgegnete der kaufmännische Leiter Florian Frank, am Ende kämen das Weihnachtsgeld und Ausgaben für Neueinstellungen dazu. Es habe heuer „eine Reihe von Eigenkündigungen gegeben“.

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Mindestens drei Beschäftigte der mittleren Ebene haben die Stadtwerke freiwillig verlassen. Die von Stadtrat und Werkleitung beschlossenen Kündigungen 2018/19 sind vollzogen, es laufen noch zwei arbeitsgerichtliche Verfahren. Wenn man im öffentlichen Dienst gekündigt werde, dann sei das „ein trauriges Kapitel der Stadtwerke“, findet Personalratsvorsitzender Stefan Ebert. Jetzt müsse man „einen Haken darunter setzen und mit den Stadtwerken nach vorne schauen“.

Die Nahwärme wollen die Neuburger Stadtwerke ausbauen

Beim Stromverkauf gehen die Mengen zurück, weil die Industriebetriebe heuer einen Gang zurückgeschaltet haben und die Stadtwerke im Preiskampf nicht mehr mithalten können. Das gilt auch für den Verkauf von Erdgas und die knapp gewordenen Margen.

In den Ausbau der Nahwärme setzen die Stadtpolitiker ihre Hoffnungen, den Gewinn von zuletzt 300.000 Euro (2019) heuer zu steigern. Rechnerisch beziehen fast 2000 Wohneinheiten Wärme, darunter befindet sich auch Donaumalz mit 25 Millionen Kilowattstunden pro Jahr. Mehr als 70 neue Hausanschlüsse jährlich seien bautechnisch und finanziell nicht zu schaffen.

Verluste bei den Neuburger Bussen

Er freue sich auf den Zeitpunkt, „wenn die Nahwärme eine Million Euro plus bringt“, so die Erwartung von Oberbürgermeister Bernhard Gmehling. Damit könnte man auch die Verluste der Bäder und Stadtbusse besser ausgleichen. Stadtwerkechef Richard Kuttenreich würde diesen „öffentlichen Bereich“ gerne zur Stadt schieben, um sein Eigenkapital und seinen Aktionsradius zu erhöhen. Gesundheitsvorsorge und Mobilität zählen allerdings auch zum Geschäft des Vollversorgers, außerdem erspart der steuerliche Querverbund jedes Jahr mehrere Hunderttausend Euro an Steuern.

Für Busse und Bäder schiebt die Stadt jedes Jahr eine Millionen-Einlage zu ihrem Eigenbetrieb. Man müsse sich „davon verabschieden, dass die Stadtwerke alles ausgleichen“, meint Stadtrat Frank Thonig (WIND) und er stellte die Frage: „Können wir diese Sozialleistungen für die Bürger aufrecht erhalten?“ CSU-Fraktionschef Alfred Hornung entgegnete daraufhin, er erwarte „konkrete Vorschläge“ von seinem Kollegen.

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