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Neuburg

14.01.2021

Neuburger Tafel vergibt jetzt persönliche Abholtermine

Gemüse und Obst wird hinter Plexiglas ausgegeben, ansonsten ist Selbstbedienung bei der Tafel.
Bild: Winfried Rein

Plus Die Ausgabe bei der Tafel in Neuburg ist wieder angelaufen. Bedürftige können die Lebensmittel aber auch abholen. So funktioniert's.

Neues Jahr, gleicher Job – die Neuburger Tafel gibt wieder Lebensmittel an Bedürftige aus. Der Andrang blieb überschaubar, das lag an zwei Gründen: Einigen war es schlichtweg zu kalt, außerdem vergeben die Tafel-Helferinnen jetzt persönliche Abholtermine.

Tafel in Neuburg: Wie beim Zahnarzt erhalten die Berechtigten Termine mit Uhrzeiten

Wie beim Zahnarzt erhalten die Berechtigten Termine mit Uhrzeiten. „Mit dieser Staffelung vermeiden wir Warteschlangen und zu geringe Abstände“, erläutert Tafel-Chefin Philomena Schlamp. Nun kommt die Pflicht zum Tragen von FFP 2-Masken dazu. Diese Vorsichtsmaßnahmen ermöglichen der Neuburger Tafel die Öffnung auch während der Pandemie. Bis auf einige Wochen im Frühjahr 2020 war die Anlaufstelle im Schwalbanger stets zu den regulären Zeiten zugänglich – „als eine der wenigen Tafeln in Bayern.“

Die Tafel-Helferinnen richteten wieder Obst, Gemüse, Brot und weitere Lebensmittel her.
Bild: Winfried Rein

Die Tafel in Ingolstadt zum Beispiel bleibt zu, deshalb kam auch ein Transport mit verderblichen Lebensmitteln in Neuburg an. Wegwerfen ist bei der Tafel tabu, nur unbrauchbare Ware wird selbstredend nicht ausgegeben. Nach Weihnachten, Neujahr bestückten Discounter und Märkte ihre Regale neu, deshalb konnten die Tafel-Chauffeure Sonderkontingente abholen. 52 Märkte, Hersteller, Einzelhändler, Bäckereien und Metzgereien kooperieren mit der Tafel Neuburg und sichern den Nachschub. Die Männer holen die Lebensmittel ab, die Frauen sortieren, verwerten und helfen bei der Ausgabe. Letztere ist in Corona-Zeiten zur Selbstbedienung geworden.

Soziales: Nachweis der Bedürftigkeit und ein kleines Pfand für Flaschen bei der Tafel nötig

Den Nachweis der Bedürftigkeit und ein kleines Pfand für Flaschen verlangt die Tafel-Mannschaft nach wie vor. Vorsitzende Philomena Schlamp ist im Laufe der Jahre zu einer Kennerin des Neuburger Sozialgefüges geworden. „Es kommen zum Beispiel Rentnerinnen, denen monatlich nicht mehr als 300 Euro zum Leben bleiben“, hat sie festgestellt. Offenbar seien in der Pandemie mit ihren Ausgangssperren mehr Menschen zum Nachdenken gekommen.

Die private Spendenbereitschaft steigt jedenfalls deutlich: „Die Leute rufen an und fragen, welche Lebensmittel sie kaufen sollen.“ Der Rot-Kreuz-Kreisverband und Kreisrätin Elfriede Müller lieferten Körbe mit selbst gestrickten Mützen, Schals und Taschen an. Die Produkte waren für den Weihnachtsmarkt gedacht gewesen und gehen nun an Arme.

Dankbar ist das Tafel-Team auch der Glasfabrik Verallia. Das Unternehmen spendete sozusagen kontaktlos 2500 Euro für die Beschaffung von Lebensmitteln. Der gleiche Betrag war bereits 2020 von Verallia eingegangen, außerdem 5000 Euro als Beitrag zur Anschaffung des neuen Transporters.

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