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Neuburg

10.07.2020

Neuburger Türsteher wird angegriffen und verletzt

Vor einem Neuburger Lokal gab es eine Schlägerei, die derzeit vor dem Amtsgericht verhandelt wird. 
Bild: Alexander Kaya

Zwei Männer stehen wegen gefährlicher Körperverletzung vor dem Amtsgericht. Aber wer hat wirklich zugeschlagen? Staatsanwaltschaft räumt Missverständnis ein.

Eigentlich war er nur kurz für einen Kollegen eingesprungen. Doch die Hilfsbereitschaft eines 31-Jährigen endete für ihn im Krankenhaus. Zwei Männer (21 und 30 Jahre) sollen den Türsteher eines Neuburger Lokals im Februar angegriffen und verletzt haben. Am Dienstag mussten sich die beiden Neuburger nun wegen gefährlicher Körperverletzung vor dem Amtsgericht Neuburg verantworten.

Das 31-jährige Opfer ist eigentlich Service- und Thekenkraft in dem Lokal in der Neuburger Innenstadt. Nur kurz sollte er für seinen Kollegen, den Türsteher, an jenem Februarmorgen um 4.30 Uhr einspringen, damit dieser austreten konnte. Eine Gruppe von 15 bis 20 Leuten in Feierlaune wollte aber gerade zu dem Zeitpunkt in das Lokal. Allen voran der 30 Jahre alte Angeklagte, der schon einmal wegen seines Verhaltens Hausverbot in dem Lokal erhalten hatte, und ein Bekannter.

Der Türsteher wurde in Neuburg von mehreren Männern angegriffen

Als der 31-Jährige die Männer ob des nahenden Feierabends abwies, wurde er beschimpft. Schließlich wurde der Türsteher am T-Shirt auf die Straße gezerrt. Fünf bis sechs Männer traktierten dann den am Boden Liegenden mit Fußtritten und Fäusten. Wer zugeschlagen hat, konnte der 31-Jährige vor Gericht nicht sagen. Ein Zeuge will aber den 30-Jährigen als Schläger erkannt haben. Kollegen und ein Gast, insgesamt drei Personen, eilten dem Opfer zu Hilfe.

„In meiner Aufregung nannte ich ihn dann Feigling“, erzählte der Geschlagene und deutete auf den 30-jährigen Angeklagten. Das habe die Gruppe erneut angestachelt und es kam noch einmal zu Schlägen. Die jedoch bekam der helfende Kollege ab. Und das sei „definitiv der 30-Jährige gewesen“, so der 31-Jährige, „er war der Mitinitiator“. Erst als die Vierer-Gruppe die Polizei rief, ließen die aggressiven Männer von ihnen ab.

Schlägerei vor einem Neuburger Lokal: Urteil ist noch nicht gesprochen

Das Opfer hatte sich Hämatome an beiden Augen, Schürfwunden, Prellungen an den Rippen und einen abgebrochenen Backenzahn zugezogen. Vor Gericht leugneten beide Angeklagten die Tat. Der 21-Jährige sei betrunken gewesen und habe sich vor dem Lokal mit einem Bekannten unterhalten. Mit der Rauferei habe er nichts zu tun, erklärte der junge Mann. Diese Aussage bestätigten alle Zeugen. Der 30-jährige Angeklagte dagegen behauptete, nicht betrunken gewesen zu sein und als Streitschlichter fungiert zu haben. Später habe er auf einer Internetplattform die Täter erkannt und der Polizei gemeldet. Drei Zeugen untermauerten seine Version des „Schlichtens“. Allerdings bekräftigten vier weitere Zeugen die Mittäterschaft des 30-Jährigen. 

Staatsanwalt Thorsten Schalk glaubte letztendlich den Zeugen, die den 30-jährigen Angeklagten als Aggressor bezichtigten. Dieser habe mit seiner Version nur eine Schutzbehauptung aufstellen wollen. Da der Mann alkoholisiert war und keine Vorstrafen hat, forderte Schalk eine neunmonatige Bewährungsstrafe. Für Verteidiger Jörg Gragert passten die unterschiedlichen Zeugenaussagen nicht zusammen und er plädierte daher im Zweifel für den Angeklagten. Bei dem 21-jährigen Angeklagten räumte Staatsanwalt Schalk Missverständnisse bei der polizeilichen Vernehmung ein. Der junge Mann sei nicht an der Tat beteiligt gewesen und freizusprechen. Das Urteil fällt das Schöffengericht unter Vorsitz von Richter Gerhard Ebner nächsten Dienstag.

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