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Neuburg/Donau

14.09.2018

Neuburgs Kommodore im Einsatz gegen den Terror

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Der Chef der Luftwaffe Neuburg, Kommodore Oberst Thomas Früh, fliegt im Einsatz gegen die Terrororganisation IS nach Jordanien.
Bild: Xaver Habermeier

Der Chef des Taktischen Luftwaffengeschwaders 74 in Neuburg geht für ein halbes Jahr nach Jordanien. Ein Interview mit Oberst Thomas Früh. 

Kommodore Oberst Thomas Früh, Sie fliegen kommende Woche, am Donnerstag, 20. September, nach Jordanien. Ist das Ihr erster Auslandseinsatz als Kommodore?

Früh: Als Kommodore ist es mein erster Auslandseinsatz.

Wie viele Auslandseinsätze hatten Sie insgesamt und wo waren Sie überall?

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Früh: Insgesamt ist es mein zweiter. 1997 war ich mit den Bodentruppen bei der Stabilisierungsmission SFOR in Bosnien-Herzegowina eingesetzt.

Was sind Ihre Aufgaben in Jordanien?

Früh: Als Kontingentführer werde ich der Vorgesetzte für die Soldaten der Bundeswehr sein, die in Jordanien, Katar, Kuwait und im Irak bei der Mission Counter Daesh/Capacity Building Iraq eingesetzt sind.

Welchem Zweck dient der Einsatz?

Früh: Die Bundeswehr ist Teil einer internationalen Koalition gegen die Terrororganisation IS. Wir fliegen mit Tornados vom Flugplatz Al Azrak in Jordanien aus, hauptsächlich um mit hochauflösenden Kameras Informationen über die Terroristen zu sammeln. Außerdem haben wir dort ein Tankflugzeug, also eine fliegende Tankstelle. Damit werden Flugzeuge der Koalition auf dem Weg ins Einsatzgebiet in der Luft mit Kerosin betankt. Im Irak bilden wir Streitkräfte aus, die unter anderem dafür sorgen sollen, dass dort ein Wiedererstarken der Terrororganisation IS verhindert wird.

In Jordanien ist der Tornado im Einsatz.
Bild: Frank Schmidl

Wie gefährlich ist ein solcher Einsatz?

Früh: Wir werden auf Einsätze grundsätzlich recht gut vorbereitet. Meine Ausbildung, die ich speziell dafür zu durchlaufen hatte, war sehr umfangreich und intensiv. Ich war zum Beispiel Schießen und hatte Erste-Hilfe-Training.

Bereiten Sie sich speziell darauf vor und falls ja, wie – körperlich und mental?

Früh: Speziell habe ich mich mit den besonderen Rahmenbedingungen im Einsatzgebiet befasst. Dazu zählen etwa die politische Lage oder die Sicherheitssituation. Ansonsten wird mir meine dienstliche Erfahrung helfen. Da ich selbst Tornado-Pilot war, ist mir die Materie ja nicht völlig unbekannt.

Sind Sie nervös?

Früh: Nein, nervös bin ich nicht. Aber ich bin auf jeden Fall gespannt, was da auf mich zukommt.

Wie lange werden Sie insgesamt in Jordanien sein?

Früh: Das geplante Ende dieses Einsatzes ist für mich Ende März 2019. Also schon jetzt: frohe Weihnachten und einen guten Rutsch!

Was erhoffen Sie sich von dem Einsatz?

Früh: Meine Hoffnung ist, dass wir dazu beitragen, dass in dieser Region irgendwann wieder Ruhe einkehrt und die Menschen dort wieder ein normales Leben führen können.

Was werden Sie an Neuburg vermissen?

Früh: Vermutlich wird mir bald das Grün in der Natur fehlen. Auf jeden Fall werde ich vermissen, dass ich mich dort nicht frei bewegen kann – nicht mal schnell in die Stadt fahren, meine Lieben zuhause besuchen oder im Wald spazieren gehen. Und natürlich wird mir meine originäre Aufgabe fehlen: Ich bin schließlich gerne Kommodore des Neuburger Geschwaders.

Nehmen Sie einen Talisman mit?

Früh: Ich bin nicht so der Typ für einen Talisman. Aber was ich auf jeden Fall dabei haben werde, ist mein iPad mit vielen Fotos.

Interview: Marcel Rother

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