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13.10.2008

Neues Pflegeheim als Standort- und Wirtschaftsfaktor

Neuburg Von der einen Seite reißen die Bagger die Wände ein, auf der anderen wachsen neue in den Himmel: Gut zweieinhalb Monate nach Baubeginn des neuen AWO-Pflegeheims an der Loristraße kann man sich ein konkretes Bild davon machen, wie in Zukunft hier betreuter Wohnraum für ältere Menschen aussehen wird.

Viel Licht - das ist das Konzept des Münchner Architekten Wolfgang Schirnharl. Das fällt bisher noch durch karge Betonwände. "Wir sind voll im Zeit- und Kostenplan", sagt der Architekt, der schon bei 42 Altenheimen für die Baupläne verantwortlich war. "In Rekordzeit" habe man die gut 5200 Quadratmeter Gebäudefläche gebaut. 200 Tonnen Stahlbeton umgeben ein Raumvolumen von 18 500 Kubikmetern - das entspricht etwa 36 Doppelhaushälften. In der Zwischenzeit haben sich auch die Besitzverhältnisse des Rohbaus geändert. Ursprünglich war das Baugeschäft Hans Mayr als Investor aufgetreten. Jetzt ist es die AWO selbst, die als Besitzer und Betreiber des Seniorenpflegeheims fungieren wird. Insgesamt investiert die Sozialorganisation zehn Millionen Euro. Geplant waren ursprünglich sechs Millionen. Bewusst setzt die AWO bei dem Pflegeheim auf ein spezielles Wohngruppenkonzept. Im neuen Heim gibt es keinen Speisesaal, keine langen Flure. Jeweils 16 Bewohner bilden eine Gemeinschaft, deren etwa 22 Quadratmeter große Zimmer sich um ein Wohnzimmer gruppieren. Hier wird auch gemeinsam gegessen - mit Blick in Richtung Eingang. "Damit die Leute sehen, wer kommt", beschreibt Architekt Schinharl sein Konzept. Er möchte die älteren Menschen auch mit seiner Architektur unterstützen länger am gemeinschaftlichen Leben teilzunehmen, sich nicht einsam in ein Zimmer zurückzuziehen, sondern "ein letztes Highlight ihres Lebens" zu wagen. Theoretisch ist es auch möglich, dass im Pflegeheim ambulant versorgte Wohngruppen installiert werden. "Im Pflegeheim muss man nicht einsam sein", sagt Stefan Langen, Geschäftsführer des AWO-Sozialzentrums. Damit die insgesamt 96 Bewohner des Heimes gut versorgt sind, will die AWO insgesamt 80 zusätzliche Arbeitsplätze schaffen. Ein Pfleger soll sich - wie im Gesetz vorgeschrieben - um 2,4 Patienten kümmern.

Was das Ganze für mögliche Mieter kosten würde, ist derzeit noch nicht eindeutig und richtet sich nach der Pflegestufe. "Wir müssen erst die Personal- und Betriebskosten schätzen", sagt AWO-Vorstandsvorsitzender Eberhard Gulde. "Außerdem wird das an regionale Preise angeglichen." Im Pflegeheim, das im Herbst 2009 eröffnet werden soll, wird es ein öffentliches Café im Foyer des Hauses geben. Zudem wird die Großküche des nebenliegenden Sozialzentrums in den Neubau umziehen.

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