1. Startseite
  2. Lokales (Neuburg)
  3. Neuhof-Projekt steht auf der Kippe

Neuburg

12.04.2018

Neuhof-Projekt steht auf der Kippe

Copy%20of%20Neuhof_1.tif
2 Bilder
Geht es nach der Bauherrengemeinschaft, sollen auf dem rund 8000 Quadratmeter großen Gelände der ehemaligen Neuhof-Brauerei viele neue Wohnungen entstehen.
Bild: Bernhard Mahler

Auf dem Gelände der ehemaligen Neuhof-Brauerei könnten viele neue Wohnung entstehen. Doch die Pläne der Eigentümer stoßen auf Widerstand.

Dass auf dem 8000 Quadratmeter großen Gelände der ehemaligen Neuhof-Brauerei etwas Neues entstehen soll, darin sind sich eigentlich alle einig. Nicht nur viele Neuburger Bürger, auch der Stadtrat befürwortet den Umbau. Die konkreten Pläne dazu sorgen allerdings für große Diskussion. Zu hoch seien die geplanten Wohnhäuser, die dort entstehen soll, hieß es schon im vergangenen Sommer im Stadtrat. Nun legt die Bauherrengemeinschaft einen neuen Plan vor, der sogar noch mehr neue Wohnflächen vorsieht. Ein Vorschlag, der im Bauausschuss erneut auf heftige Kritik stößt.

Zu viele Wohnungen, zu wenig Naturschutz

Vor über zwei Jahren wurde von der Stadt Neuburg ein Bebauungsplan verabschiedet, der den Umbau des Neuhof-Geländes grundsätzlich möglich macht. Sebastian Mahr, der mit seinem Vater Reinhard als Gesellschafter der Neuhof Immobilien GmbH & Co.KG Eigentümer der Immobile ist, und Architekt Karl-Erwin Lutz legten im vergangenen Sommer ihre Pläne zum Umbau und zur Renovierung der Gebäude aus dem 19. Jahrhundert vor. Die beiden Brauerei-Gebäude sollten erhalten bleiben, eines zur Hälfte abgebrochen und ergänzt werden. In diesem befinden sich mehrere alte Sudkessel. Im hinteren Bereich sollten vier komplett neue Häuser errichtet werden. 60 bis 80 Wohnungen könnten so entstehen. Vor allem größere, in viergeschossigen Mehrfamilienhäusern. Das Bauamt hielt diese Pläne allerdings für unangemessen. Zu hoch seien die geplanten Häuser gegenüber der denkmalgeschützten Umgebung der ehemaligen Industriebauten, hieß es. Architekt Lutz argumentierte hingegen, dass weniger Wohnungen nicht rentabel seien, die Kosten für die Renovierung des denkmalgeschützten Teils seien zu hoch.

Die neuen Pläne treffen auf Widerstand

Gestern legte der Architekt zusammen mit der Bauherrengemeinschaft einen neuen Plan vor. Der sieht allerdings nicht weniger neue Wohnfläche vor. Aus Sicht der Bauherrengemeinschaft hat das einen einfachen Grund: Bisher sei man davon ausgegangen, dass im historischen Sudhaus, das als Gebäude größtenteils erhalten bleiben soll, mehr Wohnraum entstehen könnte. Bei einer Besichtigung des Geländes mit der Denkmalschutzbehörde im November vergangenen Jahres habe sich allerdings herausgestellt, dass die im Gebäude befindlichen Sudkessel aus Sicht der Behörde unter den Denkmalschutz fallen. Daraufhin habe Architekt Lutz zusätzliche Wohnfläche an anderer Stelle einplanen müssen. „Ansonsten rechnet sich das Projekt nicht“, sagt Eigentümer Sebastian Mahr.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Zufrieden ist der Stadtrat mit diesen Plänen allerdings nicht. Er vertagte eine Entscheidung und forderte den Architekten auf, bis zur nächsten Sitzung ein 3-D-Modell des Geländes und der Gebäude anzufertigen, um sich ein besseres Bild von der Lage machen zu können.

Die zusätzlichen Wohngebäude stünden zu nahe am Bereich der Sternschanze, einem wichtigen Naherholungsgebiet der Stadt, erklärten einige Stadträte. Auch das Bauamt merkte an, dass die Bebauung an dieser Stelle „überhaupt nicht befürwortet“ werden könne.

Das Projekt steht kurz vor dem Scheitern

Stadtheimatpfleger Roland Thiele nannte das Gebäude „eines der wichtigsten aus dem 19. Jahrhundert in Neuburg“. Bei diesem Bauprojekt dürfe man nicht denselben Fehler wie bei der unteren Schanze machen, wo am Ende alles zugebaut worden sei. „Man fragt sich, ob überhaupt Bereitschaft da ist einzulenken“, sagte die Grünen-Stadträtin Karola Schwarz. Fritz Goschenhofer (CSU) schlug vor, die historischen Sudkessel zu entfernen, um dort mehr Wohnraum zu schaffen, der im Bereich der Schanze eingespart werden könnte. Ein Vorschlag, der bei der Bauherrengemeinschaft auf offene Ohren stößt. Allerdings könnte ihnen der Denkmalschutz letztlich einen Strich durch diese Rechnung machen. Dennoch stellt Eigentümer Mahr klar: „Wenn es mit dem Sudhaus nicht klappt, platzt das Projekt.“ Denn in diesem Fall würde sein Investor sicherlich abspringen.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren