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Neuburg

31.01.2019

Neujahrsempfang: Beliebtes Geschwader

Den Neujahrsempfang des Taktischen Luftwaffengeschwaders 74 eröffnete der amtierende Kommodore Oberstleutnant Siegfried Beck (rechts) vor rund 300 geladenen Gästen in der neuen Sporthalle.
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Den Neujahrsempfang des Taktischen Luftwaffengeschwaders 74 eröffnete der amtierende Kommodore Oberstleutnant Siegfried Beck (rechts) vor rund 300 geladenen Gästen in der neuen Sporthalle.
Bild: Xaver Habermeier

2018 besuchten so viele Gäste wie noch nie die Basis in Neuburg. Dort spendeten die Geschwaderangehörigen nicht nur viel Geld, sondern auch viel Blut.

Wer hat den härtesten Schuss? Oberbürgermeister Bernhard Gmehling, Stephan Blauth, der neue Leiter des Staatlichen Bauamts, seine Stellvertreterin Barbara Thiel-Lintner oder Oberstleutnant Siegfried Beck? Mit einem amüsanten sportlichen Vergleich endete der offizielle Teil des Neujahrsempfangs beim Taktischen Luftwaffengeschwader 74 am Donnerstagnachmittag. Das passte zum Veranstaltungsort, der neu errichteten Sporthalle in der Wilhelm-Frankl-Kaserne, die vor rund 300 geladenen Gästen gleichzeitig eingeweiht wurde.

„Sie sind die Ersten, die sie nutzen dürfen“, sagte der amtierende Kommodore Beck. Baubeginn für die Halle – die alte hat nach 48 Jahren ihren Dienst getan und soll noch heuer abgerissen werden – war im Herbst 2016. Dabei seien überwiegend heimische Firmen zum Einsatz gekommen. Gekostet hat sie 3,7 Millionen Euro. „Sie war damit im Vergleich zum Flughafen Berlin Brandenburg schneller gebaut und wesentlich günstiger“, witzelte Beck. Die Sporthalle soll den Soldaten und zivilen Mitarbeitern für den Dienstsport dienen, aber auch den umliegenden Sportvereinen zur Verfügung stehen, denen hier eine Möglichkeit gegeben wird, ihr Training auch in den Wintermonaten am Abend fortzusetzen. Die neue Halle soll aber auch als Ort des vierteljährlich im Geschwader durchgeführten Blutspendens und für größere Appelle und Veranstaltungen dienen.

Geschwader: 60 Angehörige 2018 im Auslandseinsatz

Zu Beginn übermittelte Beck die besten Grüße von Kommodore Oberst Thomas Früh, der sich seit September und noch bis März im Auslandseinsatz in Jordanien befindet. Wie dem Rückblick Becks zu entnehmen war, ist und war Thomas Früh nicht der einzige Geschwaderangehörige, der sich im vergangenen Jahr an Auslandseinsätzen der Bundeswehr beteiligt hatte. Insgesamt waren es 60.

Beim Blick auf 2018 erinnerte der Oberstleutnant an zwei fürs Geschwader große Vorhaben: Zum einen die Erweiterung des Einsatz- und Ausbildungsauftrages Luft-Luft und Luft-Boden. Zum anderen die Übernahme der Sicherung des Nato-Luftraums über den Baltischen Staaten in Estland von August bis Januar 2019. Beide Vorhaben seien für sich bereits eine Herausforderung, parallel durchgeführt aber eine immense Belastung für den gesamten Verband. „Sie hat uns bis an unsere Leistungsgrenzen, sowohl personell als auch materiell, herangeführt“, unterstrich Beck.

2018 wurde mit über 3082 Flugstunden auf dem Waffensystem Eurofighter beinahe der Wert von 2017 erflogen. „Gemessen an den vergleichsweise widrigen Rahmenbedingungen im Jahr 2018 eine herausragende Leistung, auf die der Verband sehr stolz sein kann“, betonte Beck. Stolz sei der Verband auch auf seine Besucherzahlen. 2018 kamen 273 Gruppen mit über 6000 Leuten nach Neuburg. Eine Zahl, die bis dahin noch nie erreicht worden sei. Auch auf die erreichte 500.000. Flugstunde in der gesamten Eurofighterflotte konnte in 2018 mit Stolz zurückgeblickt werden.

Eine besondere zusätzliche Herausforderung 2018 sei die Erlangung der Einsatzbereitschaft des Verbandes für die Nato Responce Force, also der schnellen Einsatztruppe der Nato, die die Fähigkeit besitzt, in kürzester Zeit zu unterschiedlichen Einsatzorten mit einem Modul von sechs Eurofightern und entsprechendem Personal verlegt werden zu können. „Seit dem 1. Januar sind wir nun offiziell Teil dieser Nato Force“, sagte Beck. Nicht nur deswegen gibt es auch kein Ausruhen für die erst vor ein paar Tagen aus Estland zurückgekehrten letzten Soldaten des Verbandes. „Wir sind nicht nur der erwähnte Teil der Nato Response Force, sondern bereiten uns auf die Übungen Frisian Flag im April in Holland und Tiger-Meet im Mai in Frankreich sowie der Übung Artic Challenge in Bodö (Norwegen) im Mai/Juni vor.“ In dieser Zeit, genauer gesagt vom 21. bis 28. Mai, plane man derzeit, den Platz zu schließen, damit wichtige Reparaturaufträge am Flugplatz durchgeführt werden können.

Geschwader zeigt in Neuburg viel Engagement

Die Geschwaderangehörigen zeigten mit zahlreichen Spendenaktionen auch vergangenes Jahr wieder großes soziales Engagement. Dass sich daran nichts ändern werde, wurde beim Neujahrsempfang mit Spenden (insgesamt 1490 Euro) an die Stiftung „Für Neuburger“ und (1000 Euro) an das Soldatenhilfswerk für in Not geratene Soldaten oder deren Familie bewiesen. Und auch die Bereitschaft, Blut zu spenden, wurde 2018 erneut gesteigert. Mit dem Blut der Soldaten konnten 950 Blutkonserven hergestellt werden. „Vielleicht schaffen wir die 1000 Markierung in diesem Jahr“, meinte Beck.

Neben den militärischen Verpflichtungen wolle man aber auch die Stadt Neuburg mit der Teilnahme an verschiedenen städtischen Festivitäten weiterhin unterstützen und bereichern. Fest gesetzt ist und wird auch immer das Donauschwimmen bleiben. Für den Verband war es die 30. Teilnahme, „ für mich das erste Mal“, meinte Beck.

Bevor es zum gemütlichen Teil überging, segneten Militärpfarrer Gunther Wiendl und Monsignore Vitus Wengert die Sporthalle. Nachdem dann der amtierende Kommodore mit Stephan Bauth und seiner Stellvertreterin Barbara Thiel-Lintner vom staatlichen Bauamt das Band zur Übergabe durchschnitten hatten, trat dieses Trio mit OB Gmehling, wie eingangs beschrieben, zum sportlichen Wettbewerb an. Wenig überraschend war, dass Fußballer Bernhard Gmehling den härtesten Schuss hatte.

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