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Frieden

02.09.2016

„Nie wieder Krieg!“

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Die Gewerkschafter Bernhard Stiedl und Jörg Schlagbauer legten gestern an der Gedenkstele für Georg Oberhäuser einen Kranz nieder.

Erst Waffen machen Kriege möglich. Deshalb plädiert der DGB für weniger Waffenexporte

Am 1. September 1939 brach in Europa mit dem Überfall Deutschlands auf Polen die Hölle los. Der zweite Weltkrieg sollte sechs Jahre dauern, über 60 Nationen in den Abgrund reißen und über 60 Millionen Menschen das Leben kosten. Seit 1957 erinnert der Deutsche Gewerkschaftsbund an diesem Tag an die Schrecken des Krieges. In Ingolstadt haben am Donnerstag Bernhard Stiedl, Vorsitzender des DGB-Stadtverbandes Ingolstadt, und Jörg Schlagbauer, Vertrauenskörperleiter bei der Audi und Stadtrat, einen Kranz an der Gedenkstele für Georg Oberhäuser einen Kranz im Gedenken an all die Opfer niedergelegt.

„Nie wieder Faschismus – nie wieder Krieg!“ Jörg Schlagbauer machte in seiner Rede sehr deutlich, dass nicht Waffen Kriege verhindern, sondern ein ganz anderer Ansatz zu wählen sei. „Die deutsche Außenpolitik muss von den Zielen „Abrüstung“, „zivile Hilfe“ und „fairer Handel“ geprägt sein. Und nicht von militärischen Interventionen.“ Erst der Export von Waffen und ihre unkontrollierte Weitergabe trage weltweit dazu bei, dass Menschenrechte verletzt würden. „Waffen halten eine Todesspirale in Gang.“ Aber statt die dunklen Kanäle zu unterbinden, aus denen beispielsweise der „Islamische Staat“ seine Waffen beziehe, werde der Terror wiederum mit Waffengewalt bekämpft. „Dieser Teufelskreis muss durchbrochen werden“, forderte Schlagbauer in seiner Rede vor dem Gewerkschaftshaus eindringlich. Wer Waffen liefere, werde Kriege ernten.

Dem Frieden käme man nur näher, so Schlagbauer weiter, indem man soziale Gerechtigkeit fördere. Sie sei die beste Waffe gegen die Ursachen für Terror und kriegerische Auseinandersetzungen. „Weltweit werden 1,7 Billionen Euro für Rüstung ausgegeben. Ein Bruchteil davon würde ausreichen, um die wichtigsten Milleniumsziele der Vereinten Nationen zu erreichen: Halbierung der Armut, Versorgung aller Menschen mit sauberem Wasser, mit Gesundheitsdiensten und mit Bildung.“ Schlagbauer ist sich sicher, dass es ein System der Umverteilung von unten nach oben und von arm zu reich gibt. „Und auch in Deutschland verläuft über 25 Jahre nach dem Mauerfall die Grenze nicht mehr an der Elbe, sondern zwischen oben und unten.“

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Der DGB werde sich weiterhin für soziale Gerechtigkeit einsetzen. Die beiden Weltkriege dürften nicht vergessen werden. Und in diesem Sinne beging der DGB das Gedenken an die Opfer von Krieg und Nationalsozialismus. Die Stele, an der Schlagbauer und Stiedl den Kranz niederlegten, erinnert an Georg Oberhäuser (1884-1968), der der Ingolstädter Gewerkschaftsbewegung bis zu seiner gewaltsamen Absetzung durch die Nationalsozialisten vorstand und der anschließend mehrfach im KZ Dachau eingesperrt wurde.

Bernhardt Stiedl rief die vielen Kriege ins Gedächtnis, die auch heute noch in die Flucht trieben. Viele Gewerkschaftsmitglieder würden durch tatkräftige Hilfe den Asylsuchenden beistehen. Außerdem warb Stiedl für die EU. „Sie ist das größte Friedensobjekt, das es gibt.“ Und wer daran zweifle, solle sich die vielen Friedhöfe mit Kriegsgräbern anschauen.

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