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Neuburg

03.12.2020

Nikolaus in Corona-Zeiten: Elterninitiative plant Versammlung in Neuburg

Das Nikolausfest in diesem Jahr wird anders. Ganz verzichten möchten viele trotz Corona nicht.
Bild: Christoph Soeder / dpa

Plus Eine Elterninitiative möchte trotz Veranstaltungsverbot nicht auf den Brauch zum 6. Dezember verzichten und meldet beim Landratsamt eine Versammlung an.

Am 6. Dezember ist Nikolaustag und der wird – wie quasi alle anderen Festtage in diesem Jahr – anders werden als gewohnt. Nur zu gerne hätte beispielsweise die Stadt Neuburg heuer im Rahmen einer festlichen Neuburger Weihnacht einen Nikolaus zu den wartenden Kindern geschickt. Nur zu gerne hätten viele Kindergärten ihren Schützlingen einen waschechten Nikolaus zum Anfassen präsentiert, mit Stab und Bischofsmütze und Bart natürlich. Wegen der hohen Infektionszahlen und den daraus resultierenden Beschränkungen für Zusammenkünfte und Veranstaltungen bleiben viele Nikolaus-Rituale in diesem Jahr Wunschdenken.

Zumindest, wenn man die Nikolausfeiern als Veranstaltung betrachtet. Die sind laut Infektionsschutzgesetz nicht gestattet. Anders verhält es sich mit Versammlungen. Die sind fest im Grundgesetz verankert. Artikel 5 Absatz 1 macht das demokratische Recht auf Versammlung zu einem unantastbaren Gut. Es besteht lediglich die Pflicht, die Kreisverwaltungsbehörde rechtzeitig über die Versammlung zu informieren und entsprechende Auflagen zu beachten. Solange die Meinungsäußerung bei solchen Versammlungen oder Kundgebungen nicht die Grenzen des Gesetzes überschreitet, ist das Landratsamt in seiner Funktion als Versammlungsbehörde nicht befugt, die Versammlung einzuschränken oder gar zu verbieten.

Elterninitiative Region 10 meldet Versammlung in Neuburg an

Soweit die rechtliche Situation. Für Neuburg bedeutet das, dass sich am Freitag, 4. Dezember, unter Umständen hunderte Menschen auf dem Karlsplatz versammeln werden, um „das Brauchtum der Begegnung des Heiligen Nikolaus aufrechtzuerhalten und gegen die Verbotskultur der Corona-Politik ein friedliches Statement zu setzten“. So heißt es in der Pressemitteilung der Elterninitiative Region 10. Die Organisatoren hatten bereits einen Lichterumzug in Weichering organisiert. Man wolle die Hygienebestimmungen der Behörde selbstverständlich einhalten, heißt es in der Mitteilung weiter. Das bestätigt Andrea Alt, Organisatorin und Veranstalterin der Aktion.

Zunächst hatten sich die Veranstalter den Schrannenplatz als Veranstaltungsort ausgesucht. Das wurde von Stadt und Landratsamt allerdings abgelehnt. Dort stehen aktuell die Buden vom Weihnachtsmarkt to go.

Die Auflagen kommen vom Landratsamt Neuburg-Schrobenhausen

Nun trifft sich die Elterninitiative auf dem Karlsplatz in Neuburg. Das Landratsamt teilte auf Nachfrage die bestehenden Auflagen mit: „Entgegen der Anzeige wird als Versammlungsort der Karlsplatz in Neuburg festgelegt. Die Rathaustreppe ist freizuhalten. Zwischen allen Teilnehmern muss ein Mindestabstand von 1,5 Metern gewahrt und jeder Körperkontakt mit anderen Versammlungsteilnehmern oder Dritten vermieden werden. Während der gesamten Veranstaltung wird für alle Teilnehmer Maskenpflicht angeordnet.“ Es wird mit rund 200 Teilnehmern gerechnet. Die Polizei ist vor Ort, um die Einhaltung der Auflagen zu kontrollieren. Norbert Bachmaier, Leiter der Polizeiinspektion Neuburg, glaubt aber, dass sich die Teilnehmer an die Auflagen halten werden. Das seien zumindest die Erfahrungen aus der letzten Versammlung dieser Art in Weichering, sagt Bachmaier.

Überhaupt können die Kinder in Neuburg und der Region auch ohne den Einsatz der Elterninitiative Region 10 Nikolaus feiern. Im Kindergarten St. Ulrich in Neuburg beispielsweise kommt der Nikolaus im Freien. Statt den üblichen wiederverwendbaren Säckchen haben die Kinder Papiertüten verziert und bekommen darin ihre Geschenke.

Kindertagesstätten feiern Nikolaus dieses Jahr anders

Auch im Haus für Kinder und in der Kinderkrippe in Karlshuld wird der Festtag zelebriert. Eine als heiliger Bischof verkleidete Erzieherin läuft dieses Jahr außen auf dem Gelände an den einzelnen Gruppen vorbei. Die Kinder singen am offenen Fenster und bekommen ihre Gaben in einem Korb, der dann in der Gruppe verteilt wird. „Wir sind mit anderen Einrichtungen gut vernetzt“, sagt Karin Naumann, Leiterin im Haus für Kinder. „Alle planen in irgendeiner Form eine Nikolausfeier im Rahmen der Möglichkeiten. Kein Kind muss ganz auf den Nikolaus verzichten.“ Übrigens auch nicht auf das Christkind.

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