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Neuburg an dr Donau

16.03.2015

Notfallpraxis nur noch in Neuburg

Der Ärztemangel trägt die Hauptschuld daran, dass die Notfallpraxen zusammengezogen werden. Für die Menschen in der Region zwischen Rain und Weichering, Rennertshofen und Ehekirchen ist künftig die GoIn-Praxis am Neuburger Krankenhaus die Anlaufstation.
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Der Ärztemangel trägt die Hauptschuld daran, dass die Notfallpraxen zusammengezogen werden. Für die Menschen in der Region zwischen Rain und Weichering, Rennertshofen und Ehekirchen ist künftig die GoIn-Praxis am Neuburger Krankenhaus die Anlaufstation.
Bild: Andreas Brücken

Regionen der Bereitschaftsärzte für die Abende und Wochenenden werden zusammengelegt. Das bedeutet für Patienten zum Teil erheblich weitere Wege

Ab 1. April werden die Wege für Patienten, die am Wochenende eine Notfall-Arztpraxis brauchen, zum Teil erheblich weiter. Vor allem für die Gemeinden rund um Neuburg fallen die bisherigen Notfallpraxen weg.

Beispiel Rennertshofen und Burgheim: Die beiden Gemeinden bilden bisher eine Notfallregion. Abends und an den Wochenenden gibt es dort bisher einen Arzt, der in seiner Praxis einen Bereitschaftsdienst abhält. Ab 1. April müssen die Patienten aus diesen Gemeinden dann nach Neuburg in die Notfallpraxis GoIN bei den Kliniken St. Elisabeth fahren. Denn die Regionen Rain am Lech, Burgheim und Neuburg werden zusammengefasst. Und damit auch das Einsatzgebiet der Bereitschaftsärzte vergrößert.

Dr. Robert Fischer ist Obmann der Region Rain und gar nicht zufrieden mit der neuen Regelung: „Von Rain im Westen bis Lichtenau im Osten erstreckt sich die neue Bereitschaftspraxisregion. All diese Patienten müssen die Notfall-Praxis in Neuburg aufsuchen. Neben dem Arzt in der Praxis werden wir auch einen Fahrdienst besetzen, der dann ebenfalls dieses gesamte Gebiet abdecken muss.“

Dr. Armin Altenbuchner, Obmann der Notfalldienstregion Neuburg, sieht keine andere Möglichkeit, als die Zusammenlegung. „Der Ärztemangel macht ein solches Vorgehen unvermeidlich.“ Ja, die Wege würden länger. Es gebe aber auch eine professionellere Organisationsstruktur, so Altenbuchner. Außerdem werden die Öffnungszeiten verlängert.“ Altenbuchner macht kein Hehl daraus, dass es bestimmt auch Nachteile geben werde. So gingen lieb gewonnene und bewährte Strukturen verloren und die Bindung zum Hausarzt vor Ort würde an Enge verlieren.

Die Kassenärztliche Vereinigung hat das neue Modell ausgearbeitet. Vor allem in den ländlichen Regionen sollen die Ärzte dadurch entlastet werden. In einigen Regionen würde die Mehrbelastung der Ärzte durch den Bereitschaftsdienst auf zu wenigen Schultern verteilt, erklärte Pressereferentin Birgit Grain von der Kassenärztlichen Vereinigung: „Vorgabe war deshalb, dass in dem Bereitschaftsbereich mindestens 15 Ärzte sich die Dienste teilen können.“

Das wäre faktisch zwar momentan auch noch gegeben, wenn man Burgheim mit Rain zusammengelegt hätte, wie es Dr. Fischer favorisiert hätte. Aber man versuche weiter in die Zukunft zu planen. Und die sei durch einen Schwund an Hausärzten in ländlichen Regionen geprägt. Mit dieser neuen Struktur sollten vor allem ältere Ärzte entlastet und Brennpunkte mit zu wenig Ärzten entschärft werden. Rund 50 solcher Brennpunkte gebe es immer noch in Bayern, so Grain: „Es fehlt einfach der ärztliche Nachwuchs in der täglichen ambulanten Versorgung und eben auch in der Versorgung außerhalb der üblichen Sprechstundenzeiten. Neue Lösungsansätze müssen daher dringend entwickelt werden.“

Ob es den Patienten gefällt? Grain sieht als weiteren positiven Aspekt, dass sich die Patienten immer an die gleiche Praxis wenden können. Bisher seien es die jeweiligen Praxen der diensthabenden Ärzte gewesen. Ein Großteil der Bereitschaftspraxen wird von Ärzten gemeinsam und in privater Regie betrieben. So auch die GoIn-Praxis in Neuburg. Altenbuchner rechnet mit einer endgültigen Umstellung des Systems bis Ende Juni. „Ab dem 1. April befinden wir uns in einer Übergangsphase.“

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