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Neuburg-Schrobenhausen

01.04.2019

Notfallversorgung: Wenn nachts die Schmerzen kommen

Bei Schmerzen nachts oder am Wochenende helfen in der Region sechs Bereitschaftspraxen. Unter der bundesweit gültigen Nummer 116117 können Patienten auch einen Arzt anfordern.
Bild: Adobe Stock

In der Region gibt es sechs Bereitschaftspraxen. An wen sich Bürger wenden können, wenn sie nachts oder am Wochenende einen Arzt brauchen.

Es ist Wochenende. Und ausgerechnet jetzt wollen die Magenschmerzen nicht besser werden. Schon seit Stunden quälen sie und haben sich mittlerweile zu richtigen Krämpfen entwickelt. Ist das Essen vom Vorabend daran schuld? Oder steckt möglicherweise eine ernsthafte Erkrankung dahinter? Soll ich in die Notaufnahme ins Krankenhaus fahren oder halte ich es bis Montagfrüh aus, wenn die Hausarztpraxis wieder öffnet?

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Fragen wie diese kennt jeder, der schon einmal außerhalb der Sprechzeiten seines Hausarztes krank geworden ist. In Fällen wie diesen wissen allerdings viele Menschen nicht, an wen sie sich wenden können. Denn es muss nicht sofort die Notaufnahme des nächstgelegenen Krankenhauses sein, in die der Betroffene fahren und dann mitunter stundenlang warten muss. Stattdessen gibt es ärztliche Bereitschaftsdienste, die die medizinische Versorgung auch außerhalb der regulären Sprechstundenzeiten der Praxen sicherstellen. In der Region gibt es sechs solcher Bereitschaftspraxen, die jeweils an den Kliniken angesiedelt sind: in Neuburg, Ingolstadt, Eichstätt, Pfaffenhofen, Donauwörth und ab 3. April auch in Aichach. Speziell für Kinder gibt es die Bereitschaftspraxis am Klinikum Ingolstadt. Diese Praxen haben werktags sowie am Wochenende und an Feiertagen teilweise bis 22 Uhr geöffnet.

Wir haben im Folgenden die wichtigsten Fragen und Antworten zur ärztlichen Versorgung zusammengefasst:

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  • An wen wende ich mich, wenn ich einen Arzt brauche?

Rufen Sie die 116117! Das ist eine kostenlose, bundesweit gültige Telefonnummer, die keine Vorwahl braucht und rund um die Uhr besetzt ist. Medizinisches Fachpersonal nimmt die Anrufe entgegen und lotst den Anrufer je nach Krankheitsfall und Mobilität entweder in die nächste Praxis beziehungsweise Bereitschaftspraxis, vermittelt einen Hausbesuch durch einen niedergelassenen Arzt oder informiert in lebensbedrohlichen Notfällen auch direkt den Rettungsdienst.

  • Wo gibt es Bereitschaftspraxen?

Die Adressen und Öffnungszeiten der Praxen gibt es im Internet unter der Adresse www.bereitschaftsdienst-bayern.de, können aber auch unter der 116117 erfragt werden. Die nächstgelegenen Praxen in der Region sind an den Kliniken in Neuburg, Ingolstadt, Eichstätt, Pfaffenhofen, Donauwörth und Aichach angesiedelt.

  • Wenn ich bereits weiß, an welche Bereitschaftspraxis ich mich wenden kann: Muss ich dort einen Termin vereinbaren?

Nein, es ist keine Voranmeldung notwendig. Im akuten Krankheitsfall kann die nächste Praxis direkt aufgesucht werden.

  • Wenn es so spät ist, dass die Bereitschaftspraxis bereits geschlossen hat: Wo bekomme ich dann Hilfe?

Bei gehfähigen Patienten gilt: Die jeweilige Klinik, an der eine Bereitschaftspraxis angeschlossen ist, übernimmt während der Nacht den Dienst. Sollte ein Hausbesuch notwendig sein, übernehmen dies die niedergelassenen Ärzte, die in der jeweiligen Nacht Dienst haben. Die Vermittlung der Hausbesuche erfolgt ebenfalls über die Telefonnummer 116117.

  • 116117 oder gleich die 112 – wann wähle ich welche Nummer?

Die Nummer des ärztlichen Bereitschaftsdienstes (116117) ist zu wählen, wenn eine Erkrankung vorliegt, deren Behandlung nicht bis zur nächsten regulären Sprechstunde eines niedergelassenen Arztes warten kann. Für lebensbedrohliche Notfälle, wie etwa einem Herzinfarkt, einem Schlaganfall oder bei schweren Unfällen, ist dagegen die Notrufnummer 112 die richtige.

  • Was passiert, wenn ein Patient einen Notarzt mit Blaulicht benötigt, jedoch die 116117 gewählt wurde?

Keine Sorge! Die Mitarbeiter der Vermittlungszentrale können im Notfall auch den Rettungsdienst anfordern.

  • Gibt es einen Bereitschaftsdienst auch für Zahnschmerzen?

Nein. Flächendeckende zahnärztliche Bereitschaftspraxen gibt es nicht, da Zahnschmerzen nur in den allerseltensten Fällen lebensbedrohlich sind. Darüber hinaus sind akute Zahnschmerzen nach Aussage der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Bayerns mittlerweile so selten, dass ein medizinisches Notfallnetz nicht notwendig ist.

  • Wenn ich trotzdem akute Schmerzen bekomme und nicht bis zur nächsten Sprechstunde warten kann: An wen wende ich mich?

Grundsätzlich gilt: Die Notdienstordnung für Zahnärzte gilt nur am Wochenende, an Feier- und an Brückentagen. An Werktagen gibt es keinen Notdienst. Die Kassenzahnärztliche Vereinigung Bayerns empfiehlt, zunächst die Nummer des Hauszahnarztes zu wählen. Wer dort niemanden erreicht oder auf dem Anrufbeantworter keine Nachrichten zum diensthabenden Arzt hinterlassen sind, kann sich an den zahnärztlichen Notdienst Bayerns wenden. Unter www.notdienst-zahn.de sowie auf der Service-Seite unserer Zeitung sind die nächstgelegenen diensthabenden Zahnärzte aufgelistet.

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