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Neuburg

18.05.2018

Nur einer bleibt standhaft

Mit einem beherzten Aufschrei stößt der diesjährige Stecherkönig Peter Heckmeier aus Donauwörth den Vorjahressieger Johannes Kugler aus Stepperg in die Donau. Er holte sich damit zum dritten Mal den Königstitel.
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Mit einem beherzten Aufschrei stößt der diesjährige Stecherkönig Peter Heckmeier aus Donauwörth den Vorjahressieger Johannes Kugler aus Stepperg in die Donau. Er holte sich damit zum dritten Mal den Königstitel.
Bild: Xaver Habermeier

Beim Fischerstechen landen früher oder später alle Teilnehmer in der Donau – bis auf einer. Und der holt sich am Ende auch den Königstitel.

Neuburg Ballettreife Einlagen mit Lanzen, Gleichgewichtsübungen auf Zillen, Wackelsiege und herzhafte Aufschreie, die am Samstagnachmittag von gestandenen Mannsbildern über die Donau hallten. Beim 44. Neuburger Fischerstechen ging es auch dieses Jahr wieder turbulent zu. Ganz besonders laut ertönt das Gegröle von den Recken aus Donauwörth. Sie konnten sich in der Mannschaftswertung durchsetzen und stellen mit Peter Heckmeier auch den Fischerstecherkönig. Die Vorjahressieger aus Stepperg landeten auf dem fünften und damit letzten Platz, die zwei Teams der Neuburger Fischergassler errungen Platz zwei und vier.

Erstmals schloss sich an die Wettkämpfe kein Fischergasslerfest an. „In diesem Jahr haben wir uns eine Auszeit genommen und feiern im kleinen Kreis intern mit den Gastmannschaften und Freunden. Aber das Fischergasslerfest wird in 2019 wieder stattfinden“, erklärte Kerzenmeister und Vorsitzender Siya Ettenreich. Beim Fischerstechen fungierte er als Moderator. „Man braucht neben einem guten Stand und ein bisschen Gewicht vor allem die richtige Technik“, fasste Ettenreich das Erfolgsrezept eingangs zusammen. Dass das mit dem guten Stand eine knifflige Angelegenheit sein kann, bewiesen die zehn Fischerstecher aus den fünf Teams und boten den Zuschauern am Donaukai und auf der Elisenbrücke ein äußerst unterhaltsames Spektakel. Und während sich der Sieg für die Donauwörther schnell abzeichnete, war der Kampf um die Plätze dahinter lange spannend. Um den zweiten Rang stachen schließlich Ingolstadt, Stepperg und die zwei Teams aus Neuburg. Gekämpft wurde im Modus „jeder gegen jeden“, mal stromaufwärts und mal stromabwärts.

Ettenreich erklärte, dass das Fischerstechen den mittelalterlichen Lanzenturnieren nachgebildet ist. Fairness und Ritterlichkeit sind daher oberstes Gebot. Daneben dominiert freilich der sportliche Ehrgeiz. Die Athleten zielen von den Zillen herab mit einer Lanze auf ihre Gegner, um diese in den Fluss zu stoßen. Das gelingt fast immer, aber manchmal gehen auch beide Kontrahenten baden. Gut gelungen waren dem Neuburger Jakob Degmayr die ersten Duelle. Aber gegen den Donauwörther Peter Heckmeier verlor er sein Gleichgewicht und stürzte in den Fluss. Der 26-jährige Donauwörther tauchte als einziger von allen zehn Stechern kein einziges Mal in die 15 Grad kalte Donau ab und holte sich damit seinen Königstitel, den er bereits vor zwei und vor vier Jahren eingeheimst hatte, wieder zurück. Der frischgebackene Fischerstecherkönig Peter Heckmeier scherzte mit Blick auf die kühlen, braunen Fluten: „Ich wollte heute auf keinen Fall in der Donau baden gehen.“

Sein Mannschaftskamerad Wolfgang Bechtl erkämpfte sich sechs Punkte. Tadellose Leistungen zeigten zudem seine Steuermänner Markus Rieger und Heinz Röser, die ihre Truppe optimal an die Gegner heranführten. All die Leistungen würdigten die Schaulustigen immer wieder mit kräftigem Applaus. Auch Oberbürgermeister Bernhard Gmehling musste sich heuer mit dem Zuschauen begnügen. Nach einer Hüftoperation durfte er für ein Promistechen noch nicht auf die Zille. „Aber im nächsten Jahr wird er wieder gegen den Kommodore antreten“, versprach Ettenreich.

Fischerstecher sind zähe Burschen und spätestens beim gemütlichen Beisammensein im Vereinsheim der Neuburger Fischergassler waren die Wunden schnell geleckt, die Niederlagen abgehakt und die blauen Flecken nur noch Nebensache. „Unsere Feier war ein voller Erfolg und brachte genau das erwünschte Ergebnis: Gute Gespräche und eine gesellige Runde bis weit nach Mitternacht.“

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