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Burgheim

19.10.2020

Oberhausen: Offener Treff für Menschen mit Handicap

Ihren Flyer zeigen Margit Kugler und Roland Weigl mit Corona-Abstand.
Bild: Peter Maier

Nach einem Schlaganfall kämpft sich Roland Weigl aus Burgheim zurück ins Leben. Seine Erfahrungen möchte er mit anderen Betroffenen teilen und gründet deshalb einen offenen Treff.

Der 27. November 2017 veränderte das Leben des damals 51-jährigen Burgheimers Roland Weigl im wahrsten Sinne des Wortes schlagartig. Ein Schlaganfall mit Hirnblutung ereilte ihn wie ein Blitz aus heiterem Himmel während der Arbeitszeit. Ein Rettungshubschrauber flog ihn damals nach Augsburg in das Krankenhaus, wo er weiter versorgt wurde. Als Behinderung blieben Spastik und Gefühllosigkeit auf der rechten Seite.

Nach dem Schicksalsschlag arbeitete sich Weigl zurück. Vor dem Unfall war er beruflich viel mit dem Auto unterwegs, um Kundenbesuche zu machen. Er hatte ein Vertriebsnetz für Baustoffe und Bauelemente aufgebaut. Der Klinikaufenthalt mit Rehabilitation beinhaltete auch eine spezielle Fahrschule, schließlich konnte Weigl in seinem Beruf nicht auf das Auto verzichten. Er erhielt eine Fahrerlaubnis, die bescheinigte, dass er 100 Kilometer um seinen Arbeitsplatz problemlos fahren dürfe. Dann stieg er in die Wiedereingliederung ein. Drei Monate lang, von Juni bis August 2018 besuchte Roland Weigl seine Kunden wieder. Doch das Schicksal wollte es anders. Er verlor seinen Job und war damit ohne Beschäftigung.

„Handicap? – Na und!“: Burgheimer gründet offenen Treff

Inzwischen ist Weigl Rentner, allerdings mit Tatendrang. Auf Wunsch seiner Tochter suchte Weigl eine Psychologin in Rain auf. Die untersuchte seinen psychologischen Zustand mit Bewertung auf einer Skala von null bis zehn. Roland Weigl erzielte einen Spitzenwert von 0,47. Folglich lautete die Diagnose, dass ihm eine Beschäftigung fehlt. Da reifte in ihm der Entschluss, Gleichgesinnte mit ähnlichem Schicksal für eine Gruppe zu mobilisieren.

Auf der Suche nach Unterstützung, insbesondere nach einem Träger für sein Projekt, traf sich Weigl mit Margit Kugler. Burgheims 3. Bürgermeisterin arbeitet für die Familien- und Seniorenhilfe Oberhausen. Beide wollen nun bei einem offenen Treff das Projekt „Handicap? – Na und!“ ins Leben rufen. Obwohl der Winter nicht optimal für die Gründung sei, sollen die Aktivitäten am Mittwoch, 28. Oktober, von 14.30 bis 17 Uhr im Saal der Lebensräume „Jung und Alt“ in Oberhausen, Am Balgfeld 4 starten.

Treffen sollen im zweiwöchigen Rhythmus in Oberhausen stattfinden

Bei dem ersten Treffen, zu dem auch eine Physiotherapeutin kommt, sollen sich die Leute kennenlernen, austauschen sowie Wünsche und Bedürfnisse äußern. Margit Kugler kann sich vorstellen, dass sich die Aktivitäten von „Eis essen bis Theaterbesuche“ erstrecken. Das Projekt, das auch die „Glücksspirale“ fördert, spricht zunächst Interessenten in Burgheim, Oberhausen, Rohrenfels und Rennertshofen an.

Die Treffen sollen dann im zweiwöchigen Rhythmus in Oberhausen stattfinden. Die Verantwortlichen suchen aber auch noch einen geeigneten Raum in Burgheim. Bei „Handicap? Na und!“ handelt es sich um eine Freizeit- und Begegnungsgruppe, nicht um eine Betreuungsgruppe. Margit Kugler und Roland Weigl stellen ihr neues Projekt unter das Motto: „Raus aus den eigenen Wänden und rein ins Vergnügen!“

Zum ersten Treffen in Oberhausen gibt es auch Mitfahrmöglichkeiten. Nähere Auskünfte erfährt man unter der Telefonnummer 08431/640719.

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