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PFC: Bundeswehr, sprich mit uns!

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Kommentar Von Claudia Stegmann
10.05.2019

Warum die Bundeswehr bei der PFC-Problematik offensiver werden muss.

Es kam, wie von Oberbürgermeister Bernhard Gmehling befürchtet: Die Infoveranstaltung über die PFC-Problematik in Neuburg und Weichering hat viele Fragen offen gelassen und – abgesehen von den gesundheitlichen Risiken – keinen bedeutsamen Erkenntnisgewinn gebracht. Wie auch? Diejenigen, die als Verursacher in der Verantwortungen stehen, nämlich die Bundeswehr in Form des Bundesamtes für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen, waren zu dem Termin nicht erschienen. Grund: Die Veranstaltung sei zu kurzfristig anberaumt worden, als dass sich die Bundeswehr ausreichend hätte vorbereiten können.

Zugegeben: Das Thema ist komplex, die Gemengelage schwer zu durchblicken. Alles in allem also ein Termin, der sicherlich nicht aus dem Stand zu wuppen ist – zumal die Bundeswehr als Verursacher der chemischen Verunreinigungen mit dem Rücken zur Wand steht. Doch dieser Umstand entschuldigt nur schwer die Absage. Denn es war klar, dass die Bundeswehr über kurz oder lang öffentlich Stellung beziehen und sich den Fragen verunsicherter Bürger stellen muss. Dass es eine Informationsveranstaltung geben wird, hatte das Landratsamt mit der Bundeswehr abgesprochen. Nach Aussage von Landrat Peter von der Grün sei vereinbart worden, die Bundeswehr „zeitnah“ über den Termin zu informieren. Unverständlicherweise ist am Ende genau daran die Teilnahme gescheitert.

Die Bundeswehr muss in die Puschen kommen. Die schleppende Kommunikation macht die Bürger mürbe und wütend. Dabei geht es gar nicht darum, einen Fehler einzugestehen. Denn der Löschschaum, den die Bundeswehr bis 2011 verwendet hat, war Stand der Technik und wurde bundesweit eingesetzt. Dass das darin befindliche PFC irgendwann Probleme bereiten könnte, konnte die Bundeswehr damals nicht wissen. Nach dem Verursacherprinzip muss sie aber jetzt Farbe bekennen und den Menschen das Gefühl geben: Wir kümmern uns darum. Dass dem so ist, hätten die Zuhörer der Infoveranstaltung am Freitagabend gerne gehört. Leider war keiner seitens der Bundeswehr da, der ihnen das hätte sagen können.

Lesen Sie dazu auch den Artikel von Claudia Stegmann: PFC: Wo es lauert und wie gefährlich es ist

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