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Neuburg an der Donau

30.01.2019

Parkhaus am Hallenbad in der Warteschleife

Wieder heißt es warten: Der Stadtrat hat jetzt das einzige Angebot für den Bau eines Parkhauses am Hallenbad abgelehnt, weil die Baukosten dafür zu hoch sind.
Bild: Marcel Rother

Der Stadtrat in Neuburg nimmt das einzige Angebot, das für den Bau des Projekts abgegeben wurde, nicht an. Was die Stadt vorhat, um das Thema endlich zu beenden.

Jetzt ist es beschlossen. Der Stadtrat hat das einzige Angebot für den Bau eines Parkdecks am Hallenbad nicht angenommen. Die Abstimmung in nicht öffentlicher Sitzung, so Oberbürgermeister Bernhard Gmehling, sei fast einstimmig gewesen. Entscheidender Grund war die Höhe der Baukosten.

Die Kalkulation sieht Kosten von 2,3 Millionen Euro vor. Das abgegebene Angebot lag um 800.000 Euro darüber. Der Bewerber begründet dies vor allem damit, weil er einen Subunternehmer mit ins Boot holen müsste, der den Stahlbau für das Parkhaus mit seinen 230 Stellplätzen hochzieht. Günstiger als die 3,1 Millionen könne er das Projekt daher nicht anbieten. Für den Stadtrat war die Steigerung der kalkulierten Kosten um 33 Prozent zu teuer.

Die Kostenermittlung für das Hallenbad von 2,3 Millionen Euro ist realistisch

Im öffentlichen Teil der Stadtratssitzung war die Frage aufgetaucht, ob die Kostenschätzung für das Parkhaus angesichts der Steigerung im abgegebenen Angebot realistisch sei. Dazu äußerte sich Reinhard Seitz von der Projektmanagement GmbH Seitz+Müller, die die Kosten berechnet hat. „Die Kostenrechnung wurde detailliert erstellt und es wurden aktuelle Preise veranschlagt“, versicherte er. Die Kostenermittlung sei realistisch und richtig. Warum die Kosten des einzelnen abgegebenen Angebots dennoch so stark davon abweichen, kann sich Seitz nur so erklären: Der Ausführungszeitraum von Mai bis September sei sehr knapp und für Baufirmen nur einzuhalten, wenn Kapazitäten frei sind. „Wenn nicht, wird es eng“, sagte er. Würde man den Angebotszeitraum verlagern, etwa von Oktober/November 2019 bis März/April 2020, sieht er eine „vernünftige Chance auf ein günstigeres Angebot“.

Verkehrsreferent Bernhard Pfahler platzte angesichts einer möglicherweise erneuten Verzögerung des Bauvorhabens der Kragen. Die Stadt berate seit Jahren über das Parkhaus, mit der Zeit mache sie sich unglaubwürdig. Er bezeichnete das Vorgehen als „Hinhaltetaktik und ewige Verschieberei“ und glaube nicht daran, zu einem anderen Zeitpunkt ein günstigeres Angebot zu erhalten. „Die Preise sind genannt, so viel wird sich daran nicht mehr ändern.“ Vielmehr plädiere er dafür, doch ein Parkdeck an der Schlösslwiese jetzt schnell in Angriff zu nehmen.

Bei einer Kostensteigerung fürs Parkhaus wie dieser ist es Aufgabe der Stadt, die Reißleine zu ziehen

Heftigen Widerspruch erntete Pfahler von Oberbürgermeister Bernhard Gmehling. „Von einer Hinhaltetaktik zu sprechen, ist ein reines Märchen.“ Die Auftragsbücher seien voll, daher die Kostensteigerung. In diesem Fall sei es Aufgabe der Stadt, die Reißleine zu ziehen, schließlich ginge es um Steuergelder. Er wolle bis zur nächsten Stadtratssitzung im Februar erneut Gespräche mit den Firmen führen, die Interesse gezeigt, aber kein Angebot abgegeben hätten, schauen, was dabei herauskommt, und das Projekt gegebenenfalls mit einem verlängerten Zeitraum neu ausschreiben. Unterstützung kam von Stadtrat Alfred Hornung, der sagte: „Wenn wir dadurch ein paar hunderttausend Euro sparen können, hat es sich gelohnt.“ Diese Verantwortung habe die Stadt.

Unabhängig vom Bau des Parkhauses gibt’s die Idee, durch Schrägparkplätze in der Grünauer Straße vom Hallenbad Richtung Englisch-Garten-Siedlung die Parknot zu mildern. Bislang seien entsprechende Anträge an der Straßenausbaubeitragssatzung (Strabs) gescheitert. Unter ihr wären Anwohner anteilig für den Bau der Parkplätze zur Kasse gebeten worden. Die Strabs aber ist inzwischen passé. Durch überschaubare bauliche Maßnahmen, so der OB, könnten dadurch geschätzt 50 Parkplätze entstehen.

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