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Rezension

21.03.2015

„Plädoyer für Ehrlichkeit“

Ölgemälde von Max Biller sind derzeit in der Harderbastei zu sehen.
2 Bilder
Ölgemälde von Max Biller sind derzeit in der Harderbastei zu sehen.
Bild: elb

Max Biller in der Harderbastei

Ausdrucksstarke und wilde Bilder von Max Biller beeindrucken derzeit und bis zum 19. April in der Harderbastei. An den Wänden der Städtischen Galerie hängen diese Ölgemälde dicht an dicht, großformatig und farbintensiv. Die gegenständlichen Arbeiten stammen ganz unverkennbar von dem regional sehr bekannten Schrobenhausener Maler. Seine unverwechselbaren Stadtansichten, Industriegemälde und immer wieder Landschaften erzählen auf charakteristische Art von der hiesigen oder auch etwas weiter entfernten Wirklichkeit, erwecken beim Betrachter sofort vielschichtige Emotionen.

Einer der wenigen „Traditionalisten“ des BBK

Ansichten und Zeichnungen, Ölbilder und Computerausdrucke des überaus schöpferischen Künstlers zeigt der BBK Obb. Nord und Ingolstadt e.V. in Kooperation mit der Stadt Ingolstadt in der Reihe „Kunststücke“. Professor Günther Köppel von der Kath. Universität Eichstätt, der sachkundig und begeisternd in die Ausstellung einführte, bezeichnet Max Biller als einen der wenigen „Traditionalisten“ des BBK, verweist aber gleichzeitig auf die besondere stilistische Identität des leidenschaftlichen Malers und Zeichners. In einer Zeit der immer größer werdenden Beliebigkeit und Entmaterialisierung seien Billers Bilder ein Plädoyer für Ehrlichkeit und Authentizität.

Nach einer grundsoliden akademischen Ausbildung an der Kunstakademie München in den 70ern, begebe sich der Maler heute noch immer in den malerischen Kampf um Darstellung der Wirklichkeit. Neben dem narrativen Verhältnis des Künstlers zur Zeichnung - die thematisch reichhaltigen Arbeiten an der Rückwand der Harderbastei zeugen davon - erwähnt Köppel vor allem die farbliche Unabhängigkeit Billers.

So reiche die „Klaviatur der Farben“ in der Blauskala von einem tiefen Ultramarinblau bis zu einem beinah provokanten Türkis. Diese eigenwillige und überaus reizvolle Beschäftigung mit der Farbe blau ist in der aktuellen Ausstellung vor allem bei den raumgreifenden Arbeiten „Karwendel“, „Kochelsee“, „Walchensee“ oder „Wallgau“ ins Auge fallend. Doch auch die Wasserspiegelungen im Paartal, an der Schillerbrücke in Ingolstadt oder die zahlreichen Nachtansichten zeugen von einer ganz besonderen Beziehung zur Farbe.

Max Biller sucht sein Motiv solange immer wieder auf, bis es sich im richtigen Licht befindet oder vielleicht bis es ihm und uns die erhoffte Ansicht gewährt. Erst dann macht sich der überzeugte Freiluftmaler an seine schöpferische Arbeit. Die eindrucksvollen Gemälde sind Zeichen dieser erfolgreichen Augenblicksuche.

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