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Neuburg-Schrobenhausen

14.05.2020

Politik im Landkreis: Der neue Kreistag steht bereit

27 der 60 Kreisräte wurden neu in das Gremium gewählt und wurden am Donnerstag vereidigt. Die Sitzung fand im Kolpinghaus statt, wo der Mindestabstand gewahrt werden konnte. 
Bild: Elena Winterhalter

Im höchsten Gremium des Landkreises sind nun alle Posten besetzt. In welcher Besetzung das Komitee in die neue Legislaturperiode startet.

Mundschutz auf, Abstand wahren – das waren bei der konstituierenden Sitzung des Kreistags am Donnerstag wohl die schwierigsten Herausforderungen. Denn im Kolpinghaus, wo sich in normalen Zeiten gerne mal an die 300 Menschen tummeln, mussten die Damen und Herren des 60-köpfigen Gremiums coronagerecht platziert werden, was gar nicht so einfach war. Wo es normalerweise wie nach den großen Sommerferien zugeht, wo Hände geschüttelt und Schultern geklopft werden, herrschte dieses Mal kontrollierte Zurückhaltung.

Da war es nur zuträglich, dass die Verteilung der Ämter in dem Kreistagsgremium kein Thema mehr war. Hinter den Kulissen waren die Besetzung der Ausschüsse, die Fraktionssprecher und die Referentenposten bereits besprochen worden. Und auch auf die Stellvertreter des Landrats hatten sich die Parteien schon im Vorfeld verständigt. So wurden Aresings Bürgermeister Klaus Angermeier ( CSU) mit 55:60 Stimmen zum ersten Stellvertreter und Sabine Schneider ( SPD) mit nur einer Gegenstimme zur zweiten Stellvertreterin von Landrat Peter von der Grün gewählt. Während der Job des Landrat-Vize für Angermeier eine neue Aufgabe ist, hat Sabine Schneider schon Erfahrungen in diesem Bereich, denn in der letzten Legislaturperiode war sie bereits zweite Stellvertreterin.

Gehen nur coronabedingt auf Abstand: Landrat Peter von der Grün (Mitte) mit seinen Stellvertretern Klaus Angermeier und Sabine Schneider.
Bild: Elena Winterhalter

Stellvertreter des Landrats: Die Grünen gehen leer aus

Eigentlich wäre dieser Posten einem Kreisrat aus den Reihen der Grünen zugestanden. Die großen Gewinner der Kommunalwahl haben sich im Kreistag von drei auf acht Sitze hochkatapultiert und sind damit nun drittstärkste Kraft in dem Gremium. „Allzweckwaffe“ Karola Schwarz stand deshalb im Gespräch als Vize-Landrätin. Doch offenbar traute ihr diesen Job die Mehrheit des Gremiums nicht zu, weshalb sie das Feld Sabine Schneider überließ.

Ein ganz ähnliches Schicksal hatte zwei Tage zuvor Parteikollege Gerhard Schoder, der ebenfalls in den Kreistag gewählt wurde, im Neuburger Stadtrat erlebt: Als drittstärkste Fraktion hatten die Grünen Anspruch auf das Amt des 2. stellvertretenden Bürgermeisters erhoben. Die Mehrheit blieb ihm aber versagt, das Rennen machte am Ende Peter Segeth von der CSU.

Klaus Angermeier bekommt fast 2500 Euro, Sabine Schneider nichts

Während Sabine Schneider als zweite Stellvertreterin ehrenamtlich tätig sein wird, erhält Klaus Angermeier ab sofort eine monatliche Entschädigung in Höhe von 2473 Euro brutto sowie 180 Euro pauschal für Reisekosten. Im Falle einer tatsächlichen Vertretung bekommt er darüber hinaus 90 Euro pro Tag. Diesen Punkt hätte Neu-Kreisrat Tobias Gensberger lieber nicht öffentlich ansprechen wollen. Die große Mehrheit des Kreistags lehnte es aber ab, den Punkt in den nichtöffentlichen Teil zu verlegen.

Die Themen des Landkreises werden in diversen Ausschüssen vorberaten, ehe der Kreistag sie final absegnet. Die Struktur ist dabei annähernd gleich geblieben: Kreis-, Bau-, Jugendhilfe-, Rechnungsprüfungs-, Werk- und Umweltausschuss bleiben unverändert. Der Sozialausschuss wurde um das Thema „Gesundheit“ ergänzt und beschäftigt sich hauptsächlich mit allen Angelegenheiten rund um das Kreiskrankenhaus Schrobenhausen und die Geriatrie in Neuburg.

Das Durchschnittsalter der Kreisräte in Neuburg liegt bei 55 Jahren

Insgesamt 27 neue Kreisräte wurden am Donnerstag von Landrat Peter von der Grün vereidigt. Damit ist fast die Hälfte der Mitglieder neu in dem Gremium. Die Kreisräte kommen aus allen 18 Kommunen des Landkreises, unter ihnen sind 15 Bürgermeister, zwei Bezirkstags- und zwei Landtagsabgeordnete sowie der ehemalige Landrat Roland Weigert selbst. Das Durchschnittsalter der Kreisräte liegt bei 55 Jahren, die Frauenquote liegt bei 20 Prozent.

Sieben politische Gruppierungen sitzen im neuen Kreistag – und damit eine mehr als zuvor. Mit 21 Sitzen ist die CSU Platzhirsch, allerdings nur ganz knapp vor den Freien Wählern mit 20 Sitzen. Die Grünen belegen acht Plätze, die SPD sechs. „Die Unabhängigen Schrobenhausener“ (DU) sind mit drei Kreisräten vertreten, die FDP mit einem. Die Linke als neue Partei im Kreistag hat ebenfalls einen Vertreter.

Diese Ämter und Funktionen wurden unter anderem besetzt:

Referenten

  • Inklusion: Joachim Siegl
  • Soziales: Elfriede Müller
  • Jugend: Matthias Enghuber
  • Sport und Ehrenamt: Andrea Appel-Fischer
  • Gesundheit: Shahram Tabrizi
  • Kultur: Martina Keßler
  • Bildung: Werner Widuckel
  • Umwelt, Klima und Energie: Maxi-Paula Schwarzbauer
  • Landwirtschaft und Natur: Ludwig Bayer
  • Werkreferent: Heinrich Seißler
  • Verkehr: Karola Schwarz

Fraktionssprecher:

  • CSU: Rita Schmidt
  • Freie Wähler: Michael Lederer
  • Die Grünen: Martin Wendl
  • SPD: Werner Widuckel
  • DU: Josef Dietenhauser



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